KREISE DES FRIEDENS II
EINE ZEIT, DIE DIE GRENZEN DES MENSCHLICHEN DENKENS ERWEITERT
Endlich soll etwas geändert werden, woran die gesamte Menschheit seit langem krankt, einschließlich all jener, die die Gralsbotschaft als Grundlage der Wahrheit über alles, was im Schöpfungswerk geschieht, in ihren Händen halten.
Die gegenwärtigen Grenzen des menschlichen Denkens sind noch immer nach oben hin zu eng gefaßt, als daß es das umfassendere und notwendige Wissen um die Wahrheit in ihrer Gesamtheit erfassen könnte.
Das Wichtigste verbleibt weiterhin jenseits dieser Grenzen, denn die alte Denkweise verhindert immer noch, daß das Wissen um die Wahrheit zu einem lebendigeren Verständnis wird und somit von dort aus wirksamer in die Welt der Menschen herein dringt.
Heutzutage bleiben fast alle Bemühungen der Menschen, mehr Klarheit und Wahrheit im Wissen um die Schöpfung zu erlangen, zumeist von den bestehenden, schwerfälligen Denkgebäuden eingeschlossen.
Hinzu kommen die Neigung und der Drang zur Geltungssucht, sowie die Oberflächlichkeit und ein Verharren im engen Kreis Gleichgesinnter, Eigenschaften, die oft vor allem jene Menschengruppen kennzeichnen, die sich nur zusammenschließen, um sich gegenseitig ihre einheitliche Auffassung zu bestätigen.
Dies führt stets zu einer Entfremdung im Erkennen der wahren Größe der Schöpfung und damit zu einer verzerrten Auffassung der menschlichen Existenz.
So etwas bringt den Geist in Gefahr, zu straucheln und führt mitunter zu seinem völligen Untergang.
Dieses falsche Verständnis nährt fast immer ein übersteigertes Gefühl der eigenen Größe, was leider häufig ein Kennzeichen der menschlich geistigen Art ist, wobei es eng mit intellektueller Klugheit und Schlauheit auf Erden verbunden ist.
Der Verstand sieht sich stets als den wichtigsten Teil alles Seins.
Und der Verstand kann den geistigen Funken im Menschen so stark beeinflussen, daß er sich letztlich für das höchste und wertvollste Geschöpf im gesamten Universum hält.
Der Mensch betrachtet sich dann als das Wertvollste direkt nach Gott.
Wir können dies in vielen Formen menschlicher Bestrebungen beobachten, Einzelpersonen oder gar ganze Nationen im Laufe der Geschichte zu erheben und überhöhen.
Dies führt allzu oft auch zu Fanatismus jeglicher Art.
Im Zusammenhang mit ungesunder religiöser Schwärmerei oder gar Ekstase finden wir dann die unterschiedlichsten Schattierungen des Sektenwesens.
All dies verhindert, daß die Erkenntnis der Wahrheit frei und ungehindert und somit rein sachlich und erfrischend zugleich in das menschliche Verstehen einströmen kann, was eine Voraussetzung für eine richtige Verankerung im Denken sowie die spätere Anwendung im Leben ist.
Wir können sagen, daß die Wahrheit bis heute zum größten Teil noch immer dem bisherigen menschlichen Streben fern bleibt, denn sie ist für die Grenzen des heutigen Denkens zu groß.
Dies liegt daran, daß ihr Umfang, den das menschliche Verstehen sich nicht einmal ansatzweise vorzustellen vermag, das derzeitige Erfassungsvermögen der Menschen auf der Erde bei weitem übersteigt.
Es gibt sehr vieles, von dem die Menschen nicht einmal ein Teilwissen haben, dessen sie sich nicht bewußt sind und für das sie daher auch keine Begriffe besitzen, und dennoch ist es Teil des großen Schöpfungslebens, da es ebenfalls aus der Wahrheit hervorgegangen ist.
Wenn die bestehenden Grenzen des menschlichen Wissens nur einen Augenblick lang fielen und die Wahrheit sich auch nur ein wenig weiter ausdehnen könnte, müßte sich die gesamte menschliche Weltsicht augenblicklich verändern.
Die Möglichkeit, alles jenes zu erfassen, was hinter dem Horizont liegt, würde das Werk der Schöpfung als einen märchenhaft herrlichen Raum des Lebens erleuchten, in dem alles in einem beständigen Weben der Harmonie schwingt.
Die gegenseitige Komplementarität aller Aktivitäten der vielfältigsten Lebensformen, von der das heutige menschliche Denken keine Ahnung hat, würde als Zeugnis der Größe Gottes erscheinen, aus dem alles entsprang und in dem alles schwingt.
Die einander wechselseitig verwobenen Strahlungen von Kräften, die die Lebensformen durchdringen und wo alles seine eigene Art des Ausdrucks findet, würde eine Erleuchtung ermöglichen, welche das Verständnis der Allweisheit Gottes für immer verändern würde.
Heute besitzen die Menschen weder tieferes Wissen über die wesenhaften Formen, die die Sphären erfüllen und allein durch ihren Anblick beglücken, noch vom vollkommenen und beständig sich ergänzenden Erschaffen von Sphären und Welten.
Die Menschen wissen nicht einmal etwas über die anderen Weltenteile der Stofflichen Welt, die schon allein in ihrer Mannigfaltigkeit die Vielfalt des wesenhaften Erschaffens bestätigen.
Die Gestaltungen der Sterne und des Himmels ebenso wie die Eigenschaften der Materie unterscheiden sich dort so sehr von dem, was man in dem hiesigen Teile Ephesus vorfindet, daß das menschliche Begreifen die darin liegenden Möglichkeiten nicht fassen könnte.
Die Arten der Inkarnation und des erneuten Loslösens, ebenso wie Sinn und Inhalt des zeitweiligen Daseins der unzähligen geistigen und wesenhaften Diener in diesen anderen stofflichen Welten würden zunächst Unglauben hervorrufen, dann tausende Fragen aufwerfen und schließlich würde eine kindlich-jubelnde Freude über das neue Verständnis im Erfassen dafür entstehen, wie wenig die Menschheit bislang über Gottes Schöpfung in den einzelnen Ebenen des großen Werkes des Lebens weiß.
Dann würde zumindest bei einem Teil der Menschen ein heute längst fast völlig vergessenes Empfinden der Scham aufkommen, denn die ganze vermeintliche Größe des gegenwärtigen Wissens würde im Vergleich zu einem auch nur geringfügig umfassenderen Wissen schnell verblassen.
Scham und Schande würden sich rasch über die Menschheit ausbreiten, wenn die engen Grenzen des verstandlichen Wissens heute fielen – was erst durch jene Vermittler geschehen wird, die zu diesem Empfang bereitet sind.
Um dieses Ausmaß des Erkennens von Wissen zu erlangen, ist es stets notwendig, eben diese engen Grenzen eines Verständnisses von Gott und Seinem Werk zu überschreiten.
Und weil die Menschen – mit wenigen Ausnahmen – nicht wollten oder noch nicht wußten, wie sie aus ihren Grenzen wahrhaft herauszutreten vermochten, bleibt ihnen die Wahrheit weitgehend unfaßbar.
Deshalb sind viele Fehlgriffe entstanden und entstehen noch heute, wann immer Menschen versuchen, etwas Neues aus der Wahrheit in die alten, bereits geschaffenen begrenzten Formen zu zwängen, damit es für sie greifbarer würde.
Dies führt jedoch zu Verzerrungen und oft sogar zu Entstellungen in der Vorstellungswelt von Gottes Schöpfungswerk und sogar von Gott selbst.
Deshalb kann die Menschheit auf Dauer nicht die Erfrischung erlangen, die ansonsten ein selbstverständlicher Bestandteil jeder Erkenntnis der Wahrheit ist.
Die Erkenntnis der Wahrheit ist in den hiesigen stofflichen Welten an die Reinheit und die Lebendigkeit des Empfindens geknüpft.
Sie erfordert die höchste Bewegung der geistigen Wahrnehmung in unserem Inneren.
Für die geistige Wesensart bedeutet dies die Notwendigkeit beständiger Wachsamkeit in der irdischen Welt.
Sie ruft das erfassende Denken zum höchsten Grad der Regsamkeit auf, denn nur so kann sich gemeinsam mit der Erkenntnis der Wahrheit ein tiefer Frieden einstellen und damit auch der Zufluß jener ausreichenden Aufbaukräfte einhergehen, der für den Aufstieg der menschlichen Gesellschaft auf Erden notwendig ist.
Die Wahrheit über Gott und seinen Heiligen Willen, der sich in den Wirkungen der Gesetze der Schöpfung erfüllt, erfordert die höchste, in jeder Wahrnehmung und jedem Empfinden vollständige, aufwärts gerichtete Bewegung hin zu den überirdischen Höhen.
Dies ist die notwendige Bedingung, die beständig vor jedem Menschen steht.
Daher genügt es nicht, sich mit der gegenwärtigen Methode des trägen Denkens zufriedenzugeben, das sich nur innerhalb der Grenzen früher geprägter Formen bewegt, die für die Menschheit auf Erden seit Jahrhunderten und Jahrtausenden in Geltung standen.
Wenn wir von Fortschritt und Entwicklung sprechen, also von der großen geistigen Erleuchtung, so gilt die Forderung nach Regsamkeit zunächst für die Art und Weise des menschlichen Empfindens und des Denkens.
Am meisten bleibt hier das gegenwärtige Streben und die Bemühungen jener Menschen zurück, die die Gralsbotschaft in ihren Händen halten.
Allzu viele Menschen geben in ihrem Streben bald das innerliche Voranschreiten auf und verharren in der Erwartung darauf, daß jemand kommen werde, welcher ihnen den Weg, der in die richtige Richtung hinauf zu dem Lichte führt, bahnen wird, sodaß sie erst dann selbst zögernd, indem sie ihm folgen, den Aufstieg beginnen.
Es wird innerlich träge und oft ungeduldig auf Veränderungen im außen gewartet, welche jedoch erst aus der regsamen Lebendigkeit der geistigen Funken in den Menschen entstehen können in der Zusammenarbeit mit den wesenhaften Vanen als den Webern der Gedanken-und Empfindungsformen – und den Alfars.
Diese wesenhaften Weber formen jedes menschliche Streben nach wahrer Erkenntnis zur Wirklichkeit, das heißt hinein in die Geschehnisse der hiesigen sichtbaren Welt hier in der grobstofflichen Materie.
Veränderung und Wandlungen müssen ihren Ursprung zuerst in der höchsten Ebene der Beweglichkeit in der feineren Welt haben, wo die Empfänglichkeit der Empfindungen und die Gedanken, die diese Erde umgeben, ihren Ursprung haben.
Einfühlsam, empfindsam und aufmerksam muß diese vom Geiste in seiner wachsamsten Erkenntnis der Wahrheit vorangetrieben werden.
Das Verständnis ist mit dem Bewußtsein verbunden, daß alles neu werden muß.
Das Neue liegt insofern darin, daß es zunächst im inneren Erkennen des Menschen liegt und in der demütigen Annahme der Tatsache, daß er es ist, der sich entwickeln muß und daher noch lange nicht die ganze Fülle dessen erfassen kann, was in der lebendigen Wahrheit der Schöpfung selbst zu finden ist.
Nur reine Demut macht den Menschen offener dafür, aus jedem Augenblick seines Daseins stets zu lernen und zu schöpfen, was im Einklang mit der Wahrheit in die Gesamtheit des eigenen Wissens und Erkennens immer wieder eingefügt werden kann und soll.
Dies fördert in den Menschen unmittelbar mehr schöpferische Kreativität, denn durch die Erlangung einer ungetrübten Wahrnehmung ist er unverzüglich direkt mit denjenigen verbunden, welche die Fäden des weiteren Verlaufs des Geschehens der Dinge weben.
Sie, diese Weber, werden direkt zu seiner lebendigen Demut hingezogen und widmen ihm so viel ihrer Kunst, wie nur möglich, damit neue strahlende Bilder aus der Welt der Empfindungen und der Gedanken im Erfassen der Wahrheit durch den Herzinnenraum des menschlichen Geistes geformt werden und zum Erblühen gebracht werden können.
Dies bringt bereits in jedem Augenblick Glückseligkeit, denn für beide Seiten, sowohl für den Menschen als auch für die Wesenhaften Weber, darf sich darin ein viel höherer Ätherstrom entfalten.
Ein solcher Mensch wird zu einem bewußteren und zugleich geduldigen und gütigen Schöpfer einer besseren Entwicklung auf Erden, da seine Erkenntnis und sein Wissen um die Wahrheit in einer schöpferischen Art der Wirkung schwingen.
Er darf sich so mit einer immer höheren Führung der Lichten Helfer verbinden, sobald sein inneres Wesen dazu gereift ist, sich von den belastendsten Formen zu befreien, das heißt von den Formen des Beurteilens und Richtens, ja des abwertenden Verurteilens anderer Menschen und der ganzen Welt, damit er seine ganze Aufmerksamkeit und damit seine ganze Kraft in jedem Augenblick seines Daseins in den Aufbau des Neuen investieren kann.
Doch nur wenige Menschen sind dazu fähig, denn es erfordert eine beständige Anstrengung und Mühe und auch eine gewisse Art Reife der Geisteskunst.
Wer sich immer weiter dem Licht entgegenbewegt, erschafft, er hilft und er baut auf.
So befreit er sich langsam von den engen materiellen Grenzen, die hier nur für die Trägen bestehen bleiben.
Das Wesenhafte Volk hilft ihm auf seinem Weg, ganz entsprechend dem Grad, in dem er um die Weber weiß und sie erkennt und sich somit auf ihre Hilfe stützt in dem Vertrauen darauf, daß sie mit ihrem Wirken stets den Willen Gottes erfüllen.
Dadurch findet sich ein solcher Mensch in einem schützenden Strom wieder, und sein Weg wird ihm in die bestmögliche Richtung vorgezeichnet, so daß dieser ihm stets Fortschritt und Aufstieg bringt.
Er wird zu einem Vermittler des Friedens und der Harmonie, durchdrungen von einer hohen Art der geistigen Kraft.
Die Lebendigkeit des geistigen Inneren formt, unabhängig von der bestehenden, träge auslaufenden Gedankenwelt, nur neue und in der Reinheit schwingende erfrischende Empfindungs – und Gedankenformen und legt so den Grundstein für die zukünftigen Ereignisse und Geschehen.
Es ist so einfach und zugleich verlangt es dem Menschen so viel ab, wozu er anscheinend noch nicht fähig ist.
Sich vollständig von den bisherigen Denkformen zu lösen, die ihm immer nur diese engen Grenzen des Verstehens auferlegen.
Dies ist so schwierig, so ungemein schwierig für alles bisherige Denken, daß alle Bemühungen vieler Menschen bisher daran gescheitert sind.
Das Alte dringt immer wieder in das bereits schon teilweise Neue hinein, und so vermischen sich Kräfte, die sich gegenseitig so sehr schwächen, daß nichts wirklich Erfrischendes entstehen kann und solche Bemühungen daher nicht die Kraft erhalten, sich langfristig zu behaupten.
Selbst die besten bisherigen Bestrebungen müssen letztlich noch immer scheitern, weil es an der nötigen erfrischenden Lebendigkeit mangelt, um die ganze überragende Tragweite der Wahrheit zu erfassen in einem Maße, daß diese sich immer mehr in den Lauf der Fäden einzuweben vermöchte – als notwendiges Geschenk für den edlen Aufbau einer neuen menschlichen Welt auf Erden.
Das Verständnis oder ein Ahnen der Tragweite der Wahrheit ist mit der Erkenntnis verbunden, daß der Mensch mit seinem besten Wollen und seinem höchsten Bemühen kaum ein Tausendstel ihres wahren Gehalts erfassen kann.
Und hier muß angemerkt werden, daß jene heute geltenden verengten Grenzen des Verstehens aus diesem erwähnten Tausendstel am Ende wiederum nur einen winzigen Bruchteil des wahren Wissens ermöglichen.
So traurig ist es!
Dieses Bewußtwerden bricht jedoch die scharfe Spitze des Verstandeshochmuts ab, welcher für jede Art des reinen unvoreingenommenen Empfangens als wuchtiges Hindernis im Wege steht.
Die bisherigen Bemühungen der Menschen, die Anwendung der erkannten Wahrheit zu verändern, stoßen an die Grenzen des Denkens, die durch menschliche Gewohnheiten in der Vergangenheit geprägt wurden.
Doch dies kann in dem ständigen Bemühen, die Grenzen des Verstehens und der Auffassungsgabe immer weiter hinauszuschieben und zu erweitern, geändert werden.
So vieles könnte darüber gesagt werden, welch ein überragender Segen in der Erweiterung dieser Grenzen liegt, aber die Menschen würden es nicht ertragen, da es sofort zu einem Zusammenstoß mit der Starrheit der schon lange errichteten dogmatischen Mauern führen würde.
Erst allmählich wird sich all dies im Zuge der Annäherung an die geistige Erleuchtung der Menschheit auflösen und wandeln, damit die Ausblicke, welche dem menschlichen Geiste eigentlich zugehören, durch Klarheit wesentlich höher sein werden als es heute der Fall ist.
Doch wir sind diesen Veränderungen bereits nahe.
Darum sollten die Kreise der Ruhe und des Friedens bereit sein, viele festgefahrene Grenzen abzuschütteln, die sich als Ablagerungen eines trägen Übernehmens erstarrter Formen in der Vergangenheit gebildet haben.
Eine dieser Grenzen ist die gegenwärtige Auffassung vom Leben als Kampf ums Dasein oder als Kampf um einen Platz an der Sonne.
Der Begriff des Kampfes wird im Allgemeinen noch immer dem Wesen einer andersgearteten Wesenhaften Kraft entlehnt, zu der rechtmäßig gehört.
Der Unterschied liegt darin, daß das Wesenhafte aus dem Kampf um Leben und Tod sich nicht die Notwendigkeit schafft, entstandene Fäden aus Schmerz und Leid zu sühnen, wie es bei der geistigen Art der Fall ist.
Die Menschen hätten ihr Verständnis vom Kampf längst schon in eine schöpferische, aus dem Inneren kommende Tatkraft verwandeln sollen, die dort aus dem Wunsch heraus erwächst, alles zu fördern und zu unterstützen und dadurch als Ganzes zu erheben.
Im geistigen Sinne bedeutet Kampf nur eines:
UNERMÜDLICHES, ENTSCHLOSSENES VORANSCHREITEN IM BESTREBEN, RAUM UM RAUM IM SCHÖPFERISCHEN SINNE ZU DURCHSCHREITEN, UM IHN ZU ERHEBEN UND SOMIT AUCH ZU VEREDELN.
Auch die Verteidigung bereits verfeinerter Räume vor jedem Fall aus der erreichten Höhe ins Niedere.
Genau so haben alle Diener Gottes, also jene, die unerschütterlich im Licht schwingen, seit langer Zeit gehandelt.
Bei der Befolgung der Schöpfungsgesetze könnte dann niemals ein Zustand der Lauheit und Verlangsamung eintreten, denn der innere Drang der Gestaltung des Neuen wäre stets eine ausreichend starke Quelle sich erneuernder Kraft.
Und wenn alles gemäß den Schöpfungsgesetzen stets in Bewegung gehalten wird, so strömte immer mehr Stärkung und Ermutigung von den geistigen Führern aus der Urschöpfung herbei, ebenso wie auch die tatkräftige Unterstützung vom Hohen Wesenhaften, welches die Menschen desweiteren noch nicht richtig erkannt haben.
Die Begrifflichkeit des Kampfes für alles Geistige in den Ebenen des Werkes der Nachschöpfung schließt daher niemals Schmerz, Tod und Zerstörung ein, sondern einzig und allein die Veredelung und Erhebung alles dessen, was der menschliche Wille auf seiner Wanderung berühren darf.
Damit diesem Willen jedoch vom Lichte Stärkung werden kann, muß er vollständig im Einklang mit jener Entwicklung schwingen, die von dem höheren Willen, dem Willen Gottes, der im gesamten Schöpfungswerk wirkt, gefordert wird.
Diese Harmonie zu erreichen und dauerhaft in ihr zu mitzuschwingen, erfordert den höchsten Einsatz aller geistigen Fähigkeiten des Menschen.
Es erfordert die beständige Überwindung aller Hindernisse, die dem Durchdringen der Schwingungen des Alten durch das neue, höhere Wissen im Wege stehen.
Die Überwindung von Hindernissen bedeutet jedoch nicht, mit dem Alten in Konflikt oder sogar zum Zusammenstoß zu geraten, sondern besteht zu neun Zehnteln darin, ein völlig neues Herangehen an die Lebensweise mit allem, was dazugehört, zu entwickeln.
An erster Stelle für diesen Wandel stehen die empfindsamen Schwingungen des geistigen Inneren und die daraus entstehenden Gedankenformen.
Die vorbereitende Arbeit in dieser Richtung muß von jenen aufgebracht werden, die sich darnach sehnen, wahre Helfer bei der Wandlung der irdischen Welt hin zu einer höheren Stufe im Wissen um die Wahrheit zu sein.
Es ist die Arbeit vorerst in großem Maße geistiger Natur, letztlich aber auch rein irdisches Tun.
Alles muß mit redlichster Mühe und Anstrengung erarbeitet werden, denn in der Schöpfung fällt einem nichts von selbst in den Schoß.
In dem Bemühen und auch der Anstrengung wächst und erstarkt der Geist und erlangt gerade dadurch seine Selbständigkeit und seine Freiheit im Empfinden.
Dies sind die wertvollsten Gaben, welche der menschliche Geist empfangen kann.
Wenn wir also von einem Kampf sprechen wollen, so soll damit das innere Ringen des Menschen mit seiner eigenen Neigung zu Lauheit und Oberflächlichkeit in all seinem Denken und seinen Empfindungen über das Leben und alles jenes, was die Erkenntnis der überirdischen höheren Geschehnisse in der Schöpfung betrifft, gemeint sein.
Die Grenzen, die das menschliche Begreifen bisher so fest und eng umschlossen halten, müssen zu einem großen Teil in Höhe und Weite hin verschoben und somit gelockert werden, hin zu einem immer umfassenderen Erfassen der Wahrheit.
Dies wird Teil der sich nähernden Geistigen Erleuchtung auf Erden sein.
Und diese Erleuchtung wird durch die Verbindung mit dem Strahl Parzivals eintreffen.
Es gilt vor allem, darin das dringende Bedürfnis jedes einzelnen menschlichen Geistes nach Selbständigkeit und Freiheit in dem Geiste zu erkennen, der sich eine Verbindung mit dem Strahl Parzivals ersehnt.
Diese Verbindung ist jedoch nur durch das innere sehnsüchtige Wollen des menschlichen Geistes auf seiner ganz einzelpersönlichen Ebene und durch das Aufschwingen in seine höchste Lebenskraft möglich.
Andernfalls kann keine Verbindung hergestellt werden, denn dies bedingt der Grad der hohen Strahlkraft in Parzivals Strahl.
Die Wahrheit kann vom Menschen nur durch jene Stärkung und Ermutigung erkannt und verstanden werden, die er von dem Kraftfluß des Strahl Parzivals empfängt.
Dies ist das Neue, das sich nun als die natürlichste Veränderung in der Grundhaltung des Menschen ereignen soll.
ALLEIN DIE REINE ABSICHT DES MENSCHEN, DEM LICHT ZU DIENEN, LÄßT DEN GEIST SELBSTTÄTIG DURCH DAS WEBEN DER FÄDEN DURCH DIE ALFARS EINE VERBINDUNG ZU DER GÖTTLICHEN AUSSTRAHLUNG FINDEN, WOBEI ER SO EINE LEBENDIGE VERBINDUNG MIT DEM STRAHL PARZIVALS ERFÄHRT.
JEDER MENSCH KANN SICH MIT DEM STRAHL PARZIVALS VERBINDEN, VORAUSGESETZT, ER ERFÜLLT DIE BEDINGUNG DER LAUTEREN REINHEIT UND DES WAHREN SEHNENS, DEM LICHT ZU DIENEN.
DIESE BEDINGUNG ÖFFNET DIE GRENZEN FÜR DAS HÖHERE WISSEN UND ERFASSEN DER WAHRHEIT.
Je mehr Menschen auf Erden diese Bedingung erfüllen, desto rascher wird die verheißene Geistige Erleuchtung eintreffen.
Wer dies richtig begreift, der kann sich in jedem Augenblick seines Daseins der Erweiterung der Grenzen seines Denkens widmen.
Keine äußere Macht kann ihn daran hindern.
Einzig er selbst, mit seiner Bequemlichkeit und seiner Lauheit, schafft sich Hindernisse und Unmöglichkeiten auf seinem Weg zu höherer Erkenntnis.
Daher sollte dieses Wissen nun Anlaß zu freudigem Aufschwung der Geisteskräfte hin zu der Großen Geistigen Erleuchtung sein.
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