Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen.38 Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüßte, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, daß man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Hier spricht Jesus von der Zeit des Kommens des Menschensohnes, der Gericht über die Menschheit halten wird. Er ermahnt die Menschen seiner Zeit zur Wachsamkeit, damit sie ihm sofort öffnen, wenn er kommt und anklopft. Dieselbe Wachsamkeit wurde auch von den zehn Jungfrauen gefordert, die auf die Ankunft des Bräutigams warteten.

Da Jesus zu diesen Menschen spricht, um sie auf ein zukünftiges Ereignis vorzubereiten, deutet dies darauf hin, dass sie bei diesem Ereignis anwesend sein werden; das heißt, sie werden zur Zeit des Kommens des Menschensohnes auf Erden wiedergeboren sein. Das Klopfen an die Tür symbolisiert, dass, wie einst das Wort des Sohnes Gottes, auch das Wort des Menschensohnes an die Tür der menschlichen Seelen klopfen und Einlass verlangen wird. Die betreffende Person muss daher die Tür ihrer Seele für das Wort Gottes öffnen und in sich den Tisch dafür bereitet haben. Dieses Ereignis wird auch in der Offenbarung beschrieben: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, werde ich zu ihm hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir.“ (Offb 3,20)

Jesus ermahnt die Menschen zur Wachsamkeit, da sie den Zeitpunkt des Kommens des Menschensohnes nicht kennen. Würden sie ihn kennen, würden sie sich gewiss etwas früher vorbereiten, wie der Hausbesitzer, der sein Haus bewacht und die Fenster vergittert, wenn er wüsste, zu welcher Stunde der Dieb käme. Doch wir wissen aus Jesu Worten, dass das Kommen des Menschensohnes gewiss ist. Bezüglich der Prophezeiung vom Kommen des Menschensohnes schreibt Abd-ru-shin in seinem Werk „Im Lichte der Wahrheit: Die Gralsbotschaft“:

„Wenn die Menschen, die damals Jesu Worte hörten, danach lebten, dann würden sie auch in Zukunft wachsam bleiben und den Menschensohn erkennen können, wenn er durch sein Wort an ihre Tür klopft.“

Roberto C. P. Junior
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Der Tag Ohne Morgen