DIE GESEGNETEN GÄRTEN VON MONTSALVAT
Es ist schwierig, die Schönheit der Gesegneten Gärten, die sich rund um den Ort erstrecken, an dem sich das Strahlende Schloß der Geschaffenen Geister befindet – Montsalvat – mit irdischen Worten zu beschreiben.
Die leuchtenden Gärten, die den höchsten Punkt des Paradieses umgeben, spiegeln durch ihre Natur die Mission der Ur-inseln wider, genau wie Montsalvat selbst sie trägt, dass eine Nachahmung der Gralsburg in der Urschöpfung ist.
Es sind Gärten weiblichen Schaffens aus Reinheit, Güte und Treuem Dienst.
Nur die reinsten der reinen Frauen dürfen Dienerinnen in diesen wunderschönen Gärten von Montsalvat werden.
Wenn einem geistigen Besucher jemals der Zutritt hierher gestattet wird, muß sein Herz zunächst von der wahrsten Ehrfurcht vor Gott erfüllt sein.
Die Reinheit hat diesen Orten seit ihrer Entstehung Schutz geboten und besteht aus einer hohen Wand aus Silber und Gold gewoben, das diese Gärten rundherum umgibt und schützt.
Diese hohen Trennwände erstrecken sich weit in die Ferne und weisen an jeder Stelle Formen des vollendetsten Künstlertums auf, als kämen sie aus der Hand eines überragenden Künstlers.
Hier finden wir Bildszenen, Blumen – und Tiermuster von höchster Schönheit, von denen der irdische Mensch keine Ahnung hat.
Die Trennwand ist Ausdruck dafür, daß hier eine Trennung in der Wirkung der Lichtkraft besteht, die vor der Mauer eine andere ist als dahinter und in ihren andersartigen Schwingungen durch die Gärten innerhalb der Mauer hindurchwebt.
Durch dieses kunstvoll gewobene Trennwand können sich viele, denen es gestattet wurde, die höhere Ebene der Geii´stigen Umgebung zu erleben, die an diesen Orten herrscht, manchmal an dem Anblick erfreuen.
Von diesen Gärten geht ein herrlicher Frieden und eine herrliche Ruhe aus, die jedem entgegenströmt, der sich ihnen nähert.
Auch ferne Würde, königliche Größe und kühle Reinheit.
Gleichzeitig finden wir hier Kindlichkeit der liebenswertesten Art.
Wer sich nähern darf, sieht hier eine höhere Ebene der Seins-erfüllung, die, wie alles an diesen Orten, nur die völlige Treue der Geistigen Hingabe an einen deutlich erhabenen Dienst erfordert.
Die Gärten erstrecken sich weit und umfassen ganze Landschaften, in denen sich an einzelnen Stellen Ausgangspunkte der Aufnahme befinden, die wir als stärkste Erhebungen bezeichnen können, auf deren Gipfeln sich Tempel der reinen Anbetung befinden.
Ein feiner Dunst schwebt über der Landschaft und den Tempeln und hebt das goldene Licht hervor, das alles erleuchtet.
Die Aufteilung der Orte wird in drei Haupttypen von Gärten eingeteilt.
Unter anderem gibt es mehrere weitere Teile, aber die Grundgärten sind drei.
Wie bereits erwähnt, sind diese Gärten gewisse Nachahmungen der Vorbilder aus der Urschöpfung und tragen als ihre Grundelemente Reinheit, Liebe und Treue in sich.
Ohne es zu merken, erkennt ein Besucher der Gärten sofort, in welchem Garten er sich befindet, denn das Erscheinungsbild und die Atmosphäre des Ortes bringen die Art des Tugendhaften stets deutlich zum Ausdruck.
Zu diesen Hauptteilen gesellen sich auch Orte der seligen Erziehung der Seelen kleiner Kinder, die wie andere Orte im Schöpfungswerk unter einem besonderen Schutz der Reinheit und Liebe stehen.
Hier, an den Orten dieser Gärten, fänden wir für die menschliche Geistesart das, was man als die glücklichste Kindheitsentwicklung bezeichnen kann, denn die Geister, die hier zum Bewußtsein erwachen, werden mit der besten vorbildlichen Pflege betreut, die man sich für etwas Menschlich-Geistiges nur vorstellen kann.
Die Sorgfalt ist zärtlich, führt aber zugleich unnachgiebig vorwärts und unterliegt einem gewissen drängenden Druck, der keine Trägheit aufkommen läßt, die schließlich den Untergang aller sich in den Stufen des Werkes der Nachschöpfung entwickelnden menschlichen Geister bedeuten würde.
Da hier in den Gesegneten Gärten von Montsalvat jedoch alles nur im reinsten Weben schwingt, wird diese Fürsorge vor allem immer als ganz und gar von Liebe erfüllt empfunden, und keines der Kinder hier empfindet auch nur für einen Augenblick etwas Belastendes oder Unerwünschtes in den Aufgaben, die ihm aufgetragen werden.
Das alles durchdringende Licht macht jede Aktivität der Kinder stets zu einem äußerst attraktiven Spiel, bei dem die Fähigkeiten und Fertigkeiten des geistigen Inneren jedes der teilnehmenden Kinder erwachen und wachsen.
Zudem ist der Einfluß des Vorbildprinzips durch alle Anwesenden als pädagogische Helfer stets stark präsent.
Dieses Muster beinhaltet naturgemäß nur den edelsten Willen, der bereits bei der vollständigen Aneignung geistiger Fähigkeiten perfekt funktioniert und somit als Muster einzigartiger Art fungiert.
So finden wir hier an den Orten dieser Gärten, wo sich das geistig Kindliche bewegt, nur Freude und einen reinen Willen zur Entwicklung.
Diese Entwicklung wird dann behutsam gesteuert und jedem Kind wird zu einem bestimmten Zeitpunkt genau das präsentiert, was es braucht, um reifer zu werden.
Dies alles hängt mit dem völligen Vertrauen der Geisteskinder in diejenigen zusammen, die sie in ihrer Entwicklung begleiten, und deshalb finden alle kleinen Geisteskinder in ihren Begleitern nur die liebevollsten Führer und Helfer.
Würden sich die irdischen Menschen nur von diesen Orten für ihre Erziehungsmethoden inspirieren lassen, würde alles in der irdischen Bildung und Erziehung rasch Veränderungen erfahren, welche heute vielleicht unvorstellbar sind.
Der Schwerpunkt würde auf der geistigen Persönlichkeit und der wahren Erkenntnis des Zustands liegen, in dem sich jedes Kind befindet.
Das Spiel und die Vorbildwirkung würden schnell zum Wichtigsten in jeder Erziehungs -und Bildungsrichtung.
Doch gerade, weil lichte Vorbilder unter den Menschen auf der Erde kaum vorhanden sind, ist der helfende Einfluß der Erziehung sowie jeglicher Einfluß auf die Kinder in Familie und Staat schon von vornherein als verloren anzusehen.
Die Veränderung der irdischen Kindererziehung zu durchdringenderen Ergebnissen liegt vor allem in der natürlichen Entstehung von Modellen in der Welt der Erwachsenen.
Wenn zumindest eine Generation zu größerer Würde und Ehrlichkeit im Handeln aufsteigt, dann wird der Einfluß in der Gesellschaft als automatische Folge des Aufstiegsbooms für nachfolgende Kindergenerationen sofort groß genug sein.
Dies basiert natürlich auf der Annahme, daß die auf die Erde kommenden Kinder nicht aus den dunkelsten Ebenen der feinstofflichen Materie stammen.
Dies wird jedoch nur dann sicher die richtige Anpassung der irdischen Weiblichkeit bewirken, die sich in der Empfänglichkeit ihrer lichtvollen Aufgabe auf der Erde mehr zur Reinheit erheben muß.
Wenn dies beachtet wird, werden in irdischen Familien keine schwarzen Schafe mehr geboren.
Dies wird den Weg für das natürliche Streben nach allem Schönen unter den Kindern ebnen.
Denn bei der Entwicklung eines reinen geistigen Funkens gibt es immer nur den Wunsch nach Aufstieg, den Wunsch, Freude und ehrliche Anstrengung zu erfahren.
Dies ist das Naturgesetz, das im gesamten Schöpfungswerk wirksam ist und sich überall und an allen Orten manifestiert.
Und für solche Kinder sollten schon im Vorfeld überall sichtbare erwachsene Persönlichkeiten da sein, die ihnen ein Leben lang als gesunde Vorbilder dienen.
Dies ist etwas, das als Anziehungskraft auf alles geistig Stärkere wirkt.
Wenn wir gesunde Generationen von Kindern großziehen wollen, ist es daher notwendig, daß es unter den Menschen auf der Erde starke Vorbilder für Ehrlichkeit und sauberes Verhalten gibt.
Der Zustand, wie er ist, ist daher das Modell der Erwachsenen auf der Erde.
Ein Lahmer kann nicht den besten Laufstil lehren, wenn er ihn seinen Zuhörern nicht selbst in unzähligen Bewegungsvarianten vorführen kann.
Dasselbe gilt für alle Beispiele von Wahrhaftigkeit und liebevollem Verhalten in vielerlei Hinsicht unter den Menschen auf der Erde.
Man kann sagen, daß hier der Hinweis Jesu zutrifft, daß nämlich die geistig Toten andere immer zum selben Ergebnis führen werden, nämlich zum geistigen Niedergang und Tod.
Gleichzeitig kann man sagen, daß eine Nation, die in ihrem Kern über genügend geistig gesunde, erwachte Menschen verfügt, das Potenzial für einen weiteren geistigen und irdischen Aufstieg hat.
Mittlerweile steuern die meisten Nationen der Erde leider auf einen Niedergang zu, weil es in ihnen keine sichtbaren Beispiele wahrer Menschlichkeit und Spiritualität gibt.
Dies ist jedoch in den Seligen Gärten von Montsalvat nicht der Fall, wo im Gegenteil das natürlichste vorbildliche Verhalten der Leitgeister und Helfer in vielfältiger Weise auf die sich entwickelnden Geisteskinder als stärkster fördernder Druck zur gesunden Entwicklung einwirkt.
Wir haben jedoch nur an einem der vielen Orte der oben genannten Abschnitte der lichtdurchfluteten Gärten von Montsalvat Halt gemacht.
Diese Teile gehören nicht zu den eigentlichen Funktionen der Gärten, sondern haben eine gewisse ergänzende Rolle zu diesem Ort, der so viel Segen für jede Entwicklung in den Geistigen Welten des Paradieses bietet.
Die Hauptaufgabe der Gärten besteht darin, dem Licht in seiner reinsten Form zu dienen.
Zu diesem Gottesdienst gehört auch alles weitere, davon abgetrennte, natürliche Geschehen, zu dem auch die Erziehung geistiger Kinder an diesen Orten als eine seiner Formen gehört.
Wie vielen der Leser bereits bekannt ist, sind die überwiegenden Bewohner dieser Gärten weibliche geistige Wesen, die entweder direkt zu ihrem Dienst hier erstanden sind oder durch ihre langjährige, leidenschaftliche Hingabe an den Dienst des Lichts hierher gelangt sind.
Aber nur für einige wenige menschlich geistige Frauen werden die Tore dieser Gärten geöffnet, damit sie eintreten und Teil dieses lichterleuchteten Ortes in der Schöpfung werden können.
Denn der innere Wille zu diesem wundervollen Dienst muß das wahrhaft Höchste sein, was in einer Frau brennt.
Gleichzeitig ist es jedoch für jede Frau jederzeit möglich, durch langfristige Anstrengung in ihrem wahren Wunsch nach reinem Dienst am Licht so weit zu reifen, daß ihre innere Freude und Erfüllung eines der Goldenen Tore dieser Höheren Gärten in der Nähe von Montsalvat öffnet.
Es wird noch notwendig sein, mehr über diese Orte zu sprechen, damit die Erdenmenschen besser verstehen können, daß alles Geistige zugleich real ist und daß der Eintritt in die Geistige Welt eigentlich nur den Beginn der wirklich bewußten Existenz des menschlichen Geistes in der Schöpfung bedeutet.
Es ist für irdische Worte sehr schwierig, die Pracht des Lichtes zu erfassen, das all dies erleuchtet und ihm einen Hauch der meisterhaftesten Farben und Schattierungen verleiht, deren irdischer Vergleich immer nur zur Zerstörung des Konzepts von Schönheit oder Pracht führt.
Leider verbinden die Leser mit diesen Begriffen immer meist nur Kenntnisse des irdischen Hier und Dort und hüllen so bereits alle Bilder und Ideen in Dunkelheit und eine gewisse Schwere im Gegensatz zu der Klarheit, Leichtigkeit und erfrischenden Schönheit, die alle Vorgänge im Geistigen untrennbar begleitet.
Somit können die gesamte Lebensführung und ihre Erfüllung an allen Orten im Geistigen als die Wertvollste, die Wahrhaftigste für alle Sinne des Menschen bezeichnet werden.
Kommen aber noch alle Fähigkeiten hinzu, die sich aus der Natur eines reifen Geistes und seiner Anpassung an die örtlichen Verhältnisse ergeben, so gerät jeder Gedanke sofort wieder völlig in die Ferne des Irdischen.
Deshalb ist es für alle ernsthaften Aspiranten notwendig, in dieser Richtung nach einer wirklichen Verbindung mit den geistigen Ebenen zu suchen, denn nur bei dieser Suche wird ihr Geist offener für die Strömungen, in denen manchmal ein Schauer wahrhaftiger Erfahrung aus den höheren Ebenen des Geistes aufkommen kann.
Allerdings ist es nicht möglich, es als Übung zu erzwingen, sondern es kann nur frei und ungehindert in der inneren Demut und dem reinsten Verlangen des Menschen entwickelt werden.
Grundlage hierfür muß natürlich der Boden im Menschen sein, auf dem er als wahrhaft Geistiger Bewohner der Schöpfung lebt, der alles, was um ihn herum und in ihm geschieht, durch die geistige Erkenntnis des Schöpfungswerkes erlebt.
Nur so kann der Mensch durch das Empfinden seine Sensibilität schrittweise erweitern und so zu einem immer bewußteren Teilnehmer an dem werden, was für andere Menschen sonst außerhalb der Grenzen ihrer irdischen Sicht bleibt.
Dadurch wird ihm allmählich die Sicht auf diesen Teil der Schöpfung eröffnet und er wird zumindest teilweise die Pracht und Erhabenheit verstehen können, die das Leben reiner Geister im Paradies erfüllt.
Es ist ein unbeschreibliches Glück, auch nur in der Nähe dieser lichtdurchfluteten Gärten von Montsalvat wohnen zu können.
Wie bereits erwähnt, sind diese Gärten in drei Hauptteile unterteilt, von denen jeder eine bestimmte Mission erfüllt, die auch mit den unteren Teilen im Paradies der menschlichen Geister selbst verbunden ist.
Den Vorbildern der Inseln in den Urhöhen folgend, befinden sich in diesen Gärten Tempel, in denen die sie begleitenden Dienerinnen den reinsten Gottesdienst verrichten.
Es wurde bereits geschrieben, daß die Verehrung der Ritter in den Hallen von Montsalvat die lebendigste, aktivste Bewegung und Aktivität bedeutet.
Und so finden wir hier in den Gärten von Montsalvat erneut die höchste lebendige Handlung als wahren Ausdruck der reinen Anbetung der örtlichen weiblichen Bewohner.
Wir finden hier eine ständige aktive Bewegung von Dienern, die sich dem Empfangen oder Weiterleiten von allem widmen, was kommt oder ausgesandt wird, um in den unteren Ebenen der Schöpfung zu helfen.
Diese Art des Dienens kann sich der Mensch nicht immer richtig vorstellen, denn es handelt sich um eine wahre Form erfüllenden Dienens, bei dem das Empfangene zugleich erlebt und durch das Erleben in den Schwingungen des Herzens verarbeitet wird, um es weitergeben zu können.
Wir müssen in allem die höchste Harmonie und Übereinstimmung suchen, die jede Bewegung dieser Orte zu wahrer Schönheit macht, sie mit einem schönen Fluß, einem erfüllenden Ernst vollendet, während gleichzeitig alles untrennbar von Glück und kindlicher Freude durchdrungen ist.
Jedes Geschehen erhält hier unmittelbar einen lebendigen Ausdruck und wird zu einem Bild geformt, das dann als lebendiges Wissen weitergegeben wird, das sofort von anderen Händen verstanden und dort neu verarbeitet wird, wo es Ermutigung oder Inspiration für weiteren treuen Dienst am Lichte bringen kann.
Es ist wie ein ständiges Weben strahlender Kraftketten, die von einem Wesen zum anderen übergehen, wobei jeder Diener ein einzigartiges Stück seiner eigenen, innigen Zugehörigkeit hinzufügt.
Im Erleben selbst liegt ein Teil der Erfüllung der Dienstleistung, denn das Erleben in seiner Fülle prägt und gestaltet weiter für jene Orte, die dazu aus eigener Kraft nicht in der Lage wären.
Es handelt sich daher um eine Formung und Transformation in einer Erfahrung, die sofort zu einer zusätzlichen, leidenschaftlichen Verstärkung wird, etwas, das an anderen Orten Segen und Ermutigung bringen kann.
Der Erdenmensch kann sich dies nicht vorstellen, weil er immer die Vorstellung eines Wirkens in Gedanken damit verbinden wird, und er hat diesem Wirken auf Erden nie genügend Ernst beimessen können, weil die Gedanken in ihrer Immaterialität für ihn etwas Nebensächliches sind.
Dabei ist jedoch zu bedenken, daß im Geistigen jede Bewegung des geistigen Inneren zugleich eine Handlung ist, die sich früher oder später in irgendeiner Form als eine selbständig weiterwirkende und schaffende Größe ausdrückt.
Daher gibt es im Geistigen Reich keine solche Trennung wie hier auf der Erde, wo die Menschen den Gedanken weit weniger Bedeutung beimessen als den grobstofflichen Handlungen.
Doch hier machen sie einen großen Fehler, denn auch in der irdischen Welt ist die Kraft der Gedanken zwar viel schwächer als in den geistigen Welten, dennoch besteht ein Zusammenhang zwischen allem, was der Mensch in seinen Gedanken erschafft und seinem weiteren Lebensweg.
Daß sich die meisten Menschen dessen nicht bewußt sind, ändert nichts an der Tatsache, daß ihr Schicksal von der Art der Gedanken geprägt wird, die sie verantwortungslos und hemmungslos hegen.
Im Geistigen ist es jedoch anders, denn die Kraft des Geistes in seiner inneren Arbeit ist zugleich ein Ereignis, das unmittelbar eine lebendige Erfüllung ist, und diese Erfüllung strebt zusammen mit der hinzukommenden Kraft des Geistes unaufhaltsam einer selbsttätigen Form zu, die dann von der eingesetzten Kraft weiterlebt.
Alles, was hier geschieht, ist also sowohl eine innere als auch eine äußere Arbeit.
Dadurch entsteht eine Harmonie und auch eine Kraft, von der irdische Menschen nur träumen können, weil sie dazu meist nicht in der Lage sind.
Nur sehr wenige Menschen tragen eine so starke Überzeugung von ihrem Willen in sich, daß es in jedem Moment ihres Lebens auch in Taten überzeugend wird.
Doch so etwas ist auch im irdischen Bereich möglich und jeder Mensch sollte diesen Reifegrad erreichen, um seine innersten Beweggründe auch nach außen hin voll zum Ausdruck bringen zu können.
Leider herrscht derzeit bei der Mehrheit aller Menschen eine Zersplitterung und Dualität, denn der Geist beherrscht nicht den Körper und erst recht nicht den Verstand als Instrument seines Denkens.
Doch kehren wir zurück zu den Orten der Seligen Gärten in der Nähe von Montsalvat, dem Schloß des Lichts im Paradies der menschlichen Geister.
Die Gärten sind in drei Hauptabschnitte unterteilt und verfügen über drei abschließende Tempel, in denen Reine geistige Diener dem Licht treu dienen.
An diese Tempel grenzen ganze Landschaften, die mit ihren Pflanzen, Tieren, Gebäuden und Bewohnern den schönsten Orten ähneln.
Der erste dieser Gärten ist mit der Roseninsel in der Urschöpfung verbunden, und sein höchster Diener unterliegt der Führung dieser viel höheren Insel in den Höhen des Urlichts.
Ein anderer Garten ist der Garten des Reinen Dienstes, der in den Strömen schwingt, die von den Höhen der Lilieninsel zu ihm fließen.
Der dritte Garten ist dann mit der Insel der Schwanenjungfrauen verbunden.
Ihre Mission hier an diesem Ort ist jedoch neben dem Treuen Dienst auch mit einer gewissen Königlichen Form der Treue zur Gerechtigkeit verbunden.
An den höchsten Punkten der Gärten stehen drei Tempel, in denen vom Licht auserwählte Diener dienen.
Sie sind immer von einer Schar ihrer Treuen geistigen Frauen und Mädchen umgeben, die entweder gerade an diesem Ort zu Bewußtsein kamen oder die Entwicklung der menschlich-geistigen Art durchliefen und deren inbrünstigster Wunsch ihr Inneres auf die Erfüllung der Wünsche vorbereitete, die sie seit einem bestimmten Erwachen in sich trugen.
Durch diese Menschengruppen dringen stets Harmonie, Leichtigkeit, friedliche Freude und zugleich eine Art höchster Würde des Seins, die nur in weiblicher Aktivität vorstellbar ist.
Die Gärten, die sich seitlich von den hell Leuchtenden Tempeln ausbreiten, sind immer hauptsächlich mit jenen Blumenarten erfüllt, die zur Art des Gottesdienstes gehören.
So finden wir in einem Garten, der dem Dienst der Liebe Gottes gewidmet ist, eine Vielzahl blühender Rosen in den schönsten Farbtönen, die dem irdischen Auge unbekannt sind.
In der Nähe des Tempels selbst finden wir jedoch Orte, an denen sich große, fast baumähnliche Büsche ausbreiten, die mit ständig blühenden rubinroten Rosenblüten bedeckt sind.
Diese Blumen verströmen einen Duft, den wir von irdischen Rosen niemals wahrnehmen können.
Dieser Duft hat eine gewisse berauschende Wirkung, die auch die Hallen des Tempels erfüllt, wo die Gottesdienste vom Gesang der anwesenden Frauen und Mädchen geprägt sind.
Im Liliengarten dominieren große Büsche mit weiß glänzenden Lilienblütenkelchen, die ebenfalls einen überirdischen Duft verströmen.
Der dritte Garten ist mit der blauen Farbe der Blüten verbunden, deren Blütenkelche zarter aussehen und die dem irdischen Aussehen der Enzianblüten näher kommen.
Dieser Garten ist außerdem von einem ganz besonderen Duft erfüllt, der die Stimmung der Anwesenden bei einem erfüllenden Gottesdienst hebt.
Die höchsten Punkte, die stets die Form wunderschöner weißer Tempel haben, sind durch herrliche Stufentreppen verbunden, die hinauf zum Schloß Montsalvat führen.
Hierher steigen die auserwählten Frauen immer dann hinauf, wenn eine Taube aus den offenen Himmeln der Lichthöhen herabsteigt und den Heiligen Orten hier und dem gesamten Geistigen Paradiese Kraft bringt.
Die Hallen von Montsalvat sind zu dieser Zeit voller Ritter und adliger Damen.
Dies alles geschieht, damit sie im gemeinsamen Gottesdienst immer wieder die Gnade der lebensspendenden Kraft Gottes erfahren können.
Begnadete Geister dürfen eine erhabene Verbindung mit der Nähe Gottes erfahren und kehren dann gestärkt an ihre Orte zurück, wo sie im Reinsten Hilfsdienst für alle wirken, die für ihre Entwicklung eine Zwischenstufe ihrer geistigen Tätigkeit benötigen.
Daher webt und formt alles an diesen Orten auf wunderschöne Weise Lebensformen, die wir als wahrhaft glückselig und vom Licht gesegnet bezeichnen können.
Und unter diesen Gärten liegt die Sagenumwobene Stadt der Goldenen Gassen, in der zahllose Geister wohnen, die ihre Entwicklung in den Ländern der Nachschöpfung abgeschlossen haben und in ihrer Geistigen Natur gereift sind.
Die Stadt der Goldenen Gassen dehnt sich immer weiter aus, denn ihr Versprechen enthielt von Anfang an die Zusicherung, daß sie niemals eine Grenze erreichen würde, die den nächsten Ankömmlingen aus der Nachschöpfung, die die Tore des Paradieses erreicht haben, den Zutritt verwehren würde.
Um sich ein richtiges Bild von diesen Orten machen zu können, ist es notwendig, den Gedanken der Unerschöpflichkeit der Fließenden Kraft Gottes zu berücksichtigen.
Nur darin können wir die Grundlage für das Verständnis dieser Orte finden, an denen es so vieles gibt, wovon die meisten Menschen auf der Erde keine Ahnung haben.
So sind das Lichtschloß Montsalvat und die daran angrenzenden Gärten, denen wir uns im Wesentlichen genähert haben, wiederum nur eine Beschreibung eines Teils der großen Wirklichkeit der Schönheit, die hier im Paradies unzählige Formen und Lebensformen aufweist.
Montsalvat ist wichtig, und die Gesegneten Gärten des Leuchtenden Dienstes haben eine große Aufgabe für das gesamte Werk der Nachschöpfung, denn sie können dem menschlichen Geist, der sich auf dem Weg seiner Reife befindet, eine große Unterstützung sein, indem die Menschen sich mit den Fäden verbinden, die von diesen Orten ständig in die Tiefen der Materien hinabsteigen, um vielen Suchenden zu helfen.
Wer in sich geistige Schwingungen der Reinheit, Liebe und Treue zum Licht sucht, kann in den Dienst der edlen Diener und Ritter treten, die an den genannten Orten des Lichts ständig tätig sind.
Möge diese Verbindung so weit wie möglich zum Wohle und zum Aufstieg dieser Welt der Menschen auf der Erde genutzt werden.
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