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Auch heute noch tauchen immer wieder Zweifel und Fragen zu Gottes großem Werk in seiner Schöpfung auf.
Viele fragen sich noch immer, warum Er, die Verkörperung von Güte und Liebe, so viele Katastrophen, Not und Elend in der Welt zulässt. Sie verstehen nicht, wie es möglich ist, dass „unschuldige“ Kinder in bitterer Armut oder gar mit schweren Krankheiten geboren werden. Sie fragen sich, warum Er nicht gegen den tragischen und gewaltsamen Tod von besonderen Menschen vorgeht, die so bewundert und als Vorbilder der Tugend angesehen wurden.
„Wenn der Herr wirklich gerecht und gütig ist, wie kann Er dann so etwas zulassen?“
Diese Grübeleien und Zweifel nähren nur einen tiefen Unglauben an die Existenz und das Wirken des Schöpfers. Viele sagen angesichts großen Leids stillschweigend: „Gott weiß, was er tut“, oder resigniert: „Ja, ich akzeptiere es, denn es ist sein Wille.“ So hält sich auf die eine oder andere Weise die Vorstellung, dass schmerzhafte Schicksale der Wille des Allmächtigen seien.
Gewöhnlich gehen solche Äußerungen mit inneren Vorwürfen des Leidenden einher, ja sogar mit einer verhüllten Rebellion gegen sein unerbittliches Schicksal. Tief im Inneren würden sie, obwohl sie dem göttlichen Willen zustimmen, ihr Schicksal sofort ändern, und wenn sie könnten, ihren eigenen Willen durchsetzen.
Würde irgendjemand ernsthaft glauben, dass der Herr menschliches Leid wünscht und schätzt, dass er einen Sinn oder Willen dafür hätte?… Nein, das ist unmöglich. Aber… wenn er Leid nicht wünscht und auch nichts unternimmt, um es zu verhindern, wo liegt dann die Antwort?
Die Lösung oder Antwort liegt in den grundlegenden Gesetzen der Schöpfung. Die erste Erklärung für das, was man Schicksal nennt, findet sich in der einfachen Aussage Christi: „Was ihr sät, das werdet ihr reichlich ernten.“ Hierbei handelt es sich um eine geistige Ernte, ähnlich der materiellen, die mit dem Pflanzen einer Blume oder eines Samenkorns ihren Ursprung hat. In dieser Ähnlichkeit erkennen wir bereits die Vollkommenheit und Einfachheit der göttlichen Gesetze, deren Wirkungen eine große Einheitlichkeit aufweisen.
Also … Wie kann ein neugeborenes Kind, das vom Schicksal gezeichnet ist, etwas ernten, wenn es nicht einmal Zeit hatte zu säen?
Der Schlüssel zu diesem Thema, der sich zugleich als Grundlage der Gesetze des Schöpfers offenbart und letztlich das Verständnis so vieler Dinge ermöglicht, liegt im Wissen um die Existenz vergangener Leben! Leben vor dem gegenwärtigen Leben. Ja, das Verständnis der Existenz verschiedener Inkarnationen bringt die Logik dieses Phänomens sofort ans Licht und vervollständigt das Verständnis von Christi Lehre über die Folgen des eigenen Handelns. Es bedeutet, dass eine schlechte Tat in einem vergangenen Leben eine entsprechende Auswirkung in einem späteren Leben oder sogar im gegenwärtigen hat.
Aus einem weit überlegenen und subtileren Wesen als ihrem physischen Körper bestehend, durchwandern die Menschen verschiedene Zeitalter auf der Suche nach Erfahrung und spiritueller Vollkommenheit. Ein unaufhörliches Streben nach größerem Bewusstsein, durch ein tieferes Verständnis der Wahrheit, führt sie zu einer engeren Verbindung mit ihrem Schöpfer, dem Ursprung allen Lebens! Indem sie wahre Weisheit erlangen, nutzen sie ihre Energie, um ein immer wertvolleres Glied in der Schöpfung zu werden, zum Wohle der Schöpfung und ihrer Bewohner. Dies ist ihre Bestimmung; dies sollte das höchste Ideal eines jeden Menschen sein!
Leider hat die Menschheit den falschen Weg eingeschlagen, nicht nur in diesem Leben, sondern auch in unzähligen früheren Inkarnationen und längst vergangenen Zeiten. Fast die gesamte Menschheit folgte diesem Pfad. Ohne wahres Selbstbewusstsein, unwissend über sich selbst und ihre Umwelt und sogar bewusst boshaft handelnd, schuf die Menschheit letztlich eine Vielzahl negativer Folgen für die Zukunft, die den gesäten schlechten Samen entsprechen.
All dieses Leid, das Gott missfällt, aber wahrlich aus seiner unbestechlichen Gerechtigkeit entspringt, hat einen einzigen Zweck: zur Erkenntnis zu führen! Den Einzelnen durch Erziehung auf den rechten Weg zurückzuführen. So wie ein Vater sein Kind durch liebevolle, aber bestimmte Zurechtweisung leitet, einzig und allein mit dem Wunsch, es zu seinem Wohl zu erziehen und zu stärken, um es für den Rest seines Lebens vorzubereiten, so handelt auch der Allmächtige durch seine ewig gerechten Gesetze, die in allem zum Guten führen.
Wenn ein Mensch durch Schmerz und Leid die Demut wiederentdeckt, öffnet sich das Tor zur Erkenntnis. Sobald wahre Erkenntnis erlangt ist, öffnet sich das Tor zu Frieden und Glück. Die Gesetze des Schöpfers wirken mit strenger Gerechtigkeit, aber auch mit Liebe und eröffnen neue Möglichkeiten für jene, die aufrichtig danach suchen. Allein diesen Gesetzen ist es zu verdanken, dass so viel Vollkommenheit und Schönheit in der Natur und im Universum existieren. Erst mit dem Auftreten des Menschen verschwinden Schönheit und Vollkommenheit, und Schmerz und Leid beginnen – Dinge, die der Mensch nicht kennen müsste, wenn er sich von diesen Gesetzen leiten ließe.
Das Wissen um die Reinkarnation und multiple Leben ist, kurz gesagt, grundlegend für die Lösung der vielen scheinbaren Rätsel, die heute definitiv nicht mehr bestehen müssen.
Breno Castro