KREISE DER RUHE
VERMITTLER DES LICHTS
Die Zeit rückt näher, in der der einzige Wert, der Millionen von Menschen auf der Erde Trost und Hoffnung spenden wird, Gottes Heiliges Licht, das aus den Höhen strahlt, sein wird.
Für die Suchenden, die noch bereit sind, sich von ihren bisherigen Lebensrichtungen zu lösen, soll das Erleben der Nähe des Lichtes zu dem werden, was seit Jahrtausenden als Trost und Erweckung des Geistes durch die Gnade Gottes beschrieben wird.
Indem sie revolutionäre Veränderungen erleben, werden die Seelen vieler in jeder Hinsicht zu gelockertem Boden, bereit, die Strahlende Saat des Lichts zu empfangen.
Licht und Wahrheit werden so allmählich in die Seelen der Menschen eindringen können.
Dies soll aber auch durch die Hilfe der Wissenden geschehen, die schon heute nach einem Gleichklang mit dem Schöpfungswerk in seinem Schwingen in dem Willen Gottes streben.
Es sollen also die Wissenden sein, die in ihrer eigenen Veredelung der menschlichen Erscheinung zu einem grundlegenden Bestandteil der großen helfenden Geschehen des Lichtes auf Erden, ja die zu Vermittlern der Hoffnung werden, welche in der Ausstrahlung des Lichtes gefunden wird, das um sie und in ihnen verweilt.
Wissende sollten für die Ausstrahlung der Lichtstrahlen so transparent sein, daß sie in der Natürlichkeit ihres Wesens als Träger des Lichtes für andere Menschen belebend, heilsam und erfrischend wirken.
Damit dies geschieht, ist es notwendig, daß sich jeder, der Träger der Helfenden Lichtstrahlen sein möchte, dem Strahl Parzivals nähert.
Um all dies zu erreichen, müssen sie ein Wissen über die menschlichen Seelen in ihren verschiedenen Reifestadien aufnehmen, und dies jedoch zusammen mit vollständiger Friedlichkeit und einem bewußten Blick nach oben.
Wer ein Helfer des Lichtes werden will, wer den Suchenden stärkende und befreiende Ausstrahlungen vermitteln will, der muß jetzt die innere Fähigkeit gewinnen, die weiteste Spanne menschlicher Reife zu überblicken.
Durch dieses Verständnis für die jeweilige Reife der Menschen kann der Geist des Vermittlers dann helfen, die Ausstrahlung des Lichtes in den Suchenden zu verankern, ohne mit den äußeren Zeichen und Erscheinungen zu kollidieren, die in der unterschiedlichen Reife der Menge viele Formen haben.
Sich nicht von den äußeren Erscheinungsformen einer anderen Person verwirren zu lassen, ist jetzt eine große Aufgabe für jeden, der eines Tages dem Licht hier auf der Erde helfen möchte.
Die Kenntnis der inneren geistigen Person des Mitmenschen ist wichtig, damit der Helfer erkennt, welcher Art dieses geistige Innere ist und wie sehr es sich nach dem Lichte sehnt.
Nur das ist entscheidend, um anderen richtig zu helfen.
Wer sich durch Äußerlichkeiten oder verstandliches Vorurteil verwirrt, wird letztlich scheitern, und die Zeit, die er den Menschen geschenkt hat, wird sich angesichts der Bedeutung der Gegenwart als verschwendet und verloren erweisen.
Daher sollte dort, wo der innere Mensch offen ist, das Gegebene anzunehmen, dieses richtig erkannt werden.
Hilfe sollte und kann nur denen gegeben werden, die wirklich suchen.
Das Geben des Gesegneten Lichtes kann nur dann als weise angesehen werden, wenn es dort gegeben wird, wo der Boden bereitet ist, geistiges Wissen der Wahrheit zu empfangen.
Es sollte darauf geachtet werden, daß sich die Ausstrahlung des Lichtes mit dem inneren Menschen verbindet, der für seinen Eintritt bereit ist.
Um solch ein weises Erkennen des Bodens in Suchenden zu erreichen, muß ein Mittler des Lichtes seine Wahrnehmung intensiv schulen; er muß seine intuitive Wahrnehmung für die beweglichste Menschenkenntnis beleben.
Hier reicht Liebe, die aus der Sehnsucht zu helfen geboren wird, nicht aus.
Die intuitive Wahrnehmung von jemandem, der die Unterstützung des Lichtes vermittelt, muß die Fähigkeit verfeinern, in anderen eine Inbrunst bei der Suche nach der Wahrheit richtig zu erschauen.
Diese Verfeinerung ist nicht nur ein Ergebnis einer idealen Selbstöffnung in einer allumfassenden Liebe zu den Menschen.
Es ist auch notwendig, Reife und Weisheit in der Wahrnehmung der Außenwelt bereit zu haben.
Reife und Weisheit werden nur durch die Arbeit an sich selbst in lebendiger Vorwärtsbewegung in allen Wahrnehmungen der Zusammenhänge in Verbindung mit dem Hohen Geistigen Ziel des Menschengeistes erreicht.
Den Weg des menschlichen Geistesfunkens von seinem Anfang bis hin zur reifen Vollkommenheit zu kennen, die ihn allein in die lichtvolle Geistige Heimat eintreten läßt, ist dazu eine wichtige Ausrüstung.
Die Wahrnehmung anderer Menschen ist immer ein sehr lebendiger Vorgang, welcher sich oft am Tag und von Fall zu Fall ändert.
Auf einzelne Fragen oder scheinbares Verstandeswissen eines Fragestellers kann nicht aufgebaut werden.
Es ist notwendig, zum Inneren des Fragestellers vorzudringen und auf die richtige Art und Weise nach seiner Wärme und Echtheit zu suchen.
Dazu muß der Geist des Helfers lebendig und in höchstem Maße empfänglich für die unterschiedlichen Reifegrade anderer sein.
Da ist es nicht möglich, sich auf wenige Erfahrungen zu stützen, sondern es ist notwendig, die Wahrnehmung der anderen um sich herum unaufhörlich immer weiterzuentwickeln.
Es ist auch nicht etwas Starres und kann nicht als mechanische verstandliche Annäherung an Menschen heran gebildet werden.
Nur eine lebendige Fähigkeit zum Mitgefühl, gepaart mit Weisheit, bereitet den Weg zu wirklicher Hilfe.
Nur wer innerlich dazu bereit ist, sich in den seelischen Schmerz und das Leid anderer hineinzuversetzen, kann auch solche Menschen in ihrer schmerzerfahrenen Denkweise und damit ihrer Offenheit für die Gnade des Lichtes lebendig erfassen.
Nur mit dieser Fähigkeit kann ein wissender Mensch so helfen, daß Lichtperlen in das Innere eines Menschen dringen, der Zuflucht vor etwas im Leben sucht, um dort helfend wirkend den im Inneren vorbereiteten Boden zu berühren.
Dann wird sich das bereitgestellte Licht mit dem Geiste verbinden können, ohne daß der Weg durch den Verstand mit seinen in starrer intellektueller Erarbeitung von Denkmustern und vorurteilig gebildeten Meinungen blockiert wird, die sehr oft als zersetzende Bremse auf die wiederbelebende Hilfe des Lichtes wirken, selbst bei denen, die ansonsten schmerzhafte Lebenserfahrungen machten.
Viele, die sich nach dem Lichte in ihrem Innern sehnen, sind noch nicht bereit, das Licht und die Wahrheit in ihrem Denken aufzunehmen, weil dieses Denken schon zu lange zu stark von ihrer intellektuell materiellen Ausrichtung geprägt ist.
Das gerade erwachende Innere solcher Menschen ist noch nicht in der Lage, den Verstand zu überwinden, der in seiner übermäßigen Kultivierung der Annahme der erhabenen Erkenntnis der Wahrheit stets entgegengetreten ist und sie behindert hat.
Bei einem solchen Menschen kämpft das äußere materielle Denken mit seinem geistigen intuitiven Inneren, um eine Entscheidung über das folgende Leben zu treffen.
Obwohl sein Inneres offen erscheint, greift der Intellekt an und versucht, das Vertrauen des Menschen in das Licht zu erschüttern.
Viele Menschen werden diesen inneren Kampf um den Sieg ihres geistigen Inneren über den Verstand nun mehr und mehr erleben.
Es ist jedoch von vornherein schwierig, den Menschen eine Vorstellung davon zu vermitteln, daß es ihr Intellekt ist, der sie durch ihre erworbenen Lebensanschauungen gebrochen und unglücklich macht und der Erleuchtung des inneren Menschen die größten Hindernisse entgegenstellt.
Sie würden es nicht akzeptieren.
Im Gegenteil, ihr Verstand würde alles angreifen, was den Menschen ein inneres Erwachen bringt.
In ihrem Unglück, obwohl ihr Inneres nach Befreiung ruft, sind sie aufgrund des Verstandes oft kämpferisch eingestellt gegen das Licht, obwohl nur das Licht ihnen helfen kann.
Ohne daß sie es merken, ist es ein Kampf, der zwischen ihrem geistigen Inneren, das sich zunehmend bemüht, nach dem höheren Sinn des Daseins zu suchen, und den gegenwärtig immer noch tief eingekerbten Meinungen, die sie in sich tragen, stattfinden muß.
Allmählich kann durch den Sieg des geistigen inneren Menschen in ihnen die Erkenntnis klar werden, daß es das von außen erworbene starre Denken ist, das ihnen durch Erziehung und die Meinungen anderer eingepflanzt wird, welches mit der Notwendigkeit einer völligen Änderung ihrer Lebensweise kollidiert, die einen Menschen von sich aus dem Lichte näher bringt.
Man kann sagen, daß viele Menschen heute einen inneren Kampf in sich austragen, welcher dem Wandlungskampf des Apostels Paulus nahekommt, bevor das Licht seines Geistes über seinen stark ausgebildeten Verstand siegte.
Dieser Zustand, in dem sich ein großer Teil der Erdenmenschheit befindet, ist eine echte geistige Krankheit.
Der auswegssuchende Geist hat keine Kraft, den schwer gepanzerten Widersacher Verstand und seine scheinbar unerschütterlichen Argumente zu besiegen.
Wer sich darnach sehnt, dem Licht und seinen Nächsten zu helfen, muß über diesen Zustand der Menschen auf der Erde erwachen.
Das einzige Heilmittel gegen diese geistige Krankheit ist Geduld, mit der der Geber sich nicht überfordert, auch wenn es vielleicht im Moment des bebenden Erwachens des Suchenden innerlich naheliegend und gut erscheinen würde, rasch im Wissen vorwärts zu gelangen, in der Annahme, daß dies die Verankerung des Lichtes im Leben des Suchenden für immer sichern wird.
Zuerst muß der Sieg erreicht werden, indem eine solche innere Stärke erweckt wird, daß der Mensch selbst die Verankerung des Lichtes im Geiste aufrechterhalten kann, das langsam stärker wird als die Argumente des Verstandes.
Dies ist ein Geschehen, bei dem der erste Schimmer des Glaubens an etwas Höheres heute immer mehr zur Überzeugung werden muß.
Eine solche Überzeugung, die sogar in Gedankenformen stärker ist als das bisherige Beschreiten falscher Wege.
Da kann nichts überstürzt werden.
Es ist notwendig, der Kraft und dem Willen des Suchenden immer Raum zu geben, der mit der Transformation alleine fertig werden muß, die durch das Erwachen des Geistes durch das Licht gebracht wird.
Wer helfen will, muß den freien Willen anderer beachten.
Selbst wenn man sehen muß, daß ein teilweise erwachter Mensch zu seiner früheren Lebensweise zurückkehrt.
Auch hier ist es angebracht, daran zu erinnern, daß die geistige Reife des Menschen sich über eine große Bandbreite von Graden erstreckt.
Menschen, die äußerlich gut zu sein scheinen, können innerlich tief schlafen.
Auch wenn ein brennender Wunsch, anderen das Erwachen zu vermitteln, der richtige Ausgangspunkt und die vorwärtstreibende intuitive Wahrnehmung ist, kann sich eine solche empfindsame Intuition den Menschen nicht in dem naiven Glauben hinwerfen, daß jeder reif ist, die Wahrheit zu erkennen.
Wahre Liebe ist Geduld und ruhige Ausstrahlung.
Nichts überstürzen, auch wenn es hundertmal passend erscheint.
Geduldige Zurückhaltung ist Ausdruck eines edlen Geistes, der innerlich seinen Zuflucht suchenden Mitmenschen tatsächlich wirksam helfen will.
Wenn der gebende Träger des Lichtes glaubt, daß der Boden bereit ist, daß jemand die Wahrheit empfängt, sollte er sich noch einmal in einem inbrünstigen Gebet um innere Bestätigung an die Helfer aus dem Lichte wenden, um zu sehen, ob es wirklich an der Zeit ist, direkt über die Wahrheit zu sprechen, über den Willen Gottes und alles, was sich nun unter dem Lichtwirken im Werke der Nachschöpfung und auch auf der Erde entfaltet.
Die Kreise der Ruhe sollen für die friedliche Zurückhaltung bekannt werden, mit der sie nach außen agieren.
Allein durch diese Zurückhaltung kann das ihnen innewohnende Licht hervorstrahlen.
Die Ausstrahlung der Lichtträger muß jeder äußeren Handlung vorausgehen.
Nur dann können wir heute von echter Hilfe für andere sprechen.
Weiterhin sollte nur helfen, wer wirklich zu jener inneren Freude gereift ist, in der seine Ausstrahlung auf andere überspringen soll.
Wo noch der Wunsch vorhanden ist, mit dem Wort der Gralsbotschaft die Lichtsuchenden zurechtzuweisen, wo sich im Menschen der Wunsch nach einer gewaltsamen Überredung zum Licht regt, oder wo der Wille, andere zu beurteilen, tief verwurzelt ist, welcher sich hinter dem Schwingen des Wortes der Wahrheit verborgen hält, kann es keine Frage der Reife eines Geistes geben, der bereit ist zu helfen.
Wer mit seinem Herzen nicht zur Arbeit für das Licht gereift ist, sollte sich nicht dazu zwingen, nur weil er glaubt, damit seinen Dienst am Schöpfer zu erfüllen.
Ein Mensch sollte sich erheben, um anderen in ihrer Reife und edlen Sehnsucht zu helfen, die durch das Licht hervorgerufen wird, das in ihm wohnt.
Nur so kann er auch Träger und Vermittler des Lichtes genannt werden.
Damit sollten sich nun die Kreise der Ruhe befassen, damit sie rechtzeitig zu diesem wunderbaren Dienst am Gral in der Schöpfung heranreifen.
Welche Fröhlichkeit und Seligkeit für den Geist darin enthalten sind, weiß nur derjenige, welcher wirklich gereift ist und ständig in den strahlenden Lichtströmen schwingen darf.
Wie bei der irdischen Entwicklung der körperlichen Fähigkeiten, so muß sich auch in der geistigen Entwicklung der Geist entwickeln und seine Reife Stufe um Stufe nach oben treiben.
Ohne Bewegung und Anstrengung in der intuitiven empfindsamen Wahrnehmung und in feinfühliger Betrachtung aller erlebten Momente des Lebens wird die Ausstrahlung, die notwendig ist, um den Weg zur Reife und damit zum Lichte selbst zu öffnen, einen Menschen nicht erreichen.
Die Kreise der Ruhe, die Wissenden, müssen ihren Weg mit anhaltender Anstrengung in der intuitiven Entwicklung vor dem, was noch kommen wird, gehen.
Es ist etwas Großartiges, anderen Menschen in Verbindung mit dem Licht zu helfen.
Allen jenen, die so die Sehnsucht ihres Geistes in das Leben und in liebevolle Hilfe für ihre Mitmenschen gegeben haben, damit diese die Wahrheit erkennen, sind in der Geschichte der Menschheit immer wieder viele Erweiterungen ihrer eigenen Lebenserkenntnis beschert worden.
Dies hat ihnen immer außerordentliche Segnungen auf ihrem persönlichen Wege zur Geistigen Heimat gebracht.
Jünger und Apostel Jesu rückten durch unermeßliche Sphären aufwärts zu den Ebenen des Lichtes vor, vorausgesetzt, sie widmeten ihr Leben ganz in der Inbrunst ihres Geistes, um ihren Nächsten zu helfen, indem sie das Wort ihres Herrn predigten und verbreiteten.
Und tatsächlich sind es diejenigen, die zu den Kreisen der Ruhe gehören wollen, die ihr Inneres klären können, um zu erkennen, warum sie auf diese Erde gekommen sind und was der Sinn ihres Wirkens im Laufe der Tage hier auf der Erde ist.
Die Antwort liegt bei jedem Einzelnen, der sie erkennt.
Das Strahlende Licht vermittelt helfende und barmherzige Kräfte zum Wirken aller, die in sich erwacht sind und deren Geist durch die mitgebrachten Fähigkeiten bereit ist, seine intuitive empfindsame Wahrnehmung und Zuneigung für weises Handeln zu entwickeln, das einst, viele Jahre später, im Nachhinein wie das Licht eines hellen Leuchtfeuers im Nebel der Nacht erscheinen wird, die kurz vor dem vorhergesagten Kommen der Morgendämmerung über der Erde herrscht.