
Im Johannesevangelium finden wir diese Mahnung Jesu: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Niemand kann das Reich Gottes sehen, wenn er nicht von neuem geboren wird.“ (Johannes 3,3)
Wenn ein Mensch von neuem geboren wird, dann deshalb, weil er innerlich bereits gestorben ist, oder vielmehr, weil er alles Alte, alle alten Irrtümer, die an seiner Seele hafteten, abgelegt hat.
Nachdem sie ihre Sünden begraben hatte, richtete sie ihr inneres Leben auf das Gute, auf edle und schöne Ziele aus und wurde dadurch tatsächlich geistig wiedergeboren. Sie verwandelte sich in einen völlig erneuerten Menschen, dessen Leben dem Schöpfer wohlgefällig ist.
In Abdruschins Werk „Im Lichte der Wahrheit“ findet sich in der Vorlesung „Natur“ folgende Passage zu diesem Thema:
„Es ist notwendig, dass die Menschen aus jenem geistlichen Komfort aufgerüttelt werden, den sie sich selbst gewählt haben und der sie nur in den Schlaf wiegt, anstatt sie zu stärken und zu beleben, wie Jesus bereits damals sagte, als er warnte, dass niemand in das Reich Gottes eingehen wird, der nicht von neuem geboren wird, und als er wiederholt darauf hinwies, dass alles erneuert werden muss, um vor Gott bestehen zu können.
Und die Menschen selbst sprechen diese bedeutsamen Worte mit einer Betonung, die aus tiefster Überzeugung von der in ihnen enthaltenen Wahrheit entspringt. Doch sobald sie aufgefordert werden, im Geiste erneuert zu werden, brechen sie in Klagen über Klagen aus, denn sie haben nie bedacht, dass dies auch sie betrifft.“
Für diejenigen, die bereits von der Notwendigkeit einer tiefgreifenden inneren Wandlung überzeugt sind, um sich dem Willen ihres Schöpfers vollkommen anzupassen und so im Geiste erneuert zu werden, stellt sich die Frage, wie sie erkennen können, ob sie wirklich den richtigen Weg gehen oder was sie objektiv tun müssen, um ihn endgültig richtig zu beschreiten.
Wir erkennen an unseren Gedanken, ob wir uns innerlich ausreichend verändert haben, ob wir Altes hinter uns gelassen haben, um unseren Geist zu erneuern. Gedanken sind der beste Indikator dafür, wie weit wir die Veränderung bereits in uns umgesetzt haben und wie sehr wir unsere innere Erneuerung tatsächlich erreicht haben. Dieses erneuerte Leben manifestiert sich daher zunächst in einer veränderten Denkweise, die sich natürlich auch in unseren Worten und Taten widerspiegelt.
Der Tag Ohne Morgen