B O T S C H A F T
A U S T I B E T
T E I L VI
Die tibetischen Glocken erklangen mit sanfter Lieblichkeit.
Staunend fragten sich alle, welche Bedeutung ihr Klang bergen mochte.
Zum Geläut der Glocken trat der Oberlama vor das Buch, und eine tiefe Ehrfurcht ergriff ihn, hervorgerufen durch etwas, das er selbst nicht zu benennen vermochte. Er schlug das Buch auf und spürte eine tiefgreifende Wandlung. Seine Wahrnehmung des Gegenwärtigen veränderte sich, und zugleich erfaßte er Strömungen, die mit der Zukunft verknüpft waren, von Helfern und Dienern, die sich außerhalb der Erde befanden. Der Kampf war noch nicht entschieden, doch er spürte eine Erneuerung der ihn umgebenden Schwingungen.
Er nahm eine gewaltige Stärkung der anderen Diener auf der Erde und auch darüber hinaus wahr, so als ob er zu etwas hingezogen würde, um von dort Kraft zu schöpfen.
Nach einem anstrengenden geistigen Ringen fühlte er sich erschöpft und doch beglückt wie nie zuvor. Der Lama ahnte, daß die Antwort auf all dies in dem Buche zu finden war.
Er trat näher und las:
„Diese Zeilen wirst Du zur Zeit des Glockenläutens lesen. Es wird in einer Zeit sein, da die Finsternis und ihre Diener wähnen, den Sieg in greifbarer Nähe zu haben. Die Glocken werden mit ihrem Geläut die nahende Ankunft des Neuen Zeitalters verkünden und alle Schwestern und Brüder im irdischen Gewand aufrufen, sich in Einigkeit und Treuem Dienste Dem zu verbinden, Dem sie Treue geschworen haben.
Er ist Derjenige, von dem vor langer Zeit verkündet wurde, daß Er in den Wolken kommen wird. Wie eine mächtige Wand wird Sein Strahl wirken und alles bedrängen, was sich Seinem Willen widersetzt. Die Diener werden Ihn freudig erspüren, sofern in ihnen das Verlangen nach Erfüllung ihrer Aufgabe stark genug brennt.
Es wird sie magnetisch zu Ihm ziehen, und zugleich wird das Wirken der Kraft sie zu einer Linie mit den anderen Dienern vereinen. Alle werden in Reinheit und Liebe eine Einheit bilden, durch die immer neue Wellen des Segens fließen werden – bestimmt für alle Menschen auf dieser Erde und ihre Umgebung.
Und es wird eine selbsttätige Scheidung stattfinden, je nachdem, was in dem Einzelnen überwiegt und wie er sich selbst entschieden hat.
Der Druck wird zunehmen, alles zum Guten Strebende in einer Linie mit den irdischen Dienern wird gestärkt, das Finstere wird weichen und anstoßen, bis es schließlich … keinen Ausweg mehr hat, anstößt und dorthin geworfen wird, wohin es durch sein eigenes Gewicht gehört.
Bis dahin jedoch, alle, die ihr dem Guten angehört oder darnach strebt, seid auf der Hut.
Auch auf Eurem Gewand befinden sich viele Makel und Flecken, an denen sich das Finstere festsetzen kann. Betrachtet diesen Kampf nicht als ein Märchen, das Ihr Euren Kindern vorlest, sondern erkennt die Gefahr des Dunkels als wahrhaftig, in Euch und Eurem eigenen Leben wirkend.
Sucht an Euch schlechte Eigenschaften, unangebrachte Reaktionen, seid wachsam und achtsam in schwierigen Situationen, die Euch leichte und schnelle Lösungen anbieten, besonders wachsam und vorsichtig seid in Zeiten, in denen es Euch gut geht und Ihr gelobt werdet.
Gerade dann öffnet sich leicht und unbemerkt der Abgrund, in den Ihr stürzen könnt. Seid vor allem dann wachsam und achtsam, wenn Ihr spürt, daß Ihr den Weg des Lichtes geht, und achtet dabei auf Eure Selbstgefälligkeit und die daraus resultierende Einbildung, Euch für etwas Besseres zu halten.
Bedenkt, daß alle diese Gaben und Fähigkeiten nur eine große Leihgabe für die Möglichkeit des geistigen Dienstes auf Erden sind und daß dies für einige dieser Begnadeten der einzige Weg ist, sich von großer Schuld zu befreien, die sie während ihrer Wanderung durch die Leben auf sich geladen haben.
Glaubt mir, das Dunkel wird versuchen, jede noch so kleine Gelegenheit zu nutzen, um Euch in die Abgründe der Zerstörung und Verdammnis zu reißen!!!
Auch Krankheiten werden ausbrechen und die Unfähigkeit des Verstandes, zu herrschen, wird sich zeigen. Eine Unsinnigkeit wird die andere ablösen, bis ihr das Gefühl habt, in einer anderen Wirklichkeit zu leben und daß all dies doch nicht möglich ist.
Ihr werdet das, was Ihr um Euch herum wahrnehmt, mit Eurem gesunden Menschenverstand überprüfen und nicht glauben, daß es wahr sein kann. Es wird in jedem Einzelnen brodeln und gären wie in einem Faß.
Aber nützt diese Zeit richtig, gebt keinen unnötigen Regungen Raum, an denen sich Formen der Angst und Verzweiflung festsetzen.
Versucht, Inseln des Friedens, der Ruhe, aber auch des Gerechten Zorns und der Zurechtweisung zu sein, wenn es nötig ist. Alles, was Ihr tut, tut mit Liebe zur Sache.
Was auch immer geschieht, haltet stets im Sinn und im Herzen, daß Ihr mit dem Hocherhabenen verbunden bleibt, dessen Weisheit die Eure bei weitem übersteigt und der Euch Seine Liebe und Hilfe sendet.
ER sieht die endgültigen Auswirkungen aller Ereignisse und vergißt niemals jene, die sich Ihm zuwenden und Ihn preisen.
Wisset, daß im letzten Augenblick noch viele gerettet werden können, die sich der Finsternis zugewandt haben, und daß auch viele mitgerissen werden, die bereits den rechten Weg eingeschlagen haben. Von nun an wird es Eure Aufgabe sein, Brücken zu bauen, die die Lichten Höhen mit Eurer Erdenwelt verbinden, und auch eine geistige Verbindung zu schaffen, sowohl zwischen Euch als auch mit den Dienern, die nicht im Erdenkleid weilen.
Vergeßt auch nicht die Verbindung mit den Wesenhaften Dienern, die für bestimmte Aufgaben Eure umgewandelte Kraft benötigen werden. Wunderbare Möglichkeiten der Verbindung im Dienst tun sich auf. Dankt dem Allerhöchsten für diese Möglichkeit und bleibt wachsam im Gebet.
So wie die Glocken verklungen sind, so ist auch die heutige Botschaft verklungen, deren Inhalt vorerst erschöpft ist.
Mögen ihre Worte vielen zum Heil dienen, mögen sie darin finden, was sie suchen. Der Lama schloß das Buch, seine Stimme erklang sanft, seine Lippen flossen in ein Gebet, das einem kleinen Volk galt, mit dem der Lama eine geistige Verbindung spürte.
Bilder eines schweren geistigen Kampfes erschienen vor seinen Augen.
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