DIE FREUDE DER SELIGEN

TEIL – III

ÜBERBLICK

ÜBER DIE HEIMAT

Wenn die Seele, entsprechend ihrer Reinheit und inneren Lebendigkeit, die Gnade empfängt, zu höheren Orten aufzusteigen, die von einem helleren Licht erleuchtet werden, wird ihre Wahrnehmung ihres Selbstbewusstseins immer stärker und somit immer freudiger an allem, was sie erkennen darf. 

Viele Seelen erfahren dies so intensiv, dass sie oft begeistert davon sprechen, erst auf diesen sonnigen Höhen spürten sie die wahre Bedeutung der Worte „leben dürfen“. 

Und gleichzeitig, während sich ihnen die Aussicht auf immer tieferes Wissen offenbart, zusammen mit jener lebendigen Sensibilität für alles Existierende, die dort zum Leben gehört, verwandelt sich alles, was sie in den düsteren Zeiten des irdischen Daseins erfahren haben, in einen Traum der Vergangenheit. 

Dies ist also genau das Gegenteil dessen, wie die Menschen hier auf Erden die Fortsetzung ihres Lebens nach dem Tod sehen. 

Wenn aus der Perspektive des irdischen Bewusstseins die Welt jenseits der Grenzen grobstofflicher Sinneswahrnehmung unbestimmt, unsicher und leicht in Frage zu stellen, weil sie in trüber Unwissenheit liegt, so erscheint den Seelen, die den helleren Bereich der subtilen Welten bewohnen, der Rückblick auf vergangene Leben auf Erden wie ein Traum, aus dem sie erst im Stadium ihres Erwachens im geistigen Schleier zum wahren Leben erwachen durften. 

Es muss jedoch angemerkt werden, dass jeder Aspekt des menschlichen Geistes von unschätzbarem Wert ist, da er integraler Bestandteil seiner Reifung zur Stufe des integrierten Selbstbewusstseins ist. 

Nur so kann sich das Tor zur wahren geistigen Heimat vor der strahlenden Flamme des Geistes öffnen. 

Das irdische Leben ist von immensem Wert für die Entwicklung des menschlichen inneren Selbst, die eng damit verbunden ist, inwieweit diese Zeit in allen sich bietenden Umständen während des irdischen Daseins leidenschaftlich und rein erfahren wird. 

Aus den Schicksalfäden, die ein Mensch während seines irdischen Lebens durch seine Bemühungen knüpft, formt sich der Weg, der zu den Ebenen der feinstofflichen Lichtsphären führt. 

Es hängt allein davon ab, wie sehr er alle Wendungen und vielleicht auch die Fallstricke mit seinen höheren Idealen von Reinheit und Edelmut durchläuft. 

Gleichzeitig gibt es jedoch kaum etwas an der erwähnten Erfahrung der Seelen in den Lichtsphären der feinstofflichen Welten zu kritisieren, denn sie stellt einen wahrhaft bedeutenden Unterschied zwischen dem Leben hier auf Erden und dem Leben jenseits der Erde dar. 

Während viele Menschen im irdischen Leben aus der Sicht ihrer geistigen und emotionalen Wahrnehmung oft nur überleben, kann ihr Inneres, wenn sie die Ebenen der feinstofflichen Welt etwas höher erreichen, von einer freudigen inneren Akzeptanz des Lebens erfüllt sein, die in keiner Weise mit dem vergleichbar ist, was sie zum Zeitpunkt ihrer Inkarnation in der grobstofflichen Welt erlebt haben. 

Ein großer Teil der Schuld an diesem Unterschied in der Erfahrung liegt natürlich in dieser Welt der grobstofflichen Materie mit irdischem Bewusstsein, das so stark von Gehirnaktivität geprägt ist, in der sich der Verstand mit seiner engen Art des Verstehens und seinerr schwerfälligen Trägheit als größtes Hindernis für jedes emotionale Verständnis manifestiert.

Der Mensch auf der Erde lässt dies natürlich nicht zu, da er glaubt, die volle Kontrolle über sein Denken und Handeln zu haben und dass es keine höhere Wahrnehmungsebene geben kann als die, die ihm seine vergängliche irdische Hülle bietet. 

Viele würden bis zur Erschöpfung argumentieren, dass ihr irdisches Bewusstsein das Beste sei, was sie erreichen konnten, und dass es nichts Besseres gäbe. 

Er könnte vielleicht auch viel Bestätigung für seine Theorie ertragen, die er stets allein auf die Erfahrung seines Bewusstseins hier in der grobstofflichen Materie stützt, wo die Grundlage für Denken und Handeln größtenteils vom Gehirn seines Körpers geliefert wird. 

Das Gehirn ist jedoch genau die Ursache, die jedem höheren Verständnis im Wege steht. 

Daher muss alles, was in Brillanz, Geschwindigkeit und zugleich größerer Begrenztheit mit der subtil-materiellen Wahrnehmung jeder helleren Seele verbunden ist, der irdischen Bezeichnung für Schärfe und allen anderen Fähigkeiten des Gehirns verwehrt bleiben. 

Diesen Unterschied kann jeder erst erkennen, wenn der Einfluss der Begrenzung des Gehirns nachlässt und sein Bewusstsein stärker mit der emotionalen Erfahrungsfähigkeit verbunden ist, die in den höheren Welten mit natürlicher Durchdringung den subtileren geistigen Schleier durchdringt. 

Dann ist plötzlich alles für die Seelen dort viel wertvoller, und alle Erfahrungen werden mit einer nie dagewesenen Lebendigkeit und einem Verständnis wahrgenommen, das im Vergleich zum Leben hier auf Erden im Zusammenhang mit dem grobstofflichen, physischen Gehirn für einen Augenblick undenkbar wäre.

Umgeben von hellem Licht freuen sich die Seelen darüber, dass ihnen die Möglichkeit gegeben wird, ihre Wahrnehmung viel freier zu erleben. 

Alles, was sie umgibt, wird von ihnen in jedem Augenblick unvergleichlich direkter und innerlicher aufgenommen als in der Welt der grobstofflichen Materie. 

Es scheint, als sei alles von einer völlig anderen Transparenz und Leuchtkraft durchdrungen. 

Dies betrifft jedoch nicht nur die Wahrnehmung der Umgebung durch die feinstofflichen materiellen Sinnesfähigkeiten der Seele, sondern auch das eigene Verständnis und das wachsende Wissen über den neuen Ort, an dem die Seele weilen darf. 

ALLES WIRD AUF EINE NEUE WAHRNEHMUNGSEBENE GEHOBEN, DIE DURCH DIE HÖHERE FÄHIGKEIT ERMÖGLICHT WIRD, DIE INNERE GEISTIGE FLAMME AUSZUSTRAHLEN.

DIESE ERWÄRMT DIE SUBTILERE GEISTIGE HÜLLE LEICHTER UND MACHT SIE DADURCH BEWUSSTER.

DIES IST EIN VÖLLIG AUTOMATISCHER PROZESS, DER ALLEM GEISTIGEN ZUTEILWIRD, DAS SICH IN DIE RICHTIGE RICHTUNG ENTWICKELT, NÄMLICH AUFWÄRTS ZU DEN LICHTEBENEN SEINER GEISTIGEN HEIMAT.

WENN DER MENSCHLICHE GEIST SICH ERHEBT, WIRD IHM ALLES LEICHTER UND ER ERFÄHRT FREIERE, STÄRKERE WAHRNEHMUNG UND EIN UMFASSENDERES WISSEN.

DIES GEHTMIT DER TIEFEN FREUDE AM VOM SCHÖPFER GESCHENKTEN LEBEN EINHER, DENN ES IST EIN NATÜRLICHER PROZESS IM SCHÖPFUNGSWERK.

DASSELBE GILT FÜR DEN ZUNEHMEND BEWUSSTEN DIENST AM LICHT, AN GOTT ODER AM WILLEN GOTTES.

Das bedeutet nicht, dass sich die Seele etwas Stärkerem unterwirft, etwa gegen ihren Willen. 

Im Gegenteil: 

SIE WIRD VON EINER NATÜRLICHEN KRAFT ANGEZOGEN, DIE MAN MIT DEM BILD VERGLEICHEN KANN, DASS DAS, WAS DIE SEELE ALS BEDEUTUNGSVOLL EMPFINDET, IHR EIN HÖHERES SELBSTWERTGEFÜHL VERMITTELT.

So wird die Seele, getrieben vom Wunsch nach einer immer stärkeren Erfahrung ihres eigenen Wertes, von einer bestimmten Bewusstseinsebene auf einen Weg geführt, der ihr dies im besten Umfeld ermöglicht. 

Und weil diese Wege von den Alfars, also jenen Webern, die dem Willen Gottes treu dienen, geformt werden, strebt die Seele in ihrer Erkenntnis und ihrer Empfindung naturgemäß nach Harmonie mit dem Willen Gottes, da dieser ihr eine immer stärkere Anwendung und somit eine immer tiefere Erfahrung ihres eigenen Wertes ermöglicht. 

Der Wille Gottes bietet der Seele und insbesondere dem geistigen Wesen des Menschen stets das Beste, was sie benötigt, um einen Zustand vollkommener Anwendung zu erreichen. 

Dies wiederum bewirkt neue Ströme des Glücks und der Seligkeit, die der weltliche Zustand niemals zulassen würde, da sie die Seele und schließlich den vollendeten menschlichen Geist zu neuen Aufgaben oder Möglichkeiten für eine sinnvolle Anwendung im Werk der Schöpfung führen. 

Der Wille Gottes ist daher nicht etwas, das der Seele oder gar dem irdischen Menschen vom Schöpfer aufgezwungen wird, wie es religiöse Vorstellungen, aber auch im Allgemeinen die Gegner der Idee des Menschen als Teil von Gottes Werk annehmen, glauben, sondern er ist ein beständig angebotener Weg bester Art, der sich im jeweiligen Augenblick auf den individuellen Stufen der geistigen Entwicklung offenbart. 

ES IST WICHTIG, STETS ZU BEDENKEN, DASS DIE FÜLLE DES MENSCHLICHEN GEISTES, DIE AUS DER ÜBEREINSTIMMUNG MIT DEM WILLEN GOTTES ERWÄCHST, UNTRENNBAR MIT EDELMUT UND ALL DEN TUGENDEN VERBUNDEN IST, DIE DER GEIST IN SEINER MENSCHLICHEN GESTALT ENTFALTEN KANN.

HIER ZEIGT SICH, DASS DAS, WAS MAN GEMEINHIN ALS ERFÜLLTES LEBEN AUF ERDEN BEZEICHNET, LETZTLICH IMMER NUR EIN ABBILD DER WAHREN VITALITÄT BLEIBT, DIE DEM MENSCHLICHEN GEIST IM JENSEITS ZUTEILWIRD, WENN ER SICH RICHTIG UND RUHIG ZUM LICHT ERHEBT.

Im irdischen Leben bleibt es im Vergleich zu den lichteren Ebenen der feinstofflichen Lichtbereiche nur matt und nicht vollkommen transparent. 

Nur gelegentlich erreicht ein Mensch hier auf Erden eine Erfahrungsebene, die höheren Ebenen entspricht. 

Dennoch besteht für jeden, der hier ist, die Möglichkeit einer tiefen emotionalen Erfahrung, doch sind heutzutage nur wenige Menschen in der Lage, jederzeit vollkommen an ihrem inneren Sein teilzuhaben. 

Seit Jahrtausenden bewegen sich die Menschen träge und oberflächlich durch die Materie, nur gelegentlich unterbrochen von sinnlichen Erfahrungen durch das Erwachen von Geschmack und Instinkten oder durch einen kurzen Zustand der Sättigung oder gar berauschender Glückseligkeit. 

Diese haben jedoch nichts mit der erfüllenden Glückseligkeit zu tun, die eine rein beschwingte Seele in der anderen Welt erfahren kann. 

DIE VERBINDUNG MIT DER HARMONIE DES GESAMTEN SCHÖPFUNGSWERKES UND SOMIT MIT GOTTES WILLEN IST IN DEN ÜBERIRDISCHEN SPHÄREN DURCH DEN ERLEUCHTETEN GEISTIGEN KÖRPER UM EIN VIELFACHES FEINFÜHLIGER WAHRNEHMBAR ALS IN DER DICHTE DER HEUTIGEN IRDISCHEN KÖRPER DER MENSCHEN.

Dies schenkt den dort weilenden Seelen einen Zustand der Freude und des Glücks, den wir hier auf Erden nicht finden. 

Die Dichte, die durch den Niedergang dieses Teils der Welt unter dem Einfluss übermäßiger Materie und des geringen Willens der Menschen entstanden ist, lässt den Zustand beständiger, kindlicher Begeisterung für das Gute nicht erhalten und weiterentwickeln. 

Deshalb hinkt die irdische Welt allem hinterher, was das wahre Wesen des Augenblicks in sich trägt, aus dem die aufsteigenden Fäden der Erfahrung stets den höchsten Wert besitzen. 

All dies und vieles mehr kann die Seele verwirklichen, der dank ihrer inneren Lebendigkeit und Reinheit die Möglichkeit gegeben wird, in die Ebenen der lichten, feinstofflichen Welten einzutreten.

Die Seele, verzaubert von all dem, sehnt sich zunächst danach, etwas davon mit jenen zu teilen, die sie auf Erden als ihre Lieben betrachtet und die, anders als sie selbst, an ihre Körper gebunden bleiben.

Doch beim Blick nach unten erkennt sie allmählich, wie vergeblich dies wäre, denn die Undurchdringlichkeit der Materie erlaubt es den physischen Nerven der Menschen heute nicht, die so dringend benötigten Schwingungen zu übertragen, die notwendig wären, damit etwas Größeres in ihnen erklingen könnte, das sie auf eine Ebene erheben würde, auf der sie vielleicht, zumindest für einen kurzen Augenblick, die Pracht erahnen könnten, die die Seele selbst erfahren darf.

So verweilt ein stilles Gebet für eine gewisse Zeit in der Seele, um jene zu ermutigen, die aus ihrer Sicht noch weit unten im irdischen Kampf stehen, damit auch sie eines Tages zu den Orten gelangen dürfen, die sich ihnen durch die Gnade des Lichts als wunderbare, subtile Gärten und Landschaften geöffnet haben, die für eine neue, beglückende Erkenntnis von Gottes Werk bestimmt sind. 

Allmählich jedoch wird die Seele in so viele neue Erfahrungen hineingezogen, dass die wiederholte Hinwendung nach unten, selbst zum Zweck ernsthafter Fürbittgebete, als Rückschritt empfunden wird, den sie in diesem Moment als Kränkung wahrnimmt. 

Der Wille Gottes ruft sie weiter zu Neuem, während sie im festen Vertrauen bleibt, dass Gottes Liebe, so wie ihr die Gnade zuteilwurde, hierher zu gelangen, auch allen anderen Menschen mit reinem Herzen den Weg bereiten wird, damit auch sie eines Tages diese wundervollen Orte erreichen können. 

Nach und nach erkennt sie in neuen Perspektiven, wie viel von der Reise noch vor ihr liegt, damit sie eines Tages jene Orte erreichen kann, von denen der stets ferne, aber doch so magnetisch anziehende Strom des Lichts herabströmt, und auch den subtilen Klang unbeschreiblicher Schönheit, den sie von Zeit zu Zeit in innerer Faszination vernehmen darf. 

Es ist der Ruf der Höhen der wahren Heimat, die letztlich der gnädigste Ort allen Seins sein muss. 

ES IST JENE NÄHE GOTTES, DIE AUF DEN STUFEN ZUM THRON GOTTES ERBEBT, DER SICH IN UNERMESSLICHER FERNE IN DEN HÖHEN GOLDENER WOLKEN BEFINDET, GEFORMT AUS DEN FEURIGEN STRAHLEN, DIE DIE GRENZE ZWISCHEN DEM GÖTTLICH WESENLOSEN UND DEM GÖTTLICH WESENHAFTEN RAUM ÜBER DER SCHÖPFUNG ÜBERSCHREITEN.

SO ZUMINDEST NIMMT DIE SEELE ES MIT IHRER GESAMTEN FEINSTOFFLICHEN WAHRNEHMUNG WAHR, DIE TAUSENDMAL FEINER IST ALS DIE NERVEN DES GROBSTOFFLICHEN KÖRPERS.

MIT IHREM GANZEN WESEN ERFÄHRT SIE DIE GRÖSSE UND VOLLKOMMENHEIT ALL DER EREIGNISSE, DIE SIE STÄNDIG UMGEBEN, UM SIE ZU STÜTZEN, ZU LEITEN UND IHR WISSEN STETIG ZU ERWEITERN.

VIELE SEELEN IN DEN LICHTEN REGIONEN WURDEN KÜRZLICH MIT DEM WISSEN UM DEN SOHN GOTTES UND DEN SOHN DES MENSCHEN BESCHENKT, UND IN IHRER INNEREN EINSTIMMUNG ERSTRAHLT DIE HELLE FLAMME DER INTUITION DER GÖTTLICHEN WAHRHEIT.

DER STRAHL PARZIVALS SCHENKTE DEN FEINSTOFFLICHEN EBENEN DES LICHTS DAS WISSEN, DAS DORT ZUVOR NICHT ZU FINDEN WAR.

UND NUR JENE SEELEN, DIE MIT DEM WISSEN UM DIE WAHRHEIT KOMMEN, DÜRFEN DIE GRÖSSE DES INHALTS, DER IN DIESEM WISSEN LIEGT, ALLMÄHLICH ZUR VOLLEN ENTFALTUNG BRINGEN.

ALLES, WAS DAS WISSEN UM DIE WAHRHEIT AUF ERDEN UMGAB – SCHWERFÄLLIGER, EINENGENDER BALLAST MENSCHLICHER GEDANKEN, DER SICH UM EINZELNE KÖRNCHEN WAHRHEITSWISSEN WICKELTE –, VERLIERT HIER ALLMÄHLICH SEINE MACHT.

Je höher die Seele ist, desto stärker verwandelt sich alles, was von der irdischen Auffassung von Richtig und Falsch beeinflusst wurde, in ein fernes Rauschen, das, wie ein verklingendes Summen, zur Wahrnehmung des subtilen Klangs eines neuen Wissens um die wahre Bedeutung menschlichen Handelns in den Materien wird. 

DIE AUTHENTIZITÄT DES WISSENS UM ALLES, WAS MIT DEM IRDISCHEN WEG PARZIVALS UND ALL JENER, DIE IHN BEGLEITEN DURFTEN, VERBUNDEN IST, LIEGT HIER IN VOLLKOMMENER OFFENHEIT VOR, ZUR ÜBERRASCHUNG VIELER, FREI ERKENNBAR, WENN SIE ES DENN ERKENNEN WOLLEN.

Zur großen Erleichterung vieler fallen hier die drückenden Steine irdischer Dogmen und scheinbarer Überzeugungen zu Boden, die sich als völlig irrtümlich und von den Grenzen des Verstandes geprägt erweisen. 

Vieles schmilzt rasch wie Schnee in der Sonne, nicht um den Sieg derer zu bestätigen, die sich aufgrund ihrer Empfindung in diesem oder jenem Punkt bereits auf Erden der Wahrheit näher fühlten, sondern einzig und allein zur gemeinsamen freien Erfahrung all jener, denen der Aufstieg zu diesen Orten vergönnt ist.

Die gemeinsame Harmonie wahren Wissens vereint alle und ermutigt sie, neue, lebendige Bilder zu erschaffen, die aus der unerschöpflichen Quelle des Wissens über die Schöpfung, über alle Geschöpfe und Bewohner dieses wunderbaren Werkes und auch über Gott selbst entspringen. 

Hier entdecken die gesegneten Seelen auch, wie das Licht selbst die kleinsten Dinge wertschätzt, die von den Menschen auf Erden gewöhnlich nicht wahrgenommen, geschweige denn von anderen auf Erden gewürdigt werden. 

Aus diesen Schwingungen des inneren Wesens der Menschen werden die wichtigsten Fäden des Schicksals gewoben, die zur Befreiung der irdischen Welt von ihrer Last der Dunkelheit und für die Seelen selbst auf ihrer Reise hinauf zum lichten Zuhause führen. 

Der Kampf um den Sieg in der äußeren, sichtbaren und greifbaren Welt dominiert noch immer alles andere auf Erden, doch dies ist keine Bedingung für den wahren Sieg des Lichts. 

Das Licht stellt keine Forderungen an die Menschen in diesem Kampf, denn der wahre Sieg liegt in der Reinheit des inneren Wesens des Menschen. 

Doch während die irdische Welt für die Seele an dem Ort, an dem sie neu wohnen darf, in den Hintergrund tritt und alles Irdische nur noch ein Traum der Vergangenheit ist, steigen aus dieser fernen Zeit, die den Menschen umgab, ohne dass er es bemerkte, subtile Schwingungen wahrer Menschlichkeit auf. 

Diese Schwingungen sind neben anderem großen Wissen, von dem die Seele in den Lichtsphären viel empfängt, das Wertvollste, das sie in ihrer Reife und Weisheit voranbringt und sie in ihrer zunehmenden Helligkeit und Strahlkraft immer vollständiger macht. 

Daher sollten die Menschen auf Erden sich bereits bewusst sein, welche Momente in erster Linie aus der Perspektive des Lichts von hohem Wert sind und nicht danach, wie dies oder jenes von anderen in der sichtbaren Welt gelobt wird. 

Es ist zumeist nicht das, was für andere äußerlich sichtbar ist, sondern eine innere Haltung, die den Menschen auch dann begleitet, wenn andere ihn nicht sehen oder wenn sich alles Wichtige in ihm auf der Ebene seiner Gedanken und der Impulse seines inneren Willens entfaltet. 

Hier offenbaren sich die wahren Grenzen der inneren Reinheit und Erhabenheit eines Menschen, jene Grenzen, die zusammen mit dem geistigen Schleier in die subtileren Sphären reichen. 

Und all dies wird der Seele dann zu erkennen gegeben, was zugleich der wertvollste Teil ihres wahren Reichtums ist, mit dem sie sich für all die Gnaden, die ihr im entsprechenden Maße zuteilwerden, beweisen kann. 

Doch es geht nicht um Handel oder darum, den eigenen Wert hervorzuheben, denn all dies musste sich zuvor viel tiefer in der reinen Inbrunst auflösen, die die Seele bei ihrer Ankunft in der subtilen Welt zu zeigen hatte. 

Dies geschieht auch nicht durch Prüfungen oder andere Beurteilungsmethoden durch eine dazu bestimmte Person, sondern ist ein völlig automatischer Prozess, der sich entfaltet, sobald sich die Seele vollständig von den Fäden befreit hat, die sie in diesem Moment an die bereits unbewegliche Hülle des irdischen Körpers binden. 

Sie ist von Hilfen umgeben und wird zugleich von Fäden des Schicksals vorwärtsgezogen, die aus ihrem eigenen früheren Willen gewoben sind. 

Alles Reine und Inbrünstige ebnet den Weg für den Fortschritt, auch wenn es anfänglich vielfältige Formen und Gestalten annimmt, deren Wesen die Seele erst kennenlernen und bei ihrer Rückkehr auf diese Seinsebene wieder annehmen muss. 

Doch selbst dies geschieht schnell und mit einer gewissen Spontaneität, sofern das Fundament desjenigen, der die andere Welt betreten hat, genügend gesunde Vitalität und vor allem kindliche Reinheit bewahrt hat. 

Vieles in dieser Konstellation bestimmt den weiteren Weg: 

Führt er frei und schnell nach oben, verursacht er eine Blockade in den Hell-Dunkel-Welten oder zieht er die Seele gar noch tiefer hinab, auf Ebenen unterhalb der grobstofflichen, hermetischen Ebene, die als dichterer, schwebender Boden in einem viel größeren Bereich der feinstofflichen Materie erscheint, die aus vielen Sphären besteht? 

Die Seele selbst bestimmt durch ihren Willen, wohin ihre Wege führen, die nichts anderes sind als Welten, die von den Händen der Alfars aus der feinstofflichen Materie für eine besondere Art von Leichtigkeit und Reife der Seelen geformt wurden.

Wie bereits erwähnt, ist für alle reineren und lichtere Seelen ein Weg vorgezeichnet, den wir den Weg in den Armen des Lichts nennen können. 

Dem entsprechen all die Zwischenstadien, die die Seele durchläuft, vorübergehend im Zustand eines Neuankömmlings. 

In dieser Zeit wird ihr alles neu bewusst, und sie lernt alles neu kennen – wie es funktioniert und ihr auf Ebenen dient, die sich grundlegend von der Dichte der irdischen Materie unterscheiden. 

Wenn in ihr genügend Reinheit und ein starker Wille zum Licht vorhanden sind, verläuft alles auf automatischen Wegen, die um ein Vielfaches schneller, sorgfältiger, sicherer und auch wissender sind, als es für einen Neuankömmling auf Erden üblich ist. 

Denn diese subtile Welt wird vollständig vom Wesensgefüge gelenkt, ohne dass Menschen großen Einfluss ausüben können. 

Daher können wir von der vollkommenen Spontaneität vieler Ereignisse sprechen, die sich unmittelbar erfüllen, sobald der Impuls des geistigen Willens oder andere Einflüsse höherer Kräfte gegeben sind, die stets streng dem Wirken des Lichts unterworfen sind. 

Und alles ist auch für die Seele sehr leicht zu verstehen, wenn sie danach strebt, die richtigen Prinzipien zu erkennen, die sich in den sich entfaltenden Ereignissen manifestieren. 

Es ist ihr erlaubt, dies zu sehen und zu erkennen, und es gibt ihr immer wieder einen größeren Grund, den Schöpfer zu preisen, von dem alles im Werk der Schöpfung stammt. 

Es würde ganze Bücher füllen, wenn wir beispielsweise den Weg nur einer einzigen Seele beschreiben und versuchen wollten, zu erfassen, was geschieht und was sie gleichzeitig erlebt, sowie wie viele Hände von Webern an ihr wirken, damit all dies Manifestationen findet, die genau der inneren Stimmung der betreffenden Seele entsprechen, die gerade die subtilen Ebenen erreicht und Horizonte ungeahnter Wege eröffnet. 

Doch es würde niemals die Wirklichkeit des Zustandes erfassen, der nur an den gegebenen Orten in den feinstofflichen, lichten Sphären erfahren werden kann, denn der Leser würde die beschriebenen Dinge immer so akzeptieren, wie es ihm der irdische Verstand durch seine Wirkungsweise aufzwingt. 

Obwohl er die wunderbare Klarheit und das damit verbundene Glück empfinden würde, das dort für alle herrscht, denen der Aufenthalt an diesen Orten erlaubt ist, würde der Verstand immer versuchen, die Bilder mit der grobstofflichen Welt zu verknüpfen, die er als Grundlage für das Verständnis der Ereignisse benötigt. 

Dies ist jedoch kein Fehler der grobstofflichen Materie, sondern lediglich eine Denkweise, die hier etabliert ist und von den meisten Menschen als unerschütterliche Realität angesehen wird, bestätigt durch alle Sinneswahrnehmungen des irdischen Körpers. 

In Wirklichkeit können sich die Menschen jedoch der Erfahrung, die Teil der lichten Sphären des Schöpfungswerkes ist, innerlich annähern. 

Dazu müssen sie nur ihr Inneres befreien und ihrem Geist erlauben, die Bilder in seiner eigenen Lebendigkeit anzunehmen. 

Fast jeder kann dies erreichen, wenn er es wirklich will. 

Dies würde schließlich die träge Kruste aufrütteln, wie wir die intellektuellen Regionen der Erde heute nennen können.

Höhere Vitalität und die korrekte Annahme des Wissens über die Welten und Ereignisse, die den Orten des Schöpfungswerks jenseits der Materie angehören, würden allmählich zur Entdeckung von Formen und Konzepten führen, die durch sich selbst gesegnete Lichtströme in die irdische Welt bringen würden. 

Dies würde einen allmählichen Wandel im Denken der Menschen und in der Wahrnehmung aller daraus resultierenden Einstellungen im Alltag und in der Freizeit bewirken. 

Alles würde rasch eine andere Bedeutung und einen anderen Sinn annehmen, was nach und nach weitere Inspirationen hervorbringen würde, aus denen die gesamte irdische Welt schließlich zu jener Pracht erblühen könnte, die ihr heute weitgehend fehlt. 

SO WÜRDE ES AUCH VÖLLIG SELBSTVERSTÄNDLICH WERDEN, DASS UM DEN 30. MAI HERUM EIN NEUER TEIL VON GOTTES GNÄDIGER KRAFT IN DAS GESAMTE SCHÖPFUNGSWERK STRÖMT UND ALLE BEREICHE DURCHDRINGT, BIS ER SCHLIESSLICH DIE MENSCHLICH-GEISTIGE SPEZIES AUF DIESER ERDE ERREICHT.

DIE MENSCHEN WÜRDEN ALLES LERNEN, WAS MÖGLICH IST, UM SICH DER ERFAHRUNG ANZUNÄHERN, DIE ALLEN SEELEN IN DEN EBENEN DER LICHTSPHÄREN DER FEINSTOFFLICHEN MATERIE INNEWOHNT.

DIES WÜRDE EIN GROSSES, VEREINTES GEISTIGES BÜNDNIS SCHAFFEN, DAS ALLE BEREICHE DES SCHÖPFUNGSWERKES GLEICHZEITIG IM GEMEINSAMEN LOBPREIS DES SCHÖPFERS DURCHDRINGT.

DIE KRAFT UND DER SEGEN, DIE DARAUS AUF DIE ERDE STRÖMEN WÜRDEN, SIND HEUTE NOCH UNVORSTELLBAR, DENN HIER FINDEN WIR, MIT WENIGEN AUSNAHMEN, DAS INNERE LEBEN DER ERDENBEWOHNER.

Doch auch hierin befindet sich alles im Wandel, und ein großer Wendepunkt in der gegenwärtigen Entwicklung naht. 

Dieser sollte nicht länger von Rationalität geprägt sein, sondern eine Zeit vorherrschender Spiritualität werden, in der die Fähigkeit zum Empfinden und die tiefste Erfahrung derer, denen es künftig erlaubt sein wird, auf der Erde zu verweilen, im Vordergrund stehen. 

Dies wird letztlich automatisch die Erhebung der Erde bewirken, und somit wird die erwähnte Verbindung mit allen Ebenen des Lichts für diese Erde Wirklichkeit werden. 

Es bleibt die Frage, wer unter den heutigen Menschen für diesen großen Wandel ihrer inneren Reinheit und Vitalität wirklich bereit ist. 

Hinzu kommt der große Wunsch, dass es möglichst viele solcher Menschen gibt. 

Unter anderem ist es auch der große Wunsch jener wissenden Seelen, denen es von Zeit zu Zeit in den Sphären der feinstofflichen Lichtlandschaften erlaubt ist, für einen Augenblick in Einklang mit ihrem irdischen Leben zurückzukehren und den himmlischen Unterschied zwischen ihrem gegenwärtigen Zustand und dem fernen Traum ihrer vergangenen irdischen Existenz zu erkennen. 

Es ist der unaussprechliche Wunsch aller Lichtseelen, dass die Menschheit in größtmöglicher Zahl innerlich erwacht und schließlich einen neuen Weg einschlägt, indem sie dem Ruf Gottes aus der Gralsburg den Parzival überbracht hat, folgt.

 

 

 

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