Als Jesus auf die Erde kam, gehörten die religiösen Menschen jener Zeit zu seinen Hauptfeinden..

Sie genossen hohes Ansehen in der Gesellschaft und wurden vor allem für ihre profunden Bibelkenntnisse und ihren unerschütterlichen Glauben an die biblischen Prinzipien geschätzt. Sie galten als Vorbilder, insbesondere aufgrund ihrer strikten Einhaltung religiöser Gebote. Ihr größtes Interesse galt dem Verhalten anderer. Daher urteilten sie mit großer Gelassenheit und Überzeugung. Man nannte sie Pharisäer.

Jesus kam jedoch nicht für diejenigen, die sich in ihren Fähigkeiten eingerichtet hatten und zufrieden waren. Er kam für die Durstigen, die Schwachen, die Verzweifelten, die Orientierungslosen. Für die Suchenden, die Kranken. Die Fragenden und die Verlorenen. Menschen, die sich selbst nicht hoch schätzten.

Seine Botschaft handelte nicht von äußerlich lobenswertem und anerkennenswertem Verhalten. Es ging darum, was jeder Mensch im Herzen trug. Erfüllt von den Prinzipien der Freiheit, zielte sie darauf ab, die Menschen von ihren gegenseitigen Fesseln des Scheins zu befreien und die Wahrheiten des Herzens sowie die Beziehung der Menschheit zu ihrem Schöpfer wiederzuentdecken. Wie konnte das Wichtigste von den religiösen Führern jener Zeit vergessen werden?

Wir leben im Zeitalter der Neurose. Verhaltenszwänge nehmen zu und verstricken uns in einem Netz aus Unsicherheit, Zweifel, Schuldgefühlen und der Frage, wie wir handeln sollen. Die Natürlichkeit liebevollen Handelns, verwurzelt in einem authentischen und einfachen geistigen Leben, wurde durch unzählige neurotische und scheinbar „fehlerlose“ Verhaltensweisen ersetzt. Das Dasein und das Miteinander sind zu einer Last geworden, von der sich selbst Menschen guten Willens und geistiger Orientierung nicht zu befreien scheinen.

Erinnern wir uns an die Worte Jesu. Lasst uns einfach, wahrhaftig, glücklich und von der Liebe zum Schöpfer und unserem Nächsten geleitet sein. Von allen gibt es keine bessere und befreiendere Verhaltensregel, denn sie lenkt alles zum Guten. Immer!

Caroline Derschner (instagram.com/caroline.derschner )

Der Tag Ohne Morgen