
Selbst wenn sich dem Menschen die Tore zur Freiheit öffnen, kann er ein Gefangener bleiben; denn die Ketten, die am schwersten zu sprengen sind, sind jene, die sich – durch erstarrte Gedanken und im Dunkeln genährte Überzeugungen – nach und nach um seinen Geist schlingen. Der Körper mag zwar den Ausgang finden, doch wenn der Geist unter der Last irdischer Prägungen schlafend verharrt, wandelt er weiterhin innerhalb von Grenzen, die er selbst gar nicht mehr als solche zu erkennen vermag. Erst wenn er innerlich erwacht und sich dem Licht zuwendet, beginnt er zu begreifen, dass wahre Befreiung nicht allein im Durchbrechen äußerer Schranken besteht, sondern darin, all das zu überwinden, was ihn im Inneren daran hindert, den Weg der Wahrheit zu erkennen und ihm zu folgen.