W I E O S T E R N
I M P A R A D I E S
G E F E I E R T W I R D
Der Glauben vieler irdischer Menschen, die sich zum christlichen Glauben bekennen, besagt, daß genau wie die Osterfeiertage hier auf Erden von religiösen Menschen gefeiert werden, diese Feiertage noch viel prächtiger in den Regionen des Paradieses gefeiert werden müssen.
Sie glauben, daß diese Zeit der größte Höhepunkt der Feier des Heiligen Schöpfers und seines Gottessohnes Jesus Christus ist.
Die Erfüllung dieser Feiern sollte dann die Verherrlichung des großen Opfers Gottes des Vaters an seinem Sohn sein, denn nach ihren Vorstellungen wurde die Menschheit durch Gottes Liebe und das Opfer für immer von der Sünde erlöst.
Die Vermutung der Größe dieser in diesem Zusammenhang im Himmel selbst stattfindenden Feiern liegt gerade darin, daß all dies in den Augen der irdischen Christen eine Bestätigung der unfaßbaren Allliebe Gottes, des Vaters, für das Heil der Menschheit ist.
Wer sollte ihrer Meinung nach dieser Erlösung am meisten feiern, als diejenigen, die bereits in den Himmel erhoben wurden und, umgeben von einer Vielzahl von Engeln, zu Gottes Thron aufblicken.
Wie falsch diese Menschen liegen, ohne es zu merken.
Aber auch diejenigen, die glauben, daß die Geister, die beim Betreten des Paradieses das Licht der Weisheit Gottes wirklich erkannten und mehr an der Wahrheit festhalten durften, täuschen sich, daß sie auf die Feier der christlichen Osterfeiertage auf der Erde als Manifestation eines blinden Glaubens verirrter Erdbewohner herabblicken würden.
Alle eifrigen Wahrheitshalter, die glauben, daß die irdische Menschheit von den Spirituellen Bewohnern des Lichts nur als verwerflich angesehen werden darf, wenn sie zu ihrer formellen Anbetung schreiten, irren sich auch.
Ach, wie anders ist doch alles in den Geistigen Welten, so anders, daß es sich die Erdenmenschen kaum vorstellen können.
Vor allem die Geistige Welt ist in vielerlei Hinsicht völlig fern vom Denken der Erdenmenschen, und so finden wir in dieser Zeit des irdischen Osterfestes in den Geistigen Welten alles andere als eine große Ähnlichkeit mit der irdischen Begehung dieser Feiertage.
Das Paradies ist erfüllt von Geistern, die in glückseliger Freude in den Schwingungen des Lichts leben, ohne eine Bindung an die irdische Welt zu benötigen.
Es ist auch notwendig zu erkennen, daß die materielle Gemeinschaft von Ephesus, zu der das gegenwärtige Universum gehört, nur eine von mehreren Weltgemeinschaften ist, die vom Licht für die gnädige Entwicklung menschlicher Geister in der Materie geschaffen wurden.
Es ist auch wahr, daß sogar alles, was als irdisch wichtig erachtet wird, im Bewußtsein aller Geister, die aus Ephesus herausgekommen sind und nun im Paradies wohnen dürfen, allmählich verloren geht, denn ihr Bewußtsein wird sich schließlich von der eng geknüpften Verbindung mit dem Werk der Nachschöpfung lösen.
Nur die Seelen in den feinstofflichen Ebenen, die sich von Zeit zu Zeit der Erde nähern, in ihrer noch verengten Sichtweise, erleben in den feinstofflichen Ebenen von Ephesus eine gewisse Ähnlichkeit mit den irdischen Feiertagen, egal welche Religion sie vertreten.
Es ist immer dasselbe, denn in feinstofflichen seelischen Ebenen ist eine gewisse Reichweite aller Religionen zu finden, mit denen Seelen in ihrer Überzeugung in die andere Welt eintreten und sie dort zu halten versuchen.
Wenn also ein Mittler aus der anderen Welt davon spricht, daß Weihnachten, Ostern oder andere Feiertage anderer Religionen im Himmel gefeiert werden, wie jüdische, muslimische Feiertage, oder es sich vielleicht um das Fest der östlichen Religionen des Buddhismus handelt, Hinduismus und noch viele andere, ist sicher, daß sich dieser Evangelist noch in den Grenzen der feinstofflichen Welten befindet, die ihn an die Weltgemeinschaft von Ephesus binden, zu der auch die irdische Welt mit ihren verschiedenen Philosophien und Religionen gehört.
Das bedeutet, daß sich ein solcher Ankömmling aus der feinstofflichen anderen Welt, jedoch nicht aus dem Paradies direkt den Erdbewohnern nähert.
Erst wenn der Geist noch höher aufsteigt, selbst über die lichtesten Regionen der materiellen Ebenen hinaus, dann entfernt sich sein lebendigstes Geistiges Wesen allmählich von allem, was dem Werke der Nachschöpfung angehört, innerhalb dessen Materiegrenzen sich die Bahnen aller Eingebetteten geistigen Funken entfalten, die hier in Erfahrungen ihre Reife erwerben.
Das Spirituelle Paradies, das eine Realität und nicht nur eine Annahme unreifer Seelen ist, die in den feinstofflichen Ebenen wohnen, die viele Seelen nach ihrer Ankunft in der anderen Welt oft schon für den Himmel halten, eröffnet eine ganz andere Art der Wahrnehmung und bringt dadurch eine Perspektive, die unvorbereiteten Seelen fehlt.
Im Paradies, in seiner wunderbaren Vielfalt, ist auch noch vieles andere reizvoller, so daß sich die Vergangenheit der Geister mit dem, was sie in ihrem früheren Glauben als wichtig erfuhren, in ein Bewußtsein auflöst, das nur noch etwas aus längst verwehten Zeiten ähnelt, welches ein sehr ferner Klang verbleibt.
Natürlich, wenn jemand in der Spirituellen Welt etwas aus seiner Vergangenheit zu erinnern wünscht, wird einem solchen Geist sofort jeder Moment aus den materiellen Erfahrungen früherer Reisen in der lebhaftesten und deutlichsten Form vor seiner Vision erscheinen.
Es steht dann unmittelbar vor ihm, als etwas Unmittelbares, wenn er sich so darnach gesehnt hat.
Aber es gibt wenige Geister, die in die Vergangenheit zurückkehren wollen, weil sie darin hauptsächlich nur Fehler erkennen, die aus ihrem unreifen Verhalten resultierten.
Dabei ist alles, was die Erdenmenschen zu einer innigen Verbindung mit dem Leben hier in ihren Freuden und scheinbaren Genüssen zwingt, bereits vollständig von den Geistern im Paradiese abgefallen, und sie bedürfen einer solchen Verbindung nicht.
Auf ihren bisherigen Reisen sehen sie nur die notwendigen Erfahrungen, die ihren Spirituellen Funken zu einem immer klareren lebendigen Ausdruck von Sensibilität hätten führen sollen.
In dieser Erkenntnis danken sie dem Schöpfer und seinen weisen Gesetzen, die diese früheren Pfade geformt haben, damit der Geist reifen und in den Zustand seiner wahren Fülle eintreten kann, die er nur im Spirituellen Paradies findet.
Diese Fülle besteht in einer permanenten inneren Erfahrung, also emotionalen Wahrnehmung, die in der irdischen Welt sehr rückständig ist.
Im Paradies ist diese Sensibilität die eigentliche Essenz des Spirituellen Lebens eines jeden seiner Bewohner, und so ist es nicht mehr nötig, in die Zeit des früheren Ringens um etwas zurückzukehren, das in den Erfahrungen des Geistes allmählich zu seinem vollständigen Besitz wurde.
Nur dadurch, daß überhaupt alle Wünsche und Anschauungen zu einem emotionalen empfindungsreichen Schwingen entfacht werden, was identisch ist mit der Möglichkeit, in die Spirituellen Ebenen des Paradieses einzutreten, werden dann Ausblicke für einen solchen Geist eröffnet, von welchen die Seele sich auf dem Weg ihrer Entwicklung nicht einmal die geringste Vorstellung machen konnte.
Als Bewohner der Spirituellen Ebenen des Paradieses leben sie stets im gegenwärtigen Moment und finden in ihm die meisten Gelegenheiten zur Erfüllung ihres Wesens in Aufgaben, die einen hohen Ernst haben und gleichzeitig das höchste Glücksgefühl vermitteln.
Sie brauchen dann nicht zurückzugehen, denn die Gegenwart bietet ihnen immer eine um ein Vielfaches erfüllendere Erfahrung der Freude und des glückseligen Bewußtseins.
Wenn also einige der Geister sich dennoch an die Zeit ihrer Entwicklung erinnern, dann vor allem in dem Vorhaben, daß sie sich mehr auf irgendeine Seele einstimmen können, die noch in der Nachschöpfung ist und manches Geschehen noch ganz anders sieht als sie, die bereits in der Geistigen Welt zu Hause sind.
Natürlich befinden sich solche Geister im Paradies in einem Dienst am Werk, und sie sind durch andere Helfer, die unter ihnen arbeiten, mit jenen Menschen auf der Erde verbunden, die versuchen, ihr Inneres höheren, edleren Motiven zu öffnen.
Deshalb erfreuen sie sich an jeder Bewegung des emotionalen Inneren des Erdenmenschen, die ihn zu einem höheren Verständnis der Prinzipien führt, auf denen das gesamte Schöpfungswerk beruht.
Zu diesen Grundsätzen gehört das Streben nach einem reinen und gerechten Leben des Menschen unter allen Umständen der irdischen Verhältnisse, wenn das Innere des Menschen die Bedeutung des Gesetzes des Gebens und Nehmens im Geiste der von Christus gesprochenen Worte immer mehr versteht und erfährt.
Das ist das Kostbarste, was im Menschen willkommen ist, und wenn damit die Herzensgedanken des Erdenmenschen zu dem Sohne Gottes und seinem Wort schwingen, dann wird die Freude dieser Helfer im Paradies erzittern, denn sie dürfen erkennen, daß ein solcher Mensch den richtigen Weg hinauf zur Spirituellen Heimat geht.
Dazu kommt, daß diese Helfer, die sich durch die Grobstofflichkeit von Ephesus zeitweise in ihrem Dienst zu den Niederungen herab neigen und eigentlich nur Gutes für ihre Mitmenschen wollen, keine Kulthandlungen in Form von Liturgien oder Gottesdiensten unterstützen sollen, aber gleichzeitig auch keinen Grund haben, sie daran zu hindern, denn sie wissen, daß die irdischen Geisteszustände der Menschen nur durch das allmähliche Erwachen der Empfindung verändert werden können.
Wenn das Erleben einer irdischen Anbetung auch nur einen Hauch von Lebendigkeit hat, dann ist die Wirkungsmöglichkeit dieser erdzugeneigten Helfer umso größer, weil sie dann Schwingungen des Guten und des Lichtes solchen offenen Menschenherzen näherbringen können.
Aber es gibt nur eine begrenzte Anzahl solcher Geister im Paradies, die mit dieser direkten Arbeit an irdischen Seelen beschäftigt sind, und sie haben immer einen Grund oder eine Mission für diese Art von Dienst, um mit den irdischen Menschen von Ephesus zu arbeiten.
Das Paradies selbst aber ist erfüllt von Geistern, deren vergangene Entwicklung mit anderen Teilen, Weltgemeinschaften oder sonstigen Gemeinschaften der Materie verbunden ist, und für die die irdischen Osterfeiertage etwas weiter entfernt liegen.
Nur eines verbindet alle seligen Geister im Paradies, und das ist das Bewußtsein der Gegenwart des Strahls des Sohnes Gottes Jesus, der damals in die Tiefen der Schöpfung herabgestiegen ist, zu dieser Reise von Gott dem Vater gesandt.
Sein Strahl raste durch die Sphären aller Teile der Schöpfung, um die Materie von Ephesus zu durchdringen und um den Fortbestand dieses Teils der Welt zu retten.
Mit ihm sank auch eine kleine Schar von denen hinab, die ihn auf seiner irdischen Reise in die grobstoffliche Materie begleiten sollten, als diejenigen, die sein Wort der Wahrheit mit irdischen Sinnen besser verstehen konnten.
Diese Reise der Verankerung des Strahls Jesu im grobstofflichen Körper auf der Erde war jedoch nur sehr kurz und kurz war der Kampf des Gottessohnes um das Erwachen der Menschenseelen.
So kehrte Jesus kurz nach diesem Eintauchen in die irdische Dunkelheit nach oben in das Geistige Paradies zurück, weil die Menschheit ihn weder erkannte noch akzeptierte und er somit von der Dunkelheit verfolgt wurde, von Luzifer aufgehetzt gegen Jesus, und wo selbst seine irdischen und berufenen Nächsten nichts Wesentliches taten, um ihn im materiellen Körper zu schützen.
Durch den irdischen Tod von dem grobstofflichen Schleier befreit, stieg der Liebesstrahl Gottes in Jesus hinauf zu dem Geistigen Paradies, um hier für kurze Zeit zu verweilen, bevor die Öffnung des Himmels unter dem Einfluß des Heiligen Geistes es Seinem Strahl erlaubte, zu Gott dem Vater zurückzukehren.
Diese Zeit war für die Bewohner des Paradieses die Zeit des höchsten glückseligen Seins, denn hier konnte die Liebe Gottes voll ausgereiften Menschengeistern mit seinen vollen Händen Gaben der Barmherzigkeit Gottes schenken.
Und alle, die damals hier wohnten, empfingen mit inbrünstiger Freude diese Zeit der Gottesnähe, als Einfluß des seligsten Brennens des Seins.
Damals erstrahlte das Licht im Geistigen Paradies in einem eigentümlichen Glücksglanz, in dem viele fast das Bewußtsein verloren.
Jesus hielt sich für kurze Zeit in den Gärten von Montsalvat auf und wo immer sein Strahl hintrat, brachte er ganz selbstverständlich die Verstärkung jeglicher Schönheit und wundersamer Pracht dieser Orte.
Der Garten der Liebe, regiert von der edlen Wächterin Rosanea – dem Rosenmädchen – war mit den schönsten roten Rosen erfüllt, und der ganze Tempel dieses Gartens war verzaubert von dem besonderen Duft dieser Blumen.
Dieser Duft hat hier seit langem residiert und kehrt immer wieder zurück, wenn sich die oberste Dienerin mit Gottes Liebe im Gebet vereint.
Die Gärten sind zu dieser Zeit erfüllt mit einem Übermaß an Glück, und diese Schwingung durchdringt die Vielzahl der Dienerinnen und setzt sich fort zu den anderen Orten des Paradieses, zu allen, die zu dieser Zeit für diese Art von Gottes liebevoller Erfüllung offen sind.
Dies geschieht zu einer Zeit, in der diese besondere Gnade Gottes das gesamte Schöpfungswerk durchströmt, die durch Maria in die Hallen der Gralsburg in der Urschöpfung fließt und dann zur Roseninsel fließt, die sich ebenfalls in den Höhen der Urschöpfung befindet.
Als Echo wird in dieser Zeit die Erinnerung an die Liebe Gottes des Vaters, die sich in der Göttlichen Wesenlosigkeit absonderte und dem Strahl des Gottessohnes Jesus Form gab, auf alle Ebenen getragen.
Diese Zeit wird als wunderbare Vereinigung von Gottes Werk durch die Erinnerung an Seine Liebe erlebt.
Dieses Ereignis entspricht auch der Zeit im irdischen Jahr, die ungefähr mit der Zeit der Weihnachtsfeiertage zusammenhängt.
Zur Zeit des irdischen Osterfestes ist es jedoch anders, denn diese Zeit ist verbunden mit der Freude der Wiederkunft des Gottessohnes aus den Materien, die er durch seinen Einzug errettete und dadurch die Fortsetzung ihres Kreislaufes ermöglichte, indem Er in Ephesus das Licht seines Vaters als Bindeglied verankerte, das keinen Teil der Materien im Werk der Nachschöpfung zusammenbrechen läßt.
Die Menschheit wurde damals nicht erlöst, denn so etwas ist aufgrund des freien Willens, den jeder menschliche Geist auf seiner Seinsreise hat, ausgeschlossen.
Es wurde jedoch eine Rettung verankert, um eine weitere Entwicklung im Werk der Nachschöpfung zu ermöglichen, in dem der kleine Planet Erde den Ankerplatz für die Grenze des Lichts bildete, das durch die Anwesenheit des Sohnes Gottes im Fleisch hinein gebracht wurde.
Diese Handlung ist bedeutsam, bedeutsamer, als sich die Menschheit überhaupt vorstellen kann.
Es ist eine Bestätigung der Allweisheit Gottes, die die Welten so regiert, daß die Wege, die sich unter ihrem Einfluß entfalten, letztlich nur zum Sieg des Lichts im gesamten Schöpfungswerk führen.
Beim Eintreten des Strahls des Gottessohnes Jesus in die Schöpfung, als er auf seinem Weg zu den Materien durch das Geistige Paradies der Seligen Geister ging, wußten alle im Voraus, daß Jesus sicherlich den Sieg über die Dunkelheit bringen würde.
Er brachte den Sieg für die Befreiung der Materien.
Jedoch nicht, indem er gekreuzigt wurde, um die Menschheit zu erlösen, wie viele Gläubige meinen, sondern indem er seine Aufgabe antrat, als über ihm eine Taube erschien, nachdem er von Johannes dem Täufer in die Wasser des Jordan getaucht worden war.
Dieses Ereignis war der Sieg von Gottes Licht, und bei aller Aktivität der Wesenhaften Diener war es eine wichtige Ankündigung, daß Gott, der Vater, seinen Sohn gesendet hatte, um ein Wahrzeichen zu schaffen, in dessen Erfüllung die Verheißung der Errettung der Materiellen Welten von ihren Anfängen in den feinen Sphären der Feinstofflichkeit bis hinunter in den Weltteil von Ephesus lag.
Die Bewohner des Paradieses waren Teilnehmer an diesem großen Ereignis und daher ist ihre Sicht auf die Reise des Gottessohnes Jesus mit diesem schwerwiegenden Meilenstein verbunden.
Die Ereignisse im Zusammenhang mit der irdischen Reise Jesu wurden als ein großer Kampf um die menschlichen Seelen selbst wahrgenommen, für die sich aufgrund der Gegenwart des Strahls des Gottessohnes Jesus die Gelegenheit zu einer großen Wiedergeburt und einem Aufstieg zum Licht ergab.
Dies gilt sowohl für den Einzelnen als auch für die Menschheit als Ganzes.
Gottes Weisheit bringt immer viele zusammenhängende Ereignisse in eine Geschichte.
So brachte die Sendung des Gottessohnes Jesus viel mehr als nur das Bemühen, die Erdenmenschheit zu erwecken.
Obwohl es so erlebt wurde, wurde Jesus von seinem Vater nicht nur um der kleinen Erdenmenschen willen gesandt, sondern für den ganzen großen Kreislauf der Schöpfung, in dem das Wirken des gescheiterten Luzifers schwere Schäden im sich drehenden Rad der Materie anrichtete.
Ihr gesamter Zusammenbruch und ihre Zerstörung schwebte als große Gefahr über ihr.
Gegen diesen Zustand war es notwendig, eine Rettungsaktion von dem Licht durchzuführen, da dies nur durch das Eingreifen eines Strahls aus dem Göttlichen möglich war.
In dieser Rettung, als Jesus mit seiner grobstofflichen Ankunft die Grenze definierte, wo genau die direkte Einwirkung von Gottes Licht ansetzt, war es selbstverständlich, daß Jesus gleichzeitig das befreiende Wort der Wahrheit für die Erdenmenschheit brachte, denn dies war Teil seiner Sendung in die Materien.
In seinem von der Gottesliebe getrennten Wesen war dieser Vorgang nur ein natürlicher Teil dieser großen Heilstat.
Die Menschen, die in seiner Nähe waren, konnten das Wertvollste für sich gewinnen.
Doch die von Luzifer verbreitete Finsternis riß in die Menschheit hinein, und zusammen mit der geistigen Lauheit, die dem Menschengeist in den Materien ebenso schadet, wurde schließlich der Weg von der Menschheit für den Sohn Gottes bereitet, der mit Qual und Schmerz erfüllt war, und dieser führte nach und nach zu seinem bedrohlichen Ende am Kreuz.
Die Osterzeit ist nie eine automatische Erlösung oder Befreiung für die Menschheit oder irgend jemanden geworden, der nur äußerlich zum Gläubigen wird.
Im Gegenteil, als der Strahl Jesu in das Paradies der Menschengeister aufstieg, gingen ihm Engel voraus, die schmerzerfüllt die Nachricht vom Versagen der Menschengeister in den Materien trugen, weil sie, mit wenigen Ausnahmen, das Licht und die Wahrheit im Sohne Gottes auf Erden nicht erkannten.
So wurden die Bewohner der Geistigen Welten zunächst von Trauer ergriffen, und rechtschaffener Zorn durchdrang viele der Ritter von Montsalvat, aber all dies wurde später durch die Nähe Jesu völlig überwunden, der, wie schon erwähnt, für kurze Zeit den Seligen Glanz der Gegenwart der Liebenden Güte Gottes allen Geistern hier in das Paradies brachte.
All der Schmerz über die Menschengeister in den Materien war auch überwunden von dem hohen Wissen, daß die Menschwerdung Jesu schon die große Botschaft der Errettung der Materien des Werkes der Nachschöpfung von sich ausgebracht hatte.
Die Reise Jesu war ein Sieg und brachte eine neue Perspektive auf die Art und Weise, wie Gott die Welten verwaltet.
Es war der Sieg des Lichtes Gottes, dem die Ankunft des Menschensohnes durch seine anschließende Inkarnation in der irdischen Welt hier folgte.
Der Menschensohn brachte die Ausrüstung des Gerichts und verankerte damit die Säuberung und die Beendigung für einen bestimmten Teil des Kreislaufs in den Werken der Nachschöpfung.
Diese Ausrüstung des Gerichts ist noch im Gange und wird einige Zeit dauern, bis sie erfüllt ist, um die Gültigkeit des Heiligen Wortes für alle Seelen in den Materien zu bestätigen.
Und Gott der Vater selbst wird die Erfüllung aller Ereignisse zu einer bestimmten Zeit herbeiführen, wenn kein anderer Ton erschallen wird als die Worte „Es ist vollbracht“!
Dann wird der Menschheit das eigentliche Osterfest anbrechen, denn die übrig gebliebenen können sich auf die neue Erdenzeit in dem verheißenen Reich Gottes auf Erden freuen.
Gesegnet sind diejenigen, die sich darnach auf der Erde inkarnieren können, damit sie alles, was sie noch an die Materie bindet, schnell ablegen und so ihren Aufstieg vollenden können.
Dann werden sie über den Kreislauf der wirbelnden Stofflichkeiten des Werkes der Nachschöpfung aufsteigen können und das Tor zu den Spirituellen Ebenen des Lichts wird geöffnet, das mit all dem Glanz der dort Wohnenden ihre Glückselige Heimat wird.
Für Erdenmenschen ergibt das Feiern der Osterfeiertage nur dann einen Sinn, wenn sich ihr Inneres öffnet und etwas wirklich Kommendes aus den Höhen der Geistigen Ebenen hinein strömen läßt.
Nur darin ist das Versprechen enthalten, diese Zeit wirklich so zu erleben, wie es die Geister erwarten, die den Erdenmenschen aus den Ebenen des Paradieses helfen.
Dies erfordert jedoch ein reales Erleben der Größe Gottes mit der Empfindung, in einer tiefen und zugleich freudigen Erkenntnis, daß das Schöpfungswerk in der Führung durch die Hände Gottes für die Wege aller Geschöpfe liegt, und wenn ein Mensch diese Wege beschreitet und seine emotionale Ausrichtung rein, herzlich und gerecht auf seine Mitmenschen richtet, dann sind ihm immer alle Hilfen in seiner Nähe.
In dieser Abstimmung liegt für den irdischen Menschen die Erfüllung der Verheißung der Auferstehung seines Geistes.
Denn sein Inneres kann sich mit den Lichten Höhen verbinden und daraus Ermutigung für sich schöpfen, wie die freudige Erhabenheit des Seins in diesen Höhen erfahren wird.
Hält man diesen Zustand emotionaler Abstimmung aufrecht, so daß man in allen Momenten seines Lebens freudig in der reinen Würde seines Handelns steht, dann öffnet sich uns automatisch die Verheißung des Aufstiegs zu den Toren des Paradieses, wenn unsere Zeit hier auf Erden eines Tages vorbei ist.
Ein Beispiel dafür kann die Erfahrung desjenigen Geistes sein, der in einem irdischen Körper neben Jesus gekreuzigt wurde.
Sein Wissen um Jesus in seinem Göttlichen Ursprung und gleichzeitig seine innige Bitte um die Fürbitte Jesu bei seinem Vater ermöglichte in einem mächtigen Auflodern inniger Hingabe an Gottes Gnade, so daß die Worte Jesu erhört werden durften: „Ich sage Dir, heute noch wirst Du mit mir im Paradiese sein!“
Diese Worte Jesu erfüllten sich als Antwort auf die feurige Verwandlung des Gekreuzigten.
Im beschleunigten Prozeß, in der Akzeptanz aller Nöte, die auf Seele und Leib des Gekreuzigten schmerzlich lasteten, durfte alles, was noch zu tilgen war, aufgehoben werden.
Und ebenso kann jeder Mensch diese Vereinigung mit dem Sohne Gottes erfahren, so daß er in der völligen Annahme aller seiner Sünden in einem einzigen Augenblick große Fortschritte zu den Höhen des Lichts macht.
Das wird dann das Richtige sein, was die Geister, die sich aus der Seligkeit des Paradieses zur Hilfe niederbeugen, rufen und die Erdenmenschheit zu einem wahren Erwachen anspornen, das vor allem im inneren Erglühen der Auferstehung des Geistes besteht, welche sich dann automatisch in allen irdischen Handlungen dieser Person manifestiert.
Dies ist eine echte Botschaft aus dem Paradies, die dazu ermutigt, die emotionale Empfänglichkeit jedes Menschen zu öffnen.
Wer auf diese Weise die Osterzeit erlebt, nähert sich dem, was dauerhelle Geister in den Glückseligen Ebenen des Paradieses erleben.
Mensch, tue so, laß das reine ernsthafte Streben nach dem Licht in Dir erwachen.
Wenn Du dies tust, wird ein Teil der Ausstrahlung, die den Geist Christi durch alle Ebenen der Schöpfung trägt, an Dich herantreten können.