
Der Meister sagt, dass wir das Himmelreich nicht erreichen werden, wenn wir nicht wie die Kinder werden (Mt 18,3). Wie Kinder zu werden ist gleichbedeutend wie, in allem einfach und natürlich zu sein, wie es die universellen Gesetze verlangen. Es bedeutet, auch als Erwachsener noch kindlich intuitiv zu sein.
Und wenn er hinzufügt: „Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf“ (Mt 18,5), dann macht er nicht eine Verteidigunsschrift für die Adoption von Kindern, sondern dafür, dass das menschliche Geschöpf „in sich selbst“ das Kind empfangen soll , das er innerlich wie ein Kind werden sollte, mit der Einfachheit und Natürlichkeit eines Kindes lebend, so rein wie dieses.
Wie traurig und auch bedeutsam es ist, dass der heutige Mensch genau alles das „Erwachsenenverhalten“ nennt, was falsch liegt… Die Weschselwirkung, die ihn erreichen wird, wird sicherlich auch ziemlich erwachsen sein.
Einfachheit und Natürlichkeit! Zwei Konzepte, die eng mit allem verbunden sind, was rein ist, und die die Menschheit allmählich verlor, als sie den Verstand auf den höchsten Sockel ihres Götzenaltars erhob.
Nur ein einfacher und natürlicher Mensch, mit einem freien und beweglichen Geist, mit einem reinen Herzen wie ein gutes Kind, wird die Größe der Schöpfung erahnen und in ihr den Willen ihres Schöpfers empfinden können.
Und es sind gerade die reinen Herzens, die auf ihren Entwicklungswegen „wie Kinder geworden sind“ und so in das Himmelreich eintreten konnten. Genau diese will Jesus dass sie zu ihm kommen: „Lasst die Kinder, hindert sie nicht daran, zu mir zu kommen, denn das Himmelreich ist denjenigen die so sind wie sie“ (Mt 19,14).

Als Jesus näher kam und hörte, was sie sagten, bat er sie zu schweigen, und sie verstanden nicht, warum. Jesus wusste, dass diese Gespräche nur dazu beitrugen, die für Menschenseelen mehr oder weniger verständlichen Worte zu verwirren.
— Warum muss es immer eine äußere Erscheinung sein, die euch erschüttert?
Habt ihr noch nie das Funkeln in Kinderaugen gesehen? Habt ihe noch nie die Tränen eines Geschöpfes gesehen, das fern und fast verborgen mein Wort in seinem Herzen aufnimmt? Ich sage euch, das sind die Erfolge meiner Worte bei den Menschen! Darüber freut sich mein Herz. Es ist mir egal, ob sie zu mir kommen und sagen: „Herr, es war großartig!“.
Noch sehe ich diejenigen, die so sprechen; aber ich höre die Seufzer der Erleichterung von denen, die in ihnen versklavt sind, ich sehe die befreienden Tränen, die über die Gesichter von Jung und Alt rollen, und ich lese die Herzen derer, die meine Rede nicht loben können. (…)
In der Nähe, am Tor eines Gartens, war ein Mädchen, das nicht einmal bemerkt hatte, dass sich die Gruppe näherte. Fröhlich, völlig versunken, beobachtete sie einige Küken, die um ihre kleinen Füße pickten und die Erde scharrten.
– Wie schön du bist! rief sie wiederholt zwischen Freudenschreien mit ihrer zarten Stimme.
Jesus zeigte auf das Kind und sagte: – Sehet, so müss ihr sein! Selbstbewusst wie ein Kind. Ihr alle könnt von diesem Mädchen lernen.

Als ich sah, wie dieses kleine Kind sich so über den Regen freute und mit seiner spontanen Freude dem unerwarteten und nassen Geschenk dankte, erinnerte ich mich wieder an diese Passage aus dem Matthäus-Evangelium:
„Ich versichere Euch, dass Ihr niemals in das Himmelreich eintreten werdet, wenn Ihr euch nicht bekehrt und werdet wie Kinder.“ (Mt 18:3).

„In denselben Regionen des Friedens oder des Schutzes befinden sich auch die Gärten der Kinderseelen. Diese Gärten sind völlig getrennt von den Lehrzentren reifer Seelen und Geister. Kinder werden von speziellen Beschützern und Beschützerinnen betreut und versorgt.
Die kleinen Seelen von Kindern, die bereits auf der Erde leben, werden normalerweise nachts, während ihres Schlafs und manchmal sogar
tagsüber in jene Blumengärten gebracht, wo sie spielen und lernen können und wo ihr kleines Leben nur aus Augenblicken des Glücks besteht.“

„Kinder sind die Zierde des Lebens in dieser Welt.“
Arabisches Sprichwort.

„Das Kind ist von Natur aus eine Bezauberung, ein Wesen, das Leichtigkeit erfährt und Schmerz nicht zurückhält.“
Chris Gricon Amerikanischer Schriftsteller.