KREISE DER RUHE
ZEIT DES STURMS
Es tost und braust und heult in der Gedankenwelt, gleich dem irdischen Luftmeere zu Zeiten, in denen mit dem Zusammenballen und Aufziehen von Gewitterwolken in voller Stärke zu rechnen
ist.
Diejenigen, die bisher glaubten, alle Furien und Harpyien seien bereits entfesselt, der rüste sich, denn jetzt stürzt die gewaltigste Schar dieser durch Gedanken und Empfindungen geformten Geschöpfe der Bosheit und des Hasses hernieder.
Was bisher in der gegenwärtigen Zeit als ein machtvolles Walten der Gedanken – und Empfindungsformen von Angst, Bosheit und Haß angesehen wurde, war in Wirklichkeit nur die erste Vorhut des wahren Übels.
Erst jetzt wird der größte Teil der wilden Formen entfesselt, die sich seit Jahrhunderten und Jahrtausenden von menschlicher geistiger Kraft ernähren, wann immer die Menschen ihre Bosheit und ihren Groll auf den Plätzen der Städte, in den Tempeln fanatischer Religionen oder an den Kriegsfronten der Nationen erheben, sooft Haß und Rachsucht sie in den roten Mantel hüllen, den Revolution und Aufruhr tragen.
Auch Aries trägt diesen Umhang, denn er ist derjenige, der stets die Verstärkung der Offenbarung von Veränderung und Umbruch in alle Ereignisse bringt.
Mit ihm naht der Wandel der Dinge, es stehen Transformationen kleiner und großer Art bevor.
Aries verbindet jedoch niemals Gemeinheit, Böses und Haß mit seinem Werk, sondern er wirkt in seinen Äußerungen immer wie ein Druck oder ein Schlag, der ausnahmslos auf eine kranke Stelle fällt.
Er ist wie ein Verstärker, der jeder ungesunden Umgebung eine scharfe Entwicklung verleiht, egal um was es geht.
Er bleibt jedoch für immer über den Welten, in die er nur mit seinem Speer vordringt, und ist daher nicht mit dem Geschehen verbunden, ist ihm nicht unterworfen und bleibt frei von ihm.
Sein Handeln gegenüber allem Ungesunden und Überreifen erfolgt ausschließlich gemäß den Gesetzen des Willens Gottes, nicht auf der Grundlage seiner eigenen Verletzung und Bitterkeit.
Keiner der Menschen vermag auf diese Weise zu handeln, da keiner von ihnen jemals imstande ist, diese Kräfte zurückzuhalten, vielmehr werden diese mächtigen Geschehen sie stets durch ihre eigenen persönlichen Fehler und Schwächen verzehren.
Es sind also immer nur die Menschen, die dem Prinzip des Kampfes eine Niederträchtigkeit ihrer selbst beimischen, aus der sich um die Menschen kreisende Schwärme wütender Kreaturen, ähnlich kreischenden Raben und Geiern, ernähren, und wo diese Menschen auch bereitwillig ihren Schwächen und ihrer Niedrigkeit erliegen, indem sie anderen, die sie als ihre Feinde betrachten, Schmerz und Leid zufügen wollen.
Aries hat jedoch keine Feinde, denn er wirkt in seiner Rolle reinigend und wahrt so eine Distanz und eine gewisse Ruhe in dem, was er bringt und verursacht.
Schon in den frühen Zeiten der Erde befolgten die Menschen sein Prinzip des Kampfes, aber anstelle der schöpferischen Zusammenarbeit, die eine Voraussetzung für den Aufstieg der geistigen Gattung des Menschen ist und welche die Überwindung und den Kampf in sich selbst für die eigene Verbesserung erfordert, erweiterten sie die Art des Handelns von Aries auf Motive, die schlechte und unreine Grundlagen in sich trugen.
Auf diese Weise entweihten sie das erhabene Prinzip des wahren Fortschrittes, welches Aries in seiner unerschütterlichen unbeugsamen Reinheit immer mit sich bringt, und schufen mit ihrer verdorbenen Unzufriedenheit in ihren Gedanken eine Brutstätte, aus der unaufhörlich Formationen des Hasses, des Übels und des Leidens hervorquellen konnten und weiterhin hervorquellen.
So entstanden in der Geschichte der Menschheit auf dieser Erde Aufruhr, Rebellion und Aufstände, welche nur Blutvergießen und Leiden aller Art hervorbrachten, aus denen dann stets neuer Groll und Haß sowie auch neue Unruhen geboren wurden.
So wallt und wogt es seit Jahrtausenden um die Erde.
Aus dem ursprünglich reinen Kampfprinzip des edlen Aries, das vor allem im Kampf mit den eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen den Ruf zum Fortschritt in sich trägt, haben die Menschen einen äußeren Kampf gegen andere geschaffen und so für sich und ihre Mitmenschen einen Weg geflochten, der alle Zeichen des dunklen Prinzips der Versuchung in sich trägt.
Und deshalb, als wiederkehrende Folge des besagten gefallenen Wollens der Menschen, gibt es jetzt eine Ansammlung von Furien und Harpyien, welche in dieser Zeit des Höhepunktes aller Geschehen sich austobend über der Menschheit stehen muß.
Es wird etwas sein, das die ganze Menschheit in seinen Bann zieht.
Ohne daß sich die Menschen dessen bewußt sind, werden plötzlich Aggressivität, Zorn und der Wunsch, andere anzugreifen, in ihnen auftauchen, wobei als die Gründe sich dafür mehr oder weniger Kleinigkeiten präsentieren werden, über welche die Menschen unter anderen Umständen abwinken, lächeln und weiterziehen würden.
Jetzt wird es jedoch wie ein elektrischer Stromschlag sein, welcher den Geist eines Menschen trifft und ihn zu einem aggressiven Wesen gegenüber anderen macht, egal ob welcher Kleinigkeit es sich in ihm gerührt hat.
Das Böse erhebt sich und strömt durch verletzende Worte und durch das Streben nach Demütigung und Erniedrigung aus, in dem Bemühen, das zu erreichen, was den Furien Macht verleiht, die Herrschaft über andere zu erlangen.
In all dem steckt ein herannahender Sturm, dessen Tosen und Donnern bereits in den Gedankenebenen rund um die Erde zu hören ist.
Wer sich dem in völliger Befreiung seines Inneren entziehen möchte, muß sein Inneres für alle Gedanken der Unzufriedenheit, der Vorwürfe und der unfairen Forderungen gegenüber anderen Menschen verschließen.
Das Innere muß gegenüber den erwähnten zersetzenden Einflüssen fest verschlossen sein und gleichzeitig muß es auch mit vielfacher innerer Freude erfüllt sein und von vertrauensvollem Glück über Gottes Hilfe, die nur geboren wird im rein abgestimmten Inneren eines geistig reifen Menschen, damit er genügend Kraft hat, um dem Druck von außen standzuhalten.
Es wird also ein echter Kampf für Reinheit und inneren Frieden in jedem einzelnen Menschen sein.
Von außen tost und braust es, als ob die Fensterläden und Türen einer kleinen Hütte dem Ansturm eines Wintersturms standhalten müßten.
Damit das kleine Haus in einem wütenden Sturm nicht auskühlt und seine lebenspendende Kraft nicht verliert, muß jeder Mensch eine äußerst starke und lichte Flamme im Herzen und Herd seines Geistes stark und leuchtend aufrechterhalten.
Und eine solche Flamme kann nur aufrechterhalten werden, wenn im Inneren, als Schwelle alles Empfindens und Denkens im Menschen, ein Lichtaltar vorhanden ist, der ständig von einem reinen, innigen Gebet zu Gott erleuchtet wird.
Der Sturm, der von den Alfars und Vanen angekündigt wird, die die Fäden des Schicksals für alle Menschen weben und nun auch alles genau so formen, wie es um den Menschen herum genau bestellt ist, wird nicht nur eine kurze Weile andauern, sondern eine gewisse längere Zeit.
Er entlädt sich derart, daß er durch seine Kraft die Abtrennung von denen herbeiführt, die sich widersetzen, und zugleich auch denen, die in ihrer Schwäche nicht bestehen können und zusammenbrechen werden.
Als schützende Hand aber neigt es sich über alle jene, die mit dem Wort der Wahrheit als wirklich erwachte Geister gelten, damit sie mit dem helfenden Schirm des Grals aufrecht stehen können.
Wer das alles erträgt, wird für den Rest seines Erdenlebens tausendfache Kraft für seinen Geist erhalten.
Seine Flamme wird dann von innen nach außen leuchten und Licht in den dunklen Wintersturm senden, wie ein rettender Hoffnungsstrahl für andere Menschen.
Doch sei auf Deiner Hut, oh Mensch, denn die Fensterläden und Türen Deines Innenraums haben viele Löcher und Risse, die Du noch nicht repariert hast, weil Du meinst, daß dafür noch genug Zeit wäre.
In der Torheit der Annahme, daß es nicht so sein wird, wie es vor Jahrzehnten auf dem Heiligen Berg angekündigt wurde, sondern daß es sich vielleicht irgendwie zu einer besonderen Wohltätigkeit gegenüber den irdischen Menschen entwickeln wird, habt Ihr vieles in Euch übersehen und vernachlässigt.
Jetzt bleibt nicht mehr viel Zeit, um all dies zu korrigieren zu und zu ändern, denn die Annahme, daß es sich schon irgendwie entwickeln wird, hat die Lebendigkeit Eueres Geistes völlig gelähmt und so viele Menschen befinden sich in einem Zustand der Unfähigkeit und des Unwillens, etwas zu ändern.
Oftmals sind ganze Teile der schützenden Mauern so zersetzt und verfallen, daß sie bei der ersten Böe eines heftigen Sturmes ernsthaft erzittern.
Auch das Feuer im inneren Herd brennt schwach und unsicher, weil es nicht mit dem Öl der inneren Selbstüberschreitung und der selbständigen Überzeugung und der sich daraus ergebenen Entwicklung auch des Gottvertrauens genährt wurde, sondern immer darauf vertraut wurde, daß jemand von außen für Licht und Wärme sorgen wird, jemand, der sich als kundig erweisen werde, der sich für die armen, schwachen Erdbewohner einsetzen und sie dadurch vor der Not bewahren werde.
Es braucht die geistige Freiheit und Selbständigkeit und innere Stärke in einem Menschen, die das einzige sind, das jetzt alles in Ordnung bringen und das Feuer im Herd neu entfachen kann.
Es scheint eher so, daß die meisten Menschen jetzt erschüttert und vielleicht sogar zerbrochen sein werden, sobald alles beginnt.
Oder vielleicht gibt es hier auch einen Hoffnungsschimmer, welcher erkennen läßt, daß das Innere der Menschen erwacht und bereit ist, mit aller Kraft für sich selbst zu kämpfen.
Oh, daß es so wäre, daß es gelingen würde und daß die Kraft der inneren enthusiastischen Begeisterung in den Menschen, die das Wissen haben, zu einer beispiellosen Bewegung gesteigert würde, die dann beständig ein Versprechen des Sieges ist.
Wer sonst kann den Sturm jetzt überstehen, wenn nicht diejenigen, die die Wahrheit in ihren Händen halten, die heilige Gralsbotschaft, die alles enthält, was für die Erlösung und den Aufstieg des Einzelnen und der gesamten Menschheit notwendig ist?
Darum auf zur Arbeit, damit das, was noch irgend zum Leben erweckt werden kann, über Nacht erstarke und zur wahren Rüstung wird, die den kommenden Stürmen standhält.
In dem, was freigesetzt wird, ist kein bißchen an Nachsicht und Milde zu finden.
Es ist der gedankliche Extrakt des Bösen in all seinen Formen, der von den Menschen selbst seit den Zeiten der Jahrtausende währenden alten Völker auf der Erde erschaffen und ständig belebt wurde bis heute.
Viele Formen der Furien sind so stark und mächtig geworden, daß sie wirklich unbesiegbar sind und man ihnen kaum noch widerstehen kann, wenn man ihnen allein gegenübertreten möchte.
Deshalb ist es so wichtig, eine innere Verbindung mit dem Licht zu haben.
Das Licht bringt Hilfe und Kraft überall dort, wo im Inneren der reine und helle Glanz der Flamme des beseelten lebendigen Geistes lodert.
Wo das innere Bestreben stets darauf gerichtet ist, in sich selbst in der Harmonie zu bleiben, vermag das Licht unter der Führung des Grals nun eine vervielfachte Kraft zu entfalten, die den äußeren Angriffen der Dunkelheit widersteht und gleichzeitig erlauben wird, daß bei jedem solchen Zusammenstoß die Finsternis geschwächt wird und somit es nicht schaffen wird, sich festzusetzen und folglich auch nicht in der Lage sein wird, sich dabei neue Lebenskraft abzuschöpfen, derer sie bedarf.
Mit jedem klaren, reinen und einfachen Gedanken, erfüllt von der unerschütterlichen Zuversicht in den Sieg des Lichtes, kann der herbeigerufene Diener des Grals die unsichtbaren ungeahnt mächtigen geflügelten Kreaturen der Dunkelheit schwächen und auch gänzlich auflösen.
Es ist ein echter Kampf, für den es notwendig ist, das höchste reinste Vertrauen in die Nähe der Liebe und des Schutzes Gottes zu haben, die um einen Menschen wirken.
Der Sturm bringt eine herausfordernde Zeit über die Menschheit, in der die heftigsten Kämpfe in der Welt der Gedanken und Empfindungen stattfinden.
Dies alles ist jedoch nur ein natürlicher Vorgang, der Ausgleich und zugleich Reinigung zur Klärung der Sphären um diese kleine Erde bringt.
Niemand vermag sich dem zu entziehen, denn es ist das Wesen der Furien, dort anzugreifen, wo auch immer sie ihre Beute wittern.
Und die Beute der wütenden Furien ist infolgedessen alles Geistige, was ihnen in seiner Unterwerfung seinen Anteil an geistiger Lebenskraft für ihr Leben geben kann.
Sich zu unterwerfen bedeutet, mit der Schwingung von sich Zersetzendem, Unharmonischem, Unreinem übereinzustimmen, auch wenn dies nur die äußerlich scheinbar unschuldige Form annimmt, sich zu empören oder sich einfach nur über die Handlungen anderer Menschen zu wundern.
All dies ist der Grund dafür, daß die Furien sich unversehens auf einen Menschen stürzen, um ihn dann in einem einzigen Moment in unbewußte Handlungen der Wut und des Hasses zu peitschen, die er selbst vielleicht nie in sich erwecken wollte.
Die Kraft der Furien in ihrer Überlegenheit jedoch wird ihn dazu zwingen, denn durch einen der Risse in der Mauer des Schutzes können sie in das Innere eines Menschen vordringen.
Der innere Kern des Menschen ist nicht zur Abwehr vorbereitet, sich zu verteidigen, und in seiner Torheit erlaubte er es selbst, daß durch seine Gesinnung eine der Klauen des Zorns in seinen Kern eindrang.
Auf diese Weise kann das Böse im letzten Augenblick noch in ihm Wurzel schlagen und ihn hinabreißen, wie sehr er auch von sich selbst denken mag, daß sein Denken und Empfinden immer ernst war und die sozialen Regeln der Zeit erfüllte.
Wenn es jedoch nicht von reiner Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft und einem edlen Verhältnis zu den anderen Menschen, zu deren Taten und Bestrebungen getragen ist, wenn diese nicht die Grundlage der Betrachtungsweise bilden, dann ist dies einer der Risse, der sich als verhängnisvolle Schwachstelle erweisen kann.
Blicken Sie also niemals auf andere, um ihre Handlungen zu beurteilen oder zu verurteilen und gleichfalls auch nicht in dieser Art auf sich selbst, denn Ihre Kraft soll sich auf alle Stellen in Ihrem Inneren konzentrieren, an denen der Weg zur Harmonie und zu dem Allumfassenden Guten gestaltet werden kann.
Und solche Orte gibt es immer genug, man muß sie nur richtig suchen und heraus finden.
Schließlich muß dem zerstörerischen Prinzip der ätzenden Kritik und des Angriffs auf andere Menschen Einhalt geboten werden.
Die kommenden Ereignisse werden offenbaren, daß diejenigen, die andere oft angreifen, in Wirklichkeit geistige Schwächlinge in sich selbst sind.
Ihre Art zu handeln hat keine Unterstützung im Schöpfungswerk und daher auch keinen Wert, der ihre Art und Weise zu denken und zu handeln zur Belohnung oder auch zum Schutze des Lichtes führen könnte.
Und dies auch dann, wenn die Menschen mit ihren Worten behaupten, eine hohe Vorstellung vom Namen Gottes zu haben.
Jeder, der bestehen will, der vom Licht als Schöpfer eines harmonischen Aufbaus gesehen werden möchte, jenes Aufbaus, der allein in naher Zukunft die Unterstützung und Stärkung der weisen Gesetze der Schöpfung haben wird, muß dies jetzt verinnerlichen.
Alles andersartige vom Licht Abgewandte wird mit der Zersetzung der verzerrten Vergangenheit untergehen.
Wohin der Mensch also gehen möchte, bleibt ihm selbst überlassen.
Er entscheidet, ob die Strahlung des Grals als schützender himmlischer Strom zu ihm strömen soll und ihm Kraft und Unterstützung für sein Handeln verleiht, oder ob er ihr als einem tobenden Sturm erlaubt, in seine Behausung einzudringen, diese aufzulösen und in unwiederbringliche Trümmer zu zerstreuen, die der Vernichtung geweiht sind.
Jetzt rückt es näher und es wird jede Anstrengung der Kräfte erfordern.
Wer denkt, daß er vielleicht davon ausgenommen sei und stehe geschützt abseits, wird als einer der Ersten getroffen, denn die Furien werden seine mangelnde Wachsamkeit und Unvorbereitetheit schnell bemerken.
Wer jedoch in Wachsamkeit und reinem Gebete steht in inbrünstiger Vorbereitung auf die kommende Zeit, indem er es immer wieder übt und so lernt, die Harmonie und den Frieden der Erkenntnis des Lichtes dauerhaft in sich zu tragen, der wird zu der rechten Zeit beschützt werden.
Der Gral sendet seine Ritter, um diejenigen zu beschützen, die durch ihre Bemühungen beweisen, daß ihr Inneres rein ist und erfüllt vom rechten Glanz des Geistes, der in naher Zukunft bewahrt werden soll.
Sein strahlender Geistiger Funke wird für die Ewigkeit im Schöpfungswerk bewahrt werden können.