
Es geht vor allem um Menschen, die in körperliche und geistige Trägheit verfallen sind, insbesondere durch die schleichende Digitalisierung des Fundaments Familie. Während manche die Digitalisierung mit offenen Armen empfangen, empfinden andere sie als regelrecht beängstigend. Letztlich wird die Digitalisierung jedoch zur Nötigung, und das ist dem eigenen Handeln beider Gruppen zu verdanken.
Wir sehen dies bereits in der Erziehung junger Kinder, die noch nicht sprechen können, aber schon Smartphones, Tablets oder Fernseher bedienen. Sie können sich eine Märchensendung ansehen und stundenlang ruhiggestellt davorsitzen, während die Eltern ihren eigenen Beschäftigungen nachgehen. Wir merken nicht, daß wir buchstäblich verlorene Generationen heranziehen, die ohne digitale Technologie nutzlos sein werden.
Wir fördern damit nichts Natürliches in den Kindern. Das Gehirn des Kindes nimmt somit alles mechanisch und unterschwellig mehr von den Bildschirmen auf als aus dem familiären Umfeld. Eltern halten ihr Kind naiverweise für klug und intelligent, doch sie merken nicht, daß sie vor allem dessen emotionale Entwicklung und die familiäre Bindung beeinträchtigt halten.
Die Geborgenheit des Familienlebens ist durch das grelle Licht der digitalen Welt erloschen.
Dann sehen wir uns mit der Tatsache konfrontiert, daß Kinder unter Konzentrationsstörungen, ADHS, Aggressionsverhalten und Ähnlichem leiden. Wir versuchen, ihnen alles zu erleichtern, finden aber nicht einmal Zeit, ihnen ein Märchen vorzulesen, mit ihnen zu spielen oder mit ihnen zu reden, so wie es unsere Eltern taten. Wir rauben ihnen ihre Kindheit und ihre Zukunft und führen sie statt mit empfindsamen Gefühlen durch Algorithmen.
Kindern fehlen grundlegende Fähigkeiten. Ein heutiger Student kann nicht flüssig lesen, was wir in der dritten Klasse der Grundschule lernen mußten, als die Lehrerin mit der Stopuhr die Wörter pro Minute maß. Kindern fehlt es an Wortschatz, logischem und kritischem Denken.
Während wir mit Klassenkameraden und Freunden mit dem Schulranzen auf den Schultern zur Schule gingen, werden die Kinder von heute, wenn möglich, von ihren Eltern gefahren.
Heute sieht man Kinder fast gar nicht mehr draußen spielen, so wie wir es gelernt haben. Nach der Schule zogen wir uns um, wärmten unser Essen auf und gingen nach draußen. Auch unsere Eltern gingen arbeiten, verdienten ihren Lebensunterhalt, aber der Haushalt und die Familie funktionierten anders.
Wir hatten einen angeborenen Respekt vor unseren Älteren, Respekt vor unserer Heimat, und uns wurde beigebracht, die kleinen Dinge zu schätzen.
Noch heute schöpfe ich aus der Weisheit meiner Urgroßmütter, Großväter und meiner Eltern, die uns nach bestem Wissen und Gewissen erzogen haben. Wir hatten keine Smartphones, Tablets, Computer, Internet, soziale Netzwerke, Likes, YouTube, wir waren keine Influencer … wir hatten die Geborgenheit eines heimischen Herdes, echte Freunde, das Leben auf dem Land, die Verbundenheit zur Natur und Haustiere.
Heute wird alles langsam, aber sicher durch Bildschirme ersetzt.
Ich selbst nutze digitale Technologien und bin ein Verfechter des Fortschrittes, aber ich versuche, so verantwortungsvoll wie möglich damit umzugehen und sie nicht in den Vordergrund zu stellen. Sie können unser Leben in vielerlei Hinsicht erleichtern, und es liegt an uns, ob sie uns dienen oder über uns herrschen.
Wir müssen unsere menschliche und natürliche Natur bewahren und zu wahren menschlichen Werten zurückkehren. Geben wir den Kindern zurück, was wir ihnen genommen haben – ihre Kindheit und die Geborgenheit des familiären Umfelds.
Cesta Pravdy / Weg zur Wahrheit