
Der Geist ist tot, trotzdem wirkt die magnetische Wärme, die etwas von einer bestimmten wesenhaften Art in sich trägt, noch weiter. Auf diese Weise konnten noch Geister zur Inkarnation kommen, die in Wirklichkeit schon lange tot waren.
Erst wenn diese Wärme erlischt — dies geschieht innerhalb einer genau bestimmten Frist — ist keine Inkarnation mehr möglich. Danach kommt der Sturz in die Abgründe, aus denen es keine Rettung mehr gibt.
Nun werden vielleicht die Leser fragen, warum einem toten Geist nicht sofort die Wärme entzogen wird, damit er nicht mehr inkarnieren kann?
In der wundervollen Schöpfung gibt es keine Willkürakte. Der Auf- und Abbau vollzieht sich entsprechend den exakt wirkenden Gesetzen. Der tote Menschengeist wird zuerst vom Lichtreich, also von seiner geistigen Kraftwelle, abgeschnitten. Doch das geschieht nicht von einer Minute zur anderen. Nach menschlicher Berechnung gehen Jahrtausende darüber hin, bis alle, auch die feinsten Fäden abfallen; man kann auch Wurzeln sagen, die einen Geist mit seiner lichten Heimat verbinden. Erst nachdem dies geschehen ist, können nach und nach auch alle die Fäden vertrocknen, welche ihn mit einer ganz bestimmten wesenhaften Kraftsphäre verbinden, die unterhalb seiner Heimat, dem Paradies liegt. Auch darüber gehen wieder Tausende von Jahren hin. Nach den menschlichen, eng an Raum und Zeit gebundenen Begriffen ist das eine lange Zeit.
Solang ein Menschengeist nicht das Stadium erreicht, in welchem er den Lichtanschluß verliert, ist immer noch eine schwache Möglichkeit der Rettung da. Er gehört noch zu den »schlafenden Geistern«, die erweckt werden können. Doch sie haben nur noch wenig Zeit. Im Laufe der Tausende von Jahren sind viele Rufe des Lichtes bis zu ihnen gedrungen, um sie aufzurütteln. Doch alles war umsonst. Mit den Posaunen des Gerichtes kommt nun der letzte Ruf, der ihre Geister erweckend trifft. Wenn sie auch diesen Ruf überhören, gibt es für die »schlafenden Geister« keine Auferstehung mehr!
Roselis von Sass
Das Buch des Gerichts