Viele Menschen werden mit bestimmten Talenten geboren, die sich je nach persönlichem Einsatz und letztlich auch je nach Umfeld voll entfalten können. In der Kindheit liegt es an Eltern und Erziehern, die verborgenen Neigungen der Kinder zu erkennen und zu fördern, damit sie sich voll entfalten können, anstatt sie durch falsche Vorstellungen und persönliche Wünsche, die stets aus tiefem Egoismus entspringen, zu unterdrücken.

Genauso sollten in der Jugend wie auch im Erwachsenenalter die Keime unserer angeborenen Gaben von denjenigen erkannt und gefördert werden, die dazu berechtigt sind, anstatt durch einseitige Kritik erstickt zu werden. Eine einzige verletzende Bemerkung, ein einziges unbedachtes Wort, eine einfache, unbedeutende Geste können den Samen einer spirituellen Gabe, die in unserer unfruchtbaren Zeit um ihre Entfaltung kämpfte, im Nu auslöschen.

In seinen Erläuterungen in seinem Werk „Die Zehn Gebote Gottes und das Vaterunser“ zur wahren Bedeutung des fünften Gebots: Du sollst nicht töten!, zeigt Abdruschin, wie ein Vater dieses Gebot direkt übertreten kann, indem er beispielsweise von seinem Sohn verlangt, ein Studium zu absolvieren, zu dem dieser keine Neigung hat. Er fährt fort:

„Unwiderlegbar aber ist es, daß der Vater hier in diesem Sohne durch seinen Ehrgeiz oder Starrsinn etwas zu ertöten suchte, was dem Sohne auf die Erde zur Entwicklung mitgegeben war! In vielen Fällen glückt es auch, es wirklich zu ertöten, da die Entwicklung in der späteren Zeit dann kaum noch möglich ist, weil die gesunde Hauptkraft dafür in der besten Zeit gebrochen wurde, an für die Natur des Knaben fremdseiende Dinge leichtfertig vergeudet.

Der Vater nun verstieß damit schwer gegen das Gebot: Du sollst nicht töten! Ganz abgesehen davon, daß er mit seinem Tun den Menschen etwas vorenthielt, was vielleicht sehr zu ihrem Nutzen werden konnte durch den Knaben! Jedoch er muß bedenken, daß der Knabe wohl geistverwandt mit ihm oder der Mutter ist oder sein kann, trotzdem vor dem Schöpfer aber eine eigene Persönlichkeit verbleibt, welche verpflichtet ist, die Gaben zu entwickeln, die sie auf die Erde mitbekam, zu ihrem eigenen Besten.“

Er führt auch das Beispiel einer gebrochenen Freundschaft an:

„Auch wenn der Mensch irgendwie wahre Freundschaft täuscht oder Vertrauen, das ihm jemand schenkt. Er tötet und verletzt damit im anderen etwas, was wirklich Leben birgt! Es ist Verstoß gegen das Gotteswort: Du sollst nicht töten! Bringt ihm übles Schicksal, das er lösen muß.“

Lasst uns daher stets darauf achten, das fünfte Gebot der Gesetze Gottes nicht versehentlich und achtlos zu übertreten. Und lasst uns nicht geizig sein mit ermutigenden Worten gegenüber denen, die sie verdienen, denn sie wirken wie Dünger für die Saat der Gaben, die gerade keimt.

Roberto C. P. Junior

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Der Tag Ohne Morgen

„Sei ein Motivator. Die Welt hat schon genug Kritiker.“

Teresa Surita Brasilianische Politikerin