Laßt uns dem Neuen öffnen! Diejenigen, die mit Nostalgie und Trauer auf vergangene Zeiten zurückblicken, die überzeugt sind, daß früher alles besser war und die versuchen, etwas aus der Vergangenheit wiederzubeleben, ahnen nicht, wie sehr sie sich und ihren Mitmenschen den geistigen Weg erschweren.

Warum? Weil der Lauf der Schöpfung keinen Rückweg kennt, sondern sich alles immer nur vorwärts bewegt, hin zu einer neuen Entwicklung. Die Vergangenheit wird daher niemals zur Gegenwart zurückkehren. Der Druck der ewigen Vorwärtsbewegung läßt dies nicht zu.

Der Hüter der Zeit, Hathmes, hat in seinem treuen Dienst für den Willen des Schöpfers längst alles, was zu den vergangenen Zeiten der menschlichen Entwicklung gehörte, mit Sand und Staub bedeckt.

Die Menschen müssen endlich verstehen, daß nur die Gegenwart für sie zählt, in der sie sich weiterentwickeln und emporsteigen sollen, um die wahre Aufgabe der Menschheit zu erfüllen. Die Vergangenheit bietet uns nur die Erfahrungen, doch sollte man sie niemals traurig und melancholisch wiederzubeleben suchen, denn alles wandelt sich, entwickelt sich immer fort und fort, und in diesem Fortschritt ist die Vergangenheit bereits überwunden.

Der Mensch greift mit seinem freien Willen in diese Entwicklung ein. Sein Wille hinterläßt Spuren in der Materie, in die er immer neue Formen einprägt. Und diese Formen entwickeln sich durch seinen reinen Willen zu immer edleren Formen. Es ist eine Entwicklung, die immer höher gerichtet ist, hin zu dauerhafter Glückseligkeit.

Unser freier Wille ist uns gegeben, damit wir in der vollen Kraft unseres Geistes für uns selbst einstehen können, nicht wie Marionetten an Fäden zappeln, welche von anderen gelenkt werden. Die Kraft des freien Willens soll dazu dienen, Wissen aus der Wahrheit und geistige Reife zu erlangen. Damit die Entwicklung in die richtige Richtung verläuft, sollte dies oberste Priorität haben.

Doch die Menschen versagen bisher darin völlig. Sie sind hinter allen anderen Ereignissen der Schöpfung zurückgeblieben, von denen erwartet wurde, daß sie die Menschen auf ihrem Weg durch die Schöpfung in die richtige und harmonische Bewegung versetzen.

Dies ist jedoch schon lange nicht mehr geschehen, und deshalb wird die frühere Vergangenheit so sehr beklagt, als die Menschen noch zumindest teilweise mit der Entwicklung anderer Teile der Schöpfung Schritt hielten.

Damals waren sie erfolgreich, und so gab es hier und da Phasen des Erfolges und des Aufstiegs, an die man sich heute mit Trauer und Sehnsucht erinnert.

Allerdings verliert dies die Kraft, die für die Entwicklung in der gegenwärtigen Zeit notwendig ist, da viele neue Erkenntnisse aus dem Lichte kommen, die die Macht besitzen, die gegenwärtigen Verhältnisse schnell in den gewünschten Zustand des Friedens und des Glücks zu erheben.

Dies wird jedoch nicht durch Rückwärtsgerichtetheit geschehen, indem man sich auf überholte Traditionen konzentriert, von denen viele sich zudem als falsch und verzerrt erweisen.

Alles in der Schöpfung entwickelt sich stetig weiter, doch die Menschheit verharrt in einem Wissen, das längst der Vergangenheit angehören sollte. Die Annahme des neuen Wissens über die Schöpfung und den Schöpfer würde beispiellose Aussichten eröffnen, welche längst völlig neue Lebensbedingungen auf der Erde geschaffen hätten – basierend auf geistigem Wissen.

Doch die Menschheit weiß darüber noch immer fast nichts. Selbst über den Schöpfer und sein Werk kennt sie nur einen Bruchteil dessen, was sie bereits wissen könnte und sollte.

Wir leben in einer Zeit, in der alles Seelenlose und in einer stumpfen Dauerhaftigkeit Verharrende wie Sediment hinweg gespült werden muß, da es die neue Entfaltung des menschlichen Geistes auf der Erde behindert.

Daher muß das Festhalten an der Annahme, Tradition, Respekt und das Festhalten am Wissen vergangener Generationen seien richtig, wertvoll und vom Licht erwünscht, endlich aufgegeben werden.

Heutzutage schreitet im Gegenteil alles in der Schöpfung rasant voran, und was vor wenigen Jahren noch genügte, reicht heute nicht mehr aus. Die Fixierung auf die Vergangenheit führt zu Hemmungen, denn sie ist ein Zeichen mangelnder innerer Bewegung.

So viel neues Wissen schwebt über unserem Planeten und ruft nach Entdeckung. Genau hier liegt der Ursprung all des Unheils, das die Menschheit durch begangene Irrtümer weiterhin im Griff hat und auch von jenen Traditionen durchdrungen ist, die äußerlich ehrfürchtig gefeiert werden.

Die Menschheit ist gegenwärtig noch weit entfernt von der wahren Erkenntnis des klaren und freien Weges zum Licht. Die wahre Erkenntnis der Dreifaltigkeit Gottes sowie die Erkenntnis des Grals und des Königs der Schöpfung – des Menschensohnes – liegt noch vor uns. Aus diesem Grunde bleibt der große Fortschritt des irdischen Lebens und seine geistige, aber auch materielle Ausdehnung unerfüllt.

Daher: Weg mit der Trauer um die Vergangenheit! Wo immer Unwissenheit und damit tausende Irrtümer und Fehler dem Licht neuen Wissens weichen, in dem der Aufstieg auf allen Ebenen der menschlichen Gesellschaft enthalten ist, liegt die Verheißung wahrer Erweiterung.

Zwei Wege öffnen sich jedem Einzelnen: der Weg zu neuen Horizonten eines erhabenen und lichtvollen Wesens oder der Weg, der ins Verderben führt. Die Wahl liegt bei jedem selbst.

Daher bleibt keine Zeit mehr, der Vergangenheit nachzutrauern oder dem Unwiederbringlichen nachzutrauern.

Es gibt nur noch das Jetzt und das Hier! In der Gegenwart wird alles entschieden, was jedem Geschöpf zuteilwird.

Wer dies richtig versteht, schließt sich mit seiner ganzen Kraft seines Empfindens dem Streben nach dem allumfassenden Wohl aller an.

Nur dafür ist jedem Menschen seine Zeit gegeben. Jetzt bleibt nur noch die Zeit, sich mit dem Willen des Schöpfers in Einklang zu bringen. Das ist das Neue, das den Weg zu einem neuen Leben formt. Alles Vergangene ist verblaßt und reicht für die weitere Entwicklung nicht mehr aus!

Deshalb schreitet mutig voran mit einem klaren, freien Blick auf das, was auf die Erde zukommt, denn es bringt dem lebenden, forschenden Menschen die Erkenntnis der Wahrheit und, indem er sie annimmt, die Befreiung von den vielen verhängnisvollen Fäden des Irrtums, die bis in die ferne Vergangenheit hinein zurückreichen.

Cesta Pravdy / Weg zur Wahrheit