GEHEIMGEHALTENE

OFFENBARUNGEN

AUS DEN EBENEN DES LICHTES – II

 

LUZIFER

Leise und sanft schwebten die Funken geistigen Ursprungs aus dem untersten Gürtel der geistigen Ebene und versanken in den Nebeln der feinstofflichen Sphären.

Wie leuchtende Schneeflocken sanken sie in die Tiefe, ihr Glanz verblasste allmählich, während sich die mantelartigen Hüllen der einzelnen Stoffarten mit ihrem Kern verbanden.

Schließlich lebte eine große Anzahl von ihnen bereits in den Gärten, wo die ursprünglichen Geister mit nur teilweise selbstbewussten Funken zu jungen Geistkindern wurden.

Dann ertönte der erste Ruf aus den Höhen der Schöpfung an die auserwählten Geschaffenen, die mit ihrer Kraft und ihrem Wissen die jungen Seelen in die Tiefen der Stofflichkeit führen sollten, die bereits für sie vorbereitet war.

Mit Leichtigkeit und fröhlichem Gesang stürzten sich die lichten Diener, gleichmäßig verteilt, in die spiralförmigen Weltgemeinschaften.

Sie durchquerten rasch die Sphären der feinstofflichen Materie und begaben sich vertrauensvoll in die Hände der wesenhaften Diener, die bereits Erfahrung mit der Inkarnation in der Grobstofflichkeit hatten, in der früheren Vereinigung höherer Tierseelen.

Die geschaffenen Diener nahmen bewusst die Hüllen der grobstofflichen Körper an und durchstrahlten bei ihrem Erwachen, mit ihrer vollbewussten geistigen Kraft, diese noch unreifen Hüllen, um sie rasch zu erheben und so zu den Ebenbildern des Geistes in den lichten Sphären zu veredeln.

Auf diese Weise wurde der Beginn des Kreislaufs der geistigen Abstammung nach und nach in allen Gemeinden der Welt verankert.

Auf allen grobstofflichen Planeten, die von der höheren Weisheit dazu bestimmt waren, entstanden Stämme von Menschen, die begannen, Gemeinschaften zu bilden, in denen sich nach und nach immer mehr junge Seelen inkarnieren durften, die für diesen Zweck reif waren.

In den lichten, kreisenden Gemeinschaften ging es leicht und schnell, in den dichteren, kreisenden Gemeinschaften dauerte es länger, bis die irdische Hülle im geistigen Sinne als veredelt bezeichnet werden konnte.

Schließlich konnte aber auch die grobstoffliche Entwicklung der Hüllen überall als abgeschlossen und reif genug bezeichnet werden, um nun dem menschlichen Geist für seine gesunde Entwicklung zu dienen.

Wie helle, unbefleckte Gefäße boten die Schöße glücklicher irdischer Mütter geistigen Ursprungs unter der Leitung wesenhafter Dienerinnen zarte kleine Körper an, damit sie zu vorübergehenden irdischen Wohnstätten für neu ankommende Seelen würden, die sich weiterentwickeln wollten.

Der erste Teil des großen Werkes, den geistigen Funken zu helfen, sich bewusst zu werden und ihren Weg nach Hause zu finden, war vollbracht.

Viele Geschaffene kehrten bereits in die lichten Sphären ihrer Heimat zurück und konnten dort, erfrischt durch das allgegenwärtige Licht und die Leichtigkeit der geistigen Sphären, die Erfahrung der Materie mit ihren Mitgeschöpfen teilen.

In ihren freudigen Schilderungen ihrer Reisen durch die Nachschöpfung freuten sich alle, in die lichte Umgebung der geistigen Schöpfung zurückkehren zu können, und priesen den Schöpfer für seine Hilfe auf ihren Reisen.

Dann verbreitete sich nach und nach in der ganzen Schöpfung das Wissen um die Weiten der Stofflichkeiten, in denen sich die geistigen Funken auf ihrer Reise durch die Materien befanden.

Aus dem helfenden Willen der Geschaffenen und Urgeschaffenen in den Höhen des Lichtes strömte eine neue Aussendung der Lichtströme der Kraft zur Unterstützung und Stärkung der menschlichen Funken, die allmählich in den Dichten der Materien aufstiegen.

Diesen helfenden Strömen folgend, stiegen die Scharen mutiger Diener der Schöpfung wieder in die Materie hinab und lebten ihre Aufgabe in höchster Hingabe im Dienste des Schöpfers.

Die inbrünstige Hilfe für die sich entwickelnden menschlichen Geister war stark, und dem Strahl der liebevollen Hilfe folgend, stiegen viele Diener zu den Stofflichkeiten hinab, die das Licht gerufen hatte, um bei der Arbeit zu helfen.

Auch diesmal wurden sie besonders auf ihre Aufgaben in der Stofflichkeit vorbereitet, und ihr eigenes Bewusstsein erhielt viele neue Geschenke vom Licht.

Sie stürzten sich freudig in ihre Aufgaben, weit entfernt von dem lichten Ausgangspunkt, von dem aus sie in die Materie eingetreten waren.

Doch nun dauerte es länger, bis viele dieser erschaffenen Diener wieder in ihre Heimat im Licht aufsteigen durften.

Müde und durstig suchten sie bei ihrer Rückkehr Erquickung aus den geistigen Quellen des Lichtes, denn die Dichte der kreisenden Gemeinschaften in der Nachschöpfung erschien ihnen nun sehr beschwerlich, und aus dieser Dichte erwuchs eine zunehmende Unvollkommenheit der schwersten Teile, die sie oft länger aufhielt, als sie gehofft hatten.

Es kamen auch die ersten Berichte, dass viele der geistigen Funken, die sich in den Materien entwickelten, müde wurden und in den Schlaf fielen.

Im Laufe ihrer wiederholten Inkarnationen in der Grobstofflichkeit wurden die Menschenseelen immer lauer in ihrer Zufriedenheit mit dem Glanz und dem spendenden Segen der Grobstofflichkeit, der durch das treue Weben der Diener des Seins um sie herum überfloss, und in ihrer Faszination für diese irdische Schönheit vergaßen sie den wahren Sinn ihres Daseins,

Gleichzeitig aber begannen einige der lebhafteren und reiferen Funken unter ihnen allmählich höher und höher in die feinstofflichen Gärten aufzusteigen, und ihre Ausstrahlung verstärkte sich.

Unermessliche Freude löste dieser Aufstieg der ersten, fast reifen, weisheitserfüllten Seelen aus, die sich selig in den lichten Ebenen der feinstofflichen Materie sonnen durften.

Aber viele Funken mussten noch aus diesen lichtdurchfluteten Ebenen in die Grobstofflichkeit zurückkehren, denn ihre Reife bedurfte noch weiterer Erfahrung, und viele Seelen hatten auch schon vieles abzulegen, was sie seit Beginn ihrer Reise beim Durchgang durch die Grobstofflichkeit an ihrem Schicksalsfaden aufgereiht hatten.

Das waren keine gravierenden Verstöße, aber sie mussten auch in der Materie erlebt und ausgeglichen werden, wo sie lebendig wurden.

Das hieß für viele Seelen in der lichten Feinstofflichkeit, das nächste Leben rein und ohne Zögern zu durchschreiten.

Mutig stiegen die glücklichen Seelen aus den feinstofflichen Lichtgärten hinab in die Dichten der Grobstofflichkeit, um das Letzte abzustreifen, was sie auf dem Weg zu ihrer Heimat, der Blauen Insel in der geistigen Sphäre der Schöpfung, noch hinderte.

Mit ihnen sind wiederum viele Geschöpfe in einer neuen Welle der Hilfe herabgestiegen, um diese lichten Seelen in der Grobstofflichkeit zu einer höheren Erkenntnis des Schöpfers und Seines herrlichen Werkes der Urschöpfung über der Nachschöpfung zu führen.

Sie sollten eine unstillbare Sehnsucht nach diesen Stätten geistiger Schöpfung wecken, damit die Seelen der Menschen mit starken Gedanken in diese wunderbaren Reiche des Geistes eintauchen.

Nun aber waren die Wege der erschaffenen Helfer in grobstofflichen Körpern nicht mehr so einfach.

Viele der stofflich-menschlichen Ausstrahlungen der sich entwickelnden Funken, die sich nun innig mit den Stofflichkeiten verbanden und in ihnen mehr und mehr ihre Freude fanden, hafteten nun auch an den Gewändern der verkörperten Geschaffenen, und ihre höchsten Anstrengungen allein schützten sie vor schleichender geistiger Trägheit.

Die Verdichtungen der Weltgemeinschaften begannen sich allmählich immer weiter voneinander zu entfernen, und nur die drei höchsten Kreise erlaubten durch ihre größere Durchlässigkeit den geistigen Fortschritt der Funken.

NUR IN DIESEN GEMEINDEN KONNTE SICH DAS WISSEN UM DAS SCHÖPFUNGSWERK, UM GOTT UND UM PARZIVAL ALS DEN VERHEIßENEN GRALSKÖNIG ALLMÄHLICH AUSBREITEN.

Unterhalb dieser drei Gemeinden kreiste die Gemeinde Ephesus mühsam weiter, wie langsam fließender Honig.

Die verbliebenen drei Gemeinden wurden immer mehr verdichtet, und die Bewegung innerhalb dieser Gemeinden war bedrückend und belastend für alle geistigen Bestrebungen.

Die geschaffenen Helfer, die in die Lichtebenen zurückkehrten, dankten ihren lichten Begleitern und Helfern für ihre Ermutigung und Stärkung während der Zeit, in der sie selbst in verdichteten Körpern durch die Stofflichkeiten wanderten.

Sie dankten inbrünstig der Weisheit Gottes, die ihnen oft wie der Schein eines hellen Leuchtturms in der Finsternis des Denkens der Grobstofflichkeit erschien, ein Leuchtturm, der sie leitete, damit sie selbst nicht in der großen Unwissenheit der vielen Entwickelten, die sie in der Dichte der Materie umgaben, umherirrten.

Viele sprachen auch davon, dass ihr Wissen allein nicht mehr ausreiche, um den Entwickelten genügend Durchschlagskraft zu verleihen, um die schwankenden geistigen Funken nach oben zu lenken.

Unverständlich erschienen diese Berichte denen, die in den Lichtebenen verblieben waren und durch ihr Wirken die Blaue Insel als geistige Heimat durchdrungen und erhalten hatten, in deren Raum nach und nach die ersten seligen Geister eintrafen, die ihre Entwicklung vom geistigen Funken zur leuchtenden geistigen Flamme vollenden durften.

IN DIE GEISTIGE HEIMAT GINGEN ABER NUR DIE GEISTER EIN, DIE AUS DEN DREI WELTENGEMEINSCHAFTEN KAMEN, DIE IN DER NACHSCHÖPFUNG NOCH UM DAS HÖCHSTE KREISTEN UND DIE AUCH SCHON DAS HOHE WISSEN UM DEN SCHÖPFER UND SEINEN IM GRAL WIRKENDEN SOHN EMPFANGEN DURFTEN.

Nur wenige reife Geister kamen aus den anderen Gemeinden, selbst in die feinstofflichen Lichtgärten, die noch tief unter dem Paradies lagen.

Die Dichte dieser Gemeinden wurde immer schwerer und undurchdringlicher für alles, was lichter und leichter wurde.

In diesem Bestreben, eifrig unterstützt von Scharen erschaffener Helfer, entfalteten sich ganze Abschnitte der Geschichte der Materie, die in diesen Ebenen nach Jahrzehntausenden gezählt wurde.

Geduldig und treu floss die große Hilfe der Geschaffenen in die Tiefe, bis etwas geschah, das alle Geister der lichten Ebenen erschütterte.

ZUM ERSTEN MAL KEHRTEN NICHT ALLE GESCHAFFENEN DIENER AUS DIESEN GEMEINDEN ZURÜCK.

IHRE REISE WURDE SCHWIERIGER, UND ANSTATT NACH ERFÜLLUNG IHRER AUFGABE MIT LEICHTIGKEIT WIEDER ZUM LICHT EMPORZUSTEIGEN, BLIEBEN SIE IN DEN FEINSTOFFLICHEN WELTEN ZURÜCK, DENN IHRE GEWÄNDER AUS DIESEN EBENEN WAREN MIT DEN TATEN BEDECKT, DIE SIE BEGANGEN HATTEN, UND DAS GESETZ DER RÜCKWIRKUNG ERLAUBTE IHNEN NICHT, SIE ZU VERLASSEN, BEVOR SIE IHRE TATEN WIEDER AUSGEGLICHEN HATTEN.

Die Hilfen vieler ihrer lichten Begleiter waren auf diese Diener gerichtet, und nur mit äußerster Anstrengung konnten sie befreit werden und nach wiederholten Inkarnationen ins Licht zurückkehren.

Das inbrünstige Gebet um den Beistand des Schöpfers erhob sich aus den Herzen der Geschaffenen wie der Urgeschaffenen zu den Höhen.

ES WAREN BITTEN, DIE DEN WILLEN ZUM DIENEN IN SICH TRUGEN UND ZUGLEICH VON DEM BEWUSSTSEIN ERFÜLLT WAREN, DASS, UM DEN GEISTIGEN FUNKEN IN DER NACHSCHÖPFUNG ZUM AUFSTEIGEN UND ZUR ERFRISCHUNG ZU VERHELFEN, HIER NUR GÖTTLICHE KRAFT UND WEISHEIT WIRKSAM HELFEN KONNTE.

Während die Rufe der Geschaffenen und Urgeschaffenen zu Gott, dem Vater, emporstiegen, zogen unten im Reigen der Weltgemeinschaften die Jahrtausende wieder vorüber.

In den Unvollkommenheiten, die sich im verdichteten Leben zeigten, schritt das Vergessen der höheren Welten voran, und viele Funken vergaßen sogar ihren eigenen geistigen Ursprung.

In der Wiederholung der Leben ging die ursprüngliche Klarheit des Daseins verloren, und alles wurde mehr und mehr auf die Erfüllung des Lebens in den gröbsten Niederungen der materiellen Welten ausgerichtet.

DER GEFLÜSTERTE RUF BEI DER ERSCHAFFUNG DER NACHSCHÖPFUNG, DER VOM THRON GOTTES HERABKAM, WURDE WIRKLICHKEIT.

Von oben kam die Botschaft von Gott, dem Vater, selbst:

“DENN WENN DIE STUNDE DES MENSCHENSOHNES KOMMT, WIRD ER ALLE EBENEN DER SCHÖPFUNG DURCHSCHREITEN.

ER WIRD DIE MACHT HABEN, DAS REINE UND GUTE ZU BEFREIEN UND DAS ERSTARRTE UND VERDORBENE ZU SCHEIDEN.”

Die Worte der großen Verheißung wurden begleitet vom Ruf der Erzengel, die die Weisheit des heiligen Gottes priesen:

“Höre, nun ist ein weiterer Helfer von den Stufen, unter dem Thron Gottes, gesandt worden, der für das Werk der Nachschöpfung zuständig ist.”

Gesandt aus den göttlichen Sphären, aus der Heerschar der Erzengel, wird dieser Abgesandte das mächtige Licht der Erkenntnis zu den geistigen Funken bringen, die in den Ebenen wohnen, damit sie bewusster auf ihren Wegen wandeln können.

Ein freudiges Erzittern durchlief die Brust der Bittsteller, die anwesenden Diener, Erzengel und Engel priesen den Schöpfer und seine Weisheit, der die Wege findet.

Von den Toren der göttlichen Sphären wurde ein Lichtstrahl gesandt, um den Menschen zu helfen.

Durch die Ebenen der Schöpfung, aus den höchsten Sphären, flog ein Strahl wie eine strahlende Sonne herab.

Der Lichtbringer aus dem Heer der göttlichen Erzengel eilte in die Tiefe, um die ihm von Gottvater übertragene Aufgabe zu erfüllen.

Freude durchdrang die lichten Ebenen.

Nun schien alles weise geordnet.

Der Lichtträger tauchte in den Raum ein, der die Gemeinden in der Nachschöpfung umgab.

Sein helles Licht brachte ein schnelles Erwachen für alle Geschöpfe in den Stofflichkeiten.

Mit Jubel begrüßte Walhalla den strahlenden Gesandten aus göttlicher Höhe, und viele wesenhafte Diener folgten ihm sogleich, um sein Wirken zu unterstützen.

Nun begann eine neue mächtige Bewegung in den materiellen Welten, und alle begannen auf einmal, sich zu einem höheren Bewusstsein zu erheben.

Das große Werk brachte die Entwicklung von Kulturen mit sich, die es vorher in der Materie nicht gegeben hatte.

Als Diener des mächtigen Lichtträgers halfen sie mit ihren Gaben, große Werke für den menschlichen Geist zu schaffen.

Alles, wozu der leuchtende Erzengel seinen Anteil an göttlicher Wesenskraft beisteuerte, blühte und wogte vorwärts.

Es war, wie wenn im Frühling die Sonne mit neuer Kraft den vom Winter erkalteten Boden erhellt, der bis dahin fast leblos in Erwartung ihrer Ankunft dagestanden hatte.

Der Boden der Materie wurde erwärmt, und die geistigen Samen, die sich in der Materie befanden, wuchsen zu dem empor, der die lebensspendenden Strahlen des Lichtes in sich trug.

Wieder verging Zeit in den Stofflichkeiten.

In dieser Zeit erhoben sich die Stofflichkeiten und stiegen zu großem Wohlstand auf.

Vor allem die vier Gemeinden, die bis dahin nur mühsam in ihrer Entwicklung vorangeschritten waren, machten beispiellose Fortschritte.

Die geistigen Funken, die sich in den grobstofflichen Körpern befanden, machten in ihrer Erkenntnis Sprünge und veredelten vieles, was bis dahin einfach geblieben war.

Die Vielfalt der entwickelten materiellen Kultur der Völker in Schönheit und Symmetrie erleuchtete die Entwickelten und machte sie weiser und aufgeklärter.

Der Lichtträger wurde ihnen zum Ratgeber und Führer, den sie verehrten und um Rat fragten.

Das Licht, das von ihm ausging, leitete die höchsten weisen und entwickelten Geister in den Stofflichkeiten, und sie begannen, ihn den Sonnengott zu nennen, der durch seine strahlende Größe und Macht alles erleuchtet.

Und der Hüter des Lichts nahm diese Verehrung an und schätzte diejenigen, die sich mit Bitten und Danksagungen an ihn wandten.

Er neigte sich denen zu, die ihn anbeteten, und erwies ihnen seine Gunst, indem er alles, was sie von ihm erbaten, mit Erfolg und Erfüllung versah.

Da ging zum ersten Mal ein seltsames Schwingen durch die Hallen von Walhalla, in dessen Widerhall das Gemurmel der Ablehnung zu hören war.

Aber trotz dieses Schwingens blieben alle hohen Wesen in ihrem Dienst, um dem Gesandten zu helfen, und fuhren fort, die Aufgaben zu erfüllen, die er ihnen aufgetragen hatte.

Darüber hinaus vollbrachten sie auf Geheiß des Lichtträgers Taten, die den Menschengeistern wie Märchenerfüllungen und Wunder erschienen.

Nur der edle O-dio-nar, der durch den direkten Strahl seiner Herkunft mit dem urgeschaffenen Merkur verbunden war, blieb allein in den Hallen von Walhalla und dachte nach.

Sein Auge sah mehr, als die anderen wesenhaften Diener sehen konnten.

Es war eine seltsame Verdunkelung der Ausstrahlung, die nun den Großen, den strahlenden Boten aus der Höhe umgab.

So oft O-dio-nar treu nach oben blickte, sah er ein anderes Licht von den Stufen der Gralsburg zu ihm herabsteigen als das, das aus dem Glanz des Lichtträgers immer mehr aufstieg.

Der Unterschied im Leuchten war gering, aber er entging O-dio-nar nicht.

Da schickte der weise O-dio-nar Hermes mit einer beunruhigenden Nachricht und der Bitte um Rat hinauf.

Lautlos kehrte sein treuer Bote von oben zurück und glitt eilig den Merkurstrahl hinab.

IN DEN HALLEN DES GRALS, IN DER NÄHE PARZIVALS, HATTE MAN AUCH SCHON SEIN ABWEICHEN VON DER URSPRÜNGLICHEN STRAHLKRAFT, DIE DIE ERZENGEL IN IHRER GANZEN HINGABE AN GOTT IN SICH TRAGEN, FESTGESTELLT.

AUCH HIER SCHICKTE O-DIO-NAR HERMES HINAUF, DENN ER WOLLTE WISSEN, WAS DIE URSACHE FÜR DIESE VERÄNDERUNG WAR.

“DIE ERKENNTNIS DER EIGENEN GRÖßE” WAR DIE BOTSCHAFT, DIE DER JUNGE MANN MIT DEN GEFLÜGELTEN SILBERSANDALEN ZÜGIG ÜBERBRACHTE.

O-dio-nar ließ die mächtigen Posaunen ertönen, um diejenigen seiner Diener herbeizurufen, die zu diesem Zeitpunkt nicht bei ihm in Walhalla waren.

Er hatte für alle eine feierliche Botschaft aus den lichten Höhen des Grals.

Die Diener folgten dem Ruf des O-dio-nar und füllten erwartungsvoll die Hallen von Walhalla.

Sie verneigten sich vor dem edlen O-dio-nar und ahnten, dass sie nicht ohne triftigen Grund gerufen worden waren.

Ein seltsames Erbeben, in Erwartung von etwas Wichtigem, ging durch alle Anwesenden.

O-dion-nar erhob sich von dem Podest, auf dem sein mächtiger Stuhl stand, und wollte sprechen.

Aber in diesem Augenblick wurde Walhalla von einem blendenden Glanz erfüllt.

Der Wächter des Lichts betrat die Halle.

Sein Gesicht erstrahlte in einem mächtigen Licht, gegen das selbst O-dio-nar nur ein schwacher Abglanz des göttlichen Sterns war, den der Hüter des Lichts auf seiner Stirn trug.

“Wenn du mir folgen willst, dann folge mir”, hallte seine Stimme durch den Raum, “ich werde dich noch mächtiger machen, als du es jetzt schon bist, und die Entwickelten werden dich wie einen Gott verehren. 

Du wirst sie in meiner Macht beherrschen.“

Eine tiefe Stille senkte sich über den Saal.

Da kam ein Strahl von oben herab und drang wie ein Blitz in die Gestalt von O-dio-nar ein.

Der Glanz des treuen Verwalters von Walhalla wurde durch die Stärkung des Merkurs immer heller und heller.

Der Glanz, der von ihm ausging, zog seine Getreuen in seinen Bann, und wenn er auch anders war als der Glanz, der vom Lichtträger ausging, so berührte er doch ihre Herzen und erfüllte sie mit Freude und Entzücken.

“Wer bist du, dass du uns anführen kannst?”, dröhnte die Stimme von O-dio-nar.

“Es gibt nur einen, den wir kennen und über alles ehren.”

“Es ist der Wahre, Lichte Vater, der in der Höhe wohnt, in Höhen, die niemand erreichen kann.“

“Nur durch seinen Willen sind wir alle zum Leben auferstanden.”

“Er ist der Schöpfer von allem und jedem.”

“Du selbst bist nicht mehr als sein Diener.”

„Gehorche Ihm treu, wie es sich für jeden geziemt, den Er geschaffen hat, oder verlasse diese heilige Halle, die nur Ihm und Seinem Sohn des Lichts in der leuchtenden Burg dient und sonst niemandem.“

“Gedenke, dass wir hier in der Seligkeit treue Diener unseres erhabenen Herrn und Gebers allen Lebens bleiben.

 “Von ihm beziehen wir die Kraft, ohne die wir nichts sind.”

“Höre, Du Vermessener, wir sind selbst nichts, wir können nur sein, was wir sind, wenn wir seine treuen Diener bleiben.“

In der Stille verstummte der Donner, der das Brausen von O-dio-nar begleitete.

Eine starke Spannung durchzog den Raum.

Die Worte O-dio-nars erschütterten den Lichtträger, und ein Aufflackern des inneren Kampfes ging über sein Gesicht, denn unter dem Eindruck der Worte erklang in ihm die stille Erinnerung an den seligen, hingebungsvollen Dienst, als er sich selbst als nichts empfand angesichts der Größe des göttlichen Lichtes, das vom Thron des Schöpfers zu den Erzengeln strömte.

Doch der Kampf war nur von kurzer Dauer, und die Ablehnung setzte sich durch.

Der Erzengel ärgerte sich über dieses seltsame Volk von Dienern, die an so weit entfernten Orten vom Thron Gottes zum Leben erweckt worden waren.

Sie erwachten nur hier zum Leben, auf dieser seltsamen, düsteren Ebene, die sie Heimat nannten, und doch wollten sie ihn lehren, was er viel besser wusste als sie.

Er kannte das Licht besser als jeder andere hier.

Ein Teil dieses Lichtes ist in ihm, leuchtet am stärksten hier in dieser gottfernen Schöpfung.

Das Licht, das er in sich trug, ist viel leuchtender als in jedem dieser schwachen Geschöpfe.

Ohne ihn wären diese Bewohner von Walhalla selbst nichts.

Er war es, der ihnen die wahre Erkenntnis der Schönheit brachte, die sie nur unter seiner Führung zu erkennen und für seine Zwecke zu schaffen lernten.

Wollen sie nicht sehen, wer er ist?

Wieder durchlief ihn ein Schauer der Überlegenheit und des Zorns über diese dumpfen Diener.

Dann zügelte er sich und sagte mit größter Freundlichkeit zu O-dio-nar:

“Jetzt hast du dich entschieden.“ 

“Aber wie dein Volk entscheidet, das überlassen wir jedem selbst.”

“Ich werde nun diese Hallen verlassen und nie wieder hierher zurückkehren.“

“Wer mit mir sein will, der folge mir zu meiner nächsten Aufgabe.“

Wieder herrschte Stille.

Dann ertönte erneut die donnernde Stimme:

“Geh und wisse, dass die Tore der Walhalla, die dem Lichten Vater treu dienen, für Dich verschlossen sind”, rief O-dio-nar.

Der Lichtträger blickte auf die anwesenden Diener, von denen viele ihn kannten und ihm bisher treu gedient hatten.

“Ich biete jedem von Euch an, was ich Euch bisher angeboten habe, und ich werde denen, die mir folgen, noch viel mehr anbieten”, sagte er mit einem seltsamen Lächeln, dessen Ausstrahlung einen unwiderstehlichen Glanz verbreitete.

Als er ging, folgte ihm ein kleiner Teil der Diener, und sie gingen durch die Tore von Walhalla und kehrten nie wieder zurück.

Aber es war nur ein kleiner Teil der Diener, die der Stimme des Lichtwächters folgten.

Der größte Teil der Diener blieb O-dio-nar und damit Gott dem Vater treu.

Aber bei vielen gab es einen großen Kampf, denn der Erzengel hatte eine überwältigende Wirkung auf sie.

Und so kam es, dass der mächtige Aries und viele andere wie er mit der Frage rangen, wie sie sich entscheiden sollten.

Wie die zögernden Diener noch lange danach mit Freude wissen durften, hatten sie mit ihrem Verbleiben bei O-dio-nar die weiseste Entscheidung ihres ganzen Daseins getroffen.

Der Lichtträger machte aus denen, die ihm folgten, Abbilder der erhabenen Großen und zwang die entwickelten Geister, die ihm folgten, sie wie Götter zu verehren, vor denen sie zitterten, weil sie nicht wussten, was sie erwarten sollten.

Auf diese Weise wurde das Wissen über diese Diener eigenartig verwirrt, und lange Zeit wusste keiner der entwickelten Geister, wer der wahre Diener von Walhalla und wer sein Doppelgänger im Dienste des gefallenen Erzengels war.

Unglücklich waren die Wesen, die sich von dem Hüter des Lichts hatten verführen lassen, denn sie waren für immer, anstatt wahrhaft zu dienen, zu bloßen Schatten geworden, die ihrem Führer gehorchten, der ihnen, indem er ihnen seine Macht gab, befahl, das zu tun, was sie selbst nie tun würden.

Aber durch die Trennung von Walhalla musste es so geschehen.

Sie waren vom lebensspendenden Strom aus Walhalla abgeschnitten, und die einzige Kraft, die sie am Leben hielt, war die, die der Hüter des Lichts ausstrahlte.

Alles, was sie taten, entartete allmählich, und sie wurden zu Sklaven der dunklen Armee des gefallenen Erzengels.

Sie wussten, dass ihr Sein und Nichtsein von ihrem Führer abhing.

Deshalb waren viele von ihnen bereit, gegen das Licht und auch gegen ihre ehemaligen Mitstreiter in dem reinen, strahlenden Walhalla zu kämpfen.

Aber das war ein Ausblick, der erst noch kommen sollte.

MEHR …GEHEIMGEHALTENE OFFENBARUNGEN- LUCIFER – Teil I – V………„🔗“

„🔗“CESTA GRÁLU / GRALSWEG„🔗