
Worte besitzen immense Macht und die Fähigkeit, weitreichende Auswirkungen zu haben. Sie können dazu beitragen, Frieden und Harmonie in einem großen Umfeld zu schaffen, oder sie können so verheerende Schäden anrichten, dass sie nie wieder gutzumachen sind.
Leider verstehen nur sehr wenige die Tragweite menschlicher Worte und bemühen sich aufrichtig um deren bewussten Gebrauch. Und selbst diese wenigen vernachlässigen oft ein gegebenes Versprechen oder Wort.
In wichtigen Angelegenheiten halten sie ihre Versprechen, doch in sogenannten „Routineangelegenheiten“ tun sie dies in der Regel nicht. Gerade in den trivialsten Dingen sündigen sie daher am nachlässigsten und leichtfertigsten gegen die Wahrheit, denn ein gebrochenes Versprechen ist gleichbedeutend mit einer Lüge.
Die Gesetze der Schöpfung unterscheiden jedoch nicht zwischen wichtigen und alltäglichen Angelegenheiten, wenn es darum geht, sein Wort zu halten. „Ein Versprechen ist eine Schuld“, heißt es; wenn wir etwas versprechen, müssen wir es halten. Andernfalls müssen wir uns rechtzeitig rechtfertigen, um demjenigen, dem wir das Versprechen gegeben haben, keinen Schaden zuzufügen. Dieser Schaden ist nicht unbedingt sichtbar oder greifbar; er kann beispielsweise die Traurigkeit und Enttäuschung von jemandem sein, der auf etwas wartet, das nun nicht mehr erfüllt werden kann. Auch hier gilt das Prinzip der Wechselwirkung, egal wie einfach oder unbedeutend die Situation war, in der das Versprechen gebrochen wurde. Deshalb ist es tausendmal besser, gar nichts zu versprechen, wenn wir uns nicht absolut sicher sind, dass wir es halten können.
Eine alte indigene Weisheit besagt, dass, wenn wir unsere Versprechen nicht halten, der Faden unserer Taten sich neben uns löst und sich schließlich in unseren Füßen verfängt, sodass wir nicht mehr frei gehen können. Die Kernaussage dieses eindrucksvollen Bildes ist, dass niemand frei von den Fäden der Wechselwirkung ist, wenn er ein Versprechen bricht, sei es in einer ernsten Angelegenheit oder nicht.
Darüber hinaus offenbart der Mensch gerade in scheinbar trivialen Dingen sein wahres Wesen, denn die größten Dinge zeigen sich im Kleinsten. Dort enthüllen sie, für diejenigen, die sehen wollen, die Stärke seines Charakters oder seine Schwächen.
Jedes gebrochene Versprechen ist eine Lüge, die je nach Schwere des Vergehens negative karmische Folgen nach sich zieht. Der Täter wird diese Folgen früher oder später zu spüren bekommen, sobald das unfehlbare Gesetz der Wechselwirkung in Kraft tritt.
Roberto C. P. Junior (instagram.com/calvache/)

„Die Worte der Menschen sind zu Boten der Lüge geworden! Sie verbreiten menschlichen Verfall und Chaos … Sie wirken feindselig und zerstörerisch auf die menschliche Existenz ein … Jedes gebrochene Versprechen und jedes unerfüllte Wort werden von den Dämonen des Zerfalls begleitet … Lügen sind ein Strom des Giftes, der nun alles überflutet. Jeder Gedanke ist von den Keimen dieses Giftes durchdrungen … Nichts ist verschont geblieben.“

Milton hatte bereits viele Inkarnationen durchlebt. Da er sich nie veränderte, war der Zustand seiner Seele nach jedem irdischen Tod schlimmer als zuvor. Krankheitserreger aller Art hatten sich an vielen Stellen eingenistet. Um seinen Hals trug er eine rote Kette. Diese Kette bestand jedoch aus Hummeln, die in seine Haut eingebettet waren.
(…) Die Hummeln, die sich im Laufe der Zeit gebildet hatten, hatte er selbst zum Leben erweckt. Absichtlich, wegen der unerfüllten Versprechen, mit denen er so vielen Menschen so viel Leid zugefügt hatte.
Milton hatte nicht vorhergesehen, dass jedes gegebene und nicht gehaltene Versprechen zu einer schweren Schicksalslast für ihn werden würde, denn mit dem Bruch seines Wortes wurden Dämonen der Zerstörung zum Leben erweckt, die verheerend auf sein Dasein einwirkten.
(…) Wenn Miltons Seele rein und schön war, würde dies beweisen, dass er auf Erden ehrlich gelebt und niemandem geschadet hatte; vor allem aber, dass er jede Lüge vermieden hatte. Denn eine Lüge ist gleichbedeutend mit einem Wortbruch.