
Strahlen geistiger Reinheit fließen durch die Schöpfung und wirken ständig im mächtigen Strom der Kraft Gottes. Dieser Fluss erzeugt eine spiralförmige Bewegung, die regelmäßig, streng und harmonisch ist. Er hält den richtigen Zustand der inneren und äußeren Schwingung in allem aufrecht und ist die Grundlage des Lebens. Er erfüllt die Erdbewohner in jedem Moment ihres Seins mit Ausdauer und hilft ihnen, auch Gefühle aus spirituellen Empfindungen zu ziehen.
Alle Lebewesen wurden gnädig geschaffen, um Glückseligkeit zu finden. Das können sie aber nur, wenn sie freiwillig in diesen Strom der mächtigen Kraft Gottes eintreten, mit ihm verschmelzen und in seine Richtung wirken. Darin spüren sie dann Halt für ihr weiteres Dasein und ihre Entwicklung. Auch die Möglichkeit, sich leicht in Richtung dieser Strömung zu bewegen, ohne Kraft oder krampfhafte Anstrengung auszuüben.
Was aber diesen Kraftfluss Gottes zu blockieren beginnt, muss zwangsläufig seinen unaufhaltsamen Gegendruck spüren. Und er wird zunehmen, bis das störende Hindernis freiwillig beseitigt oder durch den angesammelten Druck niedergerissen wird. Je länger ein Hindernis dem Strom der Gotteskraft entgegensteht, desto stärker wird seine Beseitigung empfunden, ebenso wie beim fließenden Wasser, das früher oder später mit seiner angesammelten Menge jedes Hindernis überwindet. Alles ist nur eine Frage der Zeit und der Kräfte, die nach und nach an der Stelle des störenden Hindernisses wirken.
Diesen Vergleich von Hindernissen erleben wir in uns als Leiden, seelische Unruhe, Schmerz und Kummer. Die Handlung ist immer die gleiche – die am stärksten vom Schmerz betroffene Stelle stellte sich gegen den Strom der Kraft Gottes und ließ sie nicht frei durch sich fließen, damit auch andere Wesen und Lebensformen in der Schöpfung daraus schöpfen konnten.
Der Zustand der Stagnation des Stroms der universellen Kraft Gottes kann durch verschiedene Ursachen verursacht werden, aber am häufigsten durch die Erhebung des menschlichen „Ich“ und seines eigenen Wohls über die Harmonie des gesamten wunderbaren Schöpfungswerks. Dies geschieht in vielen Variationen, die die meisten Menschen übersehen. Es ist jedoch nicht Zweck dieser Zeilen, sie alle aufzulisten.
Lassen Sie uns für alle einen beschreiben, der scheinbar unschuldigste:
Ein Mensch hat einen schönen Momente in seinem Leben erlebt. Nehmen wir an, dass er ziemlich viel ehrliche Mühe darauf verwendet hat, ihn zu erfüllen. Er ist plötzlich so gerührt von den Umständen, dass er diesen Moment „verewigen“ möchte, damit er nie vergeht. Er verbindet sich buchstäblich mit allen Fäden seiner Gefühle und Gedanken mit ihm.
Dabei ist ihm aber gar nicht bewusst, dass das Leben eine ständige Bewegung ist, in der sich alles ständig verändert und scheinbar verschwindet, sodass immer etwas Neues, noch Besseres und Schöneres entstehen kann. Durch diese Nichtverwirklichung des auf ständiger Bewegung beruhenden Lebensprinzips erschafft sich dieser Mensch in sich einen Zustand der Bindung des Kraftstroms Gottes, und gleichzeitig ringt er mit neuen wertvollen Momenten der Präsenz, die buchstäblich „zwischen seinen Fingern vorbeigehen“.
In dem soeben erwähnten Strom der Gotteskraft wirken auch die Strahlen der geistigen Reinheit, wie bereits in der Einleitung gesagt wurde. Anders als die Sonnenstrahlen, die täglich die Erdmasse beleben, sind diese strahlenden Strahlen der Reinheit jedoch nicht angenehm warm, wie wir es in unserem Verständnis von Licht erwarten würden! Im Gegenteil, sie erwecken den Eindruck einer kalten, fast eisigen Reinheit, die scharf und schonungslos jede Brutstätte jeglicher Niedrigkeit offenbart.
Auf der Erde ist es möglich, ihre Wirkung teilweise mitzuerleben, indem man die sonnenüberflutete Winterlandschaft betrachtet. Dank des Lichts erlauben uns die Sonnenstrahlen, in die Ferne zu sehen, zum Beispiel bis zu den Gipfeln der Berge, aber trotzdem lässt uns jeder Luftzug die Schärfe der frostigen Umgebung, die uns umgibt, bis in die „Fingerspitzen“ spüren.
Die meisten Menschen auf der Erde haben noch nicht annähernd erkannt, was die strömenden Strahlen des spirituellen Lichts für die Schöpfung bedeuten, noch haben sie ihre heilige Kostbarkeit gespürt. Außerdem würde sie deren direkten Einfluss nicht tolerieren, denn das heutige Bild der Menschen über alles Spirituelle ist verbogen und verzerrt! Aller Wahrscheinlichkeit nach würden die meisten Menschen selbst die mildeste Wirkung dieser Strahlen der Reinheit auf sich selbst als grob unsensibel, bedrohlich, feindselig empfinden.