
Ein Phänomen, das schon seit langer Zeit Aufmerksamkeit erregt und sowohl Befürworter als auch Gegner, Unterstützung und Kritik hervorruft, ist das Auftreten von Heilungen von Krankheiten, sogenannte Wunder, die wahllos während christlicher und nichtchristlicher religiöser Praktiken geschehen.
Streng genommen ist dies kein neues Phänomen. Die katholische Kirche beispielsweise verfügt über unzählige Berichte von Heilungen, die sich im Laufe der Jahrhunderte der medizinischen Wissenschaft entzogen haben. Und die Kriterien, nach denen bestimmt wird, welche dieser Heilungen tatsächlich als Wunder gelten können, sind innerhalb dieser Institution sehr streng. Darüber hinaus berichten auch zahlreiche andere, sowohl bekannte als auch weniger bekannte religiöse Traditionen von Heilungen körperlicher und seelischer Leiden.
Diese ganze Vielfalt zeigt, dass die Vorteile oder Gnaden, die die jeweiligen Anhänger erlangen, nicht auf eine bestimmte Religion beschränkt sind.
Abgesehen von der Möglichkeit des Betrugs, der in allen Bereichen menschlichen Handelns vorkommt, gilt Folgendes: Wahre Hilfe steht jedem Menschen innerhalb der Schöpfung stets zur Verfügung, vorausgesetzt, er öffnet seine Seele dafür. Und der Schlüssel zu dieser Öffnung der Seele ist vor allem Demut.
Wahre Demut entspringt jedoch oft mit großer Kraft einer Seele, die tief leidet, sei es unter eigenem Schmerz oder dem Leid eines geliebten Menschen. Mit dieser angemessenen inneren Haltung, die die Belanglosigkeiten des Alltags beiseite lässt, kann Hilfe den Leidenden direkt erreichen, oder durch eine andere Person, durch welche diese Person ein aufrichtiges Gebet der Fürbittge erhalten hat.
In beiden Fällen ist die Voraussetzung für die Durchführung der Hilfeleistung, dass sich der Grund selbst, also die menschliche Seele, in einem Zustand befindet, der die Verankerung der Hilfe ermöglicht, welche das Leiden zweifellos verringern oder gar beseitigen kann.
Die Hilfe ist also real, wahrhaftig. Ja, sie existiert, sie ist im Willen des Schöpfers vorgesehen und steht der Menschheit jederzeit zur Verfügung. Doch wie bei allem hängt es allein von jedem Einzelnen ab, sich der Möglichkeit zu öffnen, sie zu empfangen und vor allem, sie in sich zu bewahren. Im Fall von Jesus war es anders, denn er selbst war die Kraft, die Wunder wirkte.
Eine solche Hilfe oder Gnade, die jemandem zuteilwird, der auf wundersame Weise geheilt wird, ist dennoch nur von kurzer Dauer, wenn nicht zuvor eine tiefgreifende und substanzielle Wandlung in der menschlichen Seele stattgefunden hat; das heißt, wenn die Seele keine strenge und dauerhafte Reinigung durchlaufen hat. In solchen Fällen wird das vermeintliche Wunder nicht von Dauer sein.
Und es lag nicht an mangelndem Glauben desjenigen, der den Segen empfing und die „Aufhebung des Segens“ durch eine „bösartige Macht“ oder Ähnliches zuließ. Vielmehr war es die menschliche Seele selbst, die nicht aufrichtig oder beharrlich genug war, ihren inneren Zustand zu verändern. Auch hier liegt die letztendliche Verantwortung für Erfolg oder Misserfolg des Einzelnen allein in seinen eigenen Händen.
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Und die Wunder? Ja, in Lourdes geschahen Wunder. Aber nur sehr wenige und nur in Ausnahmefällen. Die Menschen, die scheinbar wundersame Heilungen erlebten, halfen sich in Wahrheit selbst.
Es ist bekannt, dass Glaube Berge versetzt… Dieser biblische Ausdruck birgt viel Wahrheit, denn fester und reiner Glaube wird zur Überzeugung…
zur Überzeugung, dass es eine leuchtende, helfende Kraft gibt, die den Menschen beistehen kann. Durch eine solche Haltung, die auch Vertrauen und Demut umfasst, kommt der Gesegnete mit Wellen höherer Kräfte in Kontakt, die durch Rückwirkung den irdischen Körper erreichen und ihn zu größerer Aktivität anregen. So werden beispielsweise Drüsen, die nicht richtig funktionieren oder nicht richtig arbeiten, so reaktiviert, dass sie ihre normale Funktion in kürzerer Zeit wieder aufnehmen und so weiter…
Die oben erwähnten Heilungen sind im Allgemeinen auch deshalb von Dauer, weil sie durch eine echte Überzeugung von den Kräften des Lichts bewirkt wurden.
Damals gab es viele in Lourdes.“ Die Kranken fanden aufgrund ihrer religiösen Ekstase und des damit verbundenen Optimismus Linderung ihres Leidens. Solche Verbesserungen waren im Allgemeinen nur von kurzer Dauer, da niemand in ständiger Ekstase leben kann.

„Ein Wunder beweist nicht das Unmögliche; es bestätigt lediglich, was möglich ist.“
Jüdisches Sprichwort.

„Sie definieren ein Wunder als die Aufhebung der Naturgesetze. Aber wir kennen diese Gesetze nicht; wie könnten wir also wissen, ob etwas sie aufhebt?“
Anatole France (1844–1924), französischer Schriftsteller.

„Nichts ist zu wunderbar, um wahr zu sein, solange es den Naturgesetzen gehorcht.“
Michael Faraday (1791–1867) Britischer Physiker.